Brandneuer Theatertext „Media Divina“ – hier direkt downloadbar

Januar 23rd, 2014 § Kommentare deaktiviert für Brandneuer Theatertext „Media Divina“ – hier direkt downloadbar § permalink; Autor: Ulf Schmidt

Hier können Sie sich meinen neuen Text „Media Divina“ direkt und kostenlos herunterladen.

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Writers Room Projekt am Schauspiel Essen: „Das Prinzip Jago“

Mai 12th, 2016 § 1 comment § permalink; Autor: Ulf Schmidt

Bereits seit Ende Februar 2016, also seit drei Monaten, ist am Schauspiel Essen ein Writers Room Projekt am Start, an dem ich beteiligt bin: zusammen mit dem Regisseur Volker Lösch, der Essener Chefdramaturgin Vera Ring und dem Theater- und Drehbuchautoren Oliver Schmaering entsteht eine Arbeit mit dem Titel „Das Prinzip Jago“ nach Motiven aus „Othello“ von Shakespeare. Keine Stückbearbeitung, keine Übersetzung, keine Modernisierung, sondern ein von vorne bis hinten neu geschriebener Text mit eigener Handlungs- und Szenenstruktur. In einem Writers Room, der Schreiber, Regie, Dramaturgie, zeitweise auch Bühnenbild (Carola Reuther) und demnächst eventuell noch weitere Kompetenzen versammelt, um gemeinsam an einem Gemeinsamen zu arbeiten. Die Uraufführung wird am 1.10.2016 am Schauspiel Essen sein.

Worum es bei „Das Prinzip Jago“ gehen soll und wird, ist auf der Webseite des Theaters seit heute zu lesen. Unter diesem Link.

Mein Plädoyer für Writers Rooms an Theatern ist auf nachtkritik zu finden, hier.

Wer sich für diese Arbeitsweise interessiert und sie ausprobieren möchte, kann sich für einen soeben ausgeschriebenen Writers Room an den Wiener Wortstätten bewerben. Die Ausschreibung ist hier zu finden.

Und wer 8 Minuten Zeit hat, sich anzusehen, wie in einem Zeitraum von gut zwei Wochen (!) eine (!) Episode von Breaking Bad entstand, der kann hier schauen:

Hubschraubergeld – oder das Paradox des zweibeinigen Kapitalismus

April 14th, 2016 § 0 comments § permalink; Autor: Ulf Schmidt

Der Begriff geistert ein wenig durch die Wirtschaftsnachrichten seit einiger Zeit: Hubschraubergeld. Marcel Fratzscher findet das Konzept erwägenswert. Mario Draghi bezeichnete es als „sehr interessant“. Die Idee ist Jahrzehnte alt und stammt vom Alt-Neoliberalen Milton Friedman (gelegentlich auch von US-Notenbankern wie Bernanke ins Spiel gebracht): Wenns in einer neoliberalen Wirtschaft mal nicht brummt soll einfach von der Notenbank (oder dem Staat) Bargeld unter den Bürgern verteilt werden, damit diese kaufen gehen, Umsätze und Gewinne, sowie volkswirtschaftliche Wachstumsraten und Inflation steigern. Neoliberale, die etwas zu verschenken haben – und dann auch noch gleich Geld. Parbleu.

Kapitalismus – das zweibeinige Monster

Dem Sozialismus drohen die Unternehmer auszugehen – dem Kapitalismus die Kunden. Sozialismus tendiert zur Selbstzerstörung – Kapitalismus auch. Ob Kapitalismus das beste, sinnvollste, humanste, ökologischste Wirtschaftssystem ist, ist eine Frage, die sich trefflich diskutieren lässt. In den letzten Jahrzehnten war die politische Antwort: eher ja. Und man versuchte es mit einer immer weniger sozialen Form von Marktwirtschaft, die immer deutlicher (sei Thatcher, Reagan, Kohl/Schröder/, Blair usw.) zur Reinform jenes Neoliberalismus wurde, den Hayek, der wirtschaftsreligiöse Gegenspieler von Keynes, seit den 20er Jahr predigte. Die neuerdings recht lautstark auftretende „Alternative für Deutschland“, die Vereinigung rechtsblinkender Geisterfahrer, die neben einem mit Rassisten, Chauvinisten, Neonationalisten und Neofaschisten flirtenden Deutschtum vor allem der politische Arm der stramm national-neoliberalen Hayek-Gesellschaft darstellt, bietet nunmehr mit ihrem Programmentwurf eine Art Extremform des Ultra-Neoliberalismus. Und wird, gewinnt sie Einfluss, damit zum Totengräber eben jenes neoliberalen Turbokapitalismus, den sie doch eigentlich zur Realexistenz führen will.

Der Kapitalismus in der Form, die im 19. Jahrhundert entstanden ist, mag ein Monster sein – es ist aber ein zweibeiniges Monster. Das rechte Bein war eine (wie auch immer geartete) liberale Wirtschaftspolitik, der als linkes Bein die Sozialpolitik dient. Auch für den Kapitalismus gilt: auf einem Bein kann man nicht stehen. Eine Wirtschaft, die nur aus profitorientierten Unternehmern besteht kann ohne konsumfähige Kunden nicht bestehen. Diese wurden von der Sozialdemokratie und den Gewerkschaften geliefert. Der vordergründige Kampf um Löhne und soziale Absicherung ist zugleich ein Kundenbeschaffungsprogramm für kapitalistische Volkswirtschaften. Die Rentenversicherung sorgt dafür, dass auch im höheren Alter Menschen noch Kunden sind. Die Krankenversicherung sorgt dafür, dass Kranke nicht aus dem Konsum fallen. Die Arbeitslosenversicherung stellt sicher, dass auch Menschen, die kein Einkommen haben, noch immer im Supermarkt für Umsatz sorgen. Streicht man, wie es das Programm der AfD andeutet, diese Leistungen zusammen, fallen Konsumenten weg. Fällt Kaufkraft weg.

Das kapitalistische Problem mit der Ungleichheits-Schere

Steigen die Löhne – wie in den letzten beiden Jahrzehnten – real nicht, ist es kaum zu erwarten, dass die Kaufkraft steigt bzw. bei vorhandener Inflation ist gar zu erwarten, dass die Kaufkraft real insofern sinkt, als die Menschen/Kunden für ihr Geld weniger oder niederpreisigere Güter konsumieren. Woher soll das Wachstum kommen, wenn ein Großteil der Bevölkerung nicht mehr kaufen kann, sondern eher weniger? Die Einkommens- und Vermögenszunahme am oberen Rand hilft nicht: Die Automobilwirtschaft in einem neoliberalen Kapitalismus, in dem nur noch Bentleys, Bugattis, Rolls Royce, S-Klassen und 7er gekauft werden, funktioniert nicht. Irgendwann hat jeder einen (und zwar eben wenige), kauft sich bei wachsendem Vermögen vielleicht einen oder zwei weitere. Wenn aber das gesamte Käufersegment der Kleinwagen sich reduziert, die für die Umsatzmasse sorgen – hilft das alles nichts. Kein Kapitalismus kann damit funktioneiren, dass sich ein paar Handvoll Superreicher gegenseitig Luxusjachten verkaufen.

Man kann dann zweierlei tun: Die Preise im unteren Segment reduzieren (faktisch also eine deflationäre Bewegung!). Dafür müssen Kosten gespart werden – am besten Lohnkosten. Was zum Ergebnis hat, dass zwar Preise und Löhne gesunken sind – aber der Absatz nicht daraufhin anspringt.

Oder man setzt – was Deutschland tut – auf den Export. Knapp 8% Außenhandelsüberschuss zeigen in diese Richtung (und gelten laut Europäischer Kommission als „stabilitätsgefährdend“). Heißt: Man verkauft die hier zu allzu geringen Löhnen hergestellten Produkte in andere Länder, in denen entweder höhere Löhne gezahlt werden und die nicht in dieser Abwärtsspirale begriffen sind. Oder man verlagert die Produktion ins Ausland, wo sich noch billigere Arbeiter finden lassen, sodass sich schlecht bezahlte Arbeiter hierzulande die zu noch schlechteren Löhnen produzierten Fahrzeuge leisten können. Oder Kleidungsstücke. Nur – diese Unterschiede sind offenbar nicht von Dauer. Die rechtlosen Lohnsklaven in Bangladesch oder Afrika haben zunehmend weniger Lust, mit ihrem Leben für den Konsum in Deutschland zu bezahlen. Und die Möglichkeiten, Absatzmärkte im Ausland zu finden, insbesondere solche, die kein Problem damit haben, sich wegen des deutschen Exportüberschusses zu verschulden – neigt sich auch dem Ende entgegen. Funktioniert eine Zeitlang – aber nicht ewig.

Das heißt: eine sich immer weiter spreizende Ungleichheitsschere innerhalb einer Volkswirtschaft sorgt für Absatzprobleme der Wirtschaft, die eine Zeitlang durch eine internationale Ungleichheit zu reparieren versucht werden kann. In dem Maße, wie sich diese anderen Länder aber entweder selbst ungleicher entwickeln(= auch hier Käuferrückgang)  ODER die Ungleichheit zu reduzieren versuchen (=höhere Produktionskosten im Ausland), funktioniert das nicht mehr. Der Kapitalismus schneidet sich mit der Ungleichheitsschere selbst den Hals ab.

Hubschraubergeld?

Hubschraubergeld nun ist der Gedanke, nach den untauglichen Versuchen, durch Aufpumpen des Privatbankensystems mit ca. 80 Milliarden Euro monatlich (durch Draghis Quantitative Easing-Programme), die sich als nicht tauglich erwiesen haben, das Wachstum und die Inflation zu erhöhen, an der anderen Seite anzusetzen. Draghi wollte bisher die Verschuldung von Unternehmen und Privathaushalten erhöhen, indem er den Banken frisches Kapital in nahezu unbegrenztem Maße zur Verfügung stellte und sie gleichzeitig davon abbringen wollte (durch Negativzinsen), dieses Kapital zu horten. Haut nicht hin. Banken vergeben entweder nicht ausreichend Kredite – oder es werden (ein anderes Thema – Stichwort Dienstleistungs- und Digitalökonomie) nicht hinreichende Kredite nachgefragt. Unternehmen und Konsumenten haben wenig Lust, sich zu verschulden, nachdem ihnen jahrzehntelang gepredigt wurde, Schulden seien schlecht. Macht Sinn.

Dann also ein Strategiewechsel: Statt die Bürger zu verführen, Schulden zu machen, um den Konsum anzukurbeln, gibt man ihnen » Weiterlesen «

Negative Zinsen, Bargeldabschaffung, Digitalgeld und die Blaupause des Bankgeschäfts

April 4th, 2016 § 0 comments § permalink; Autor: Ulf Schmidt

Vorneweg: Banken sind sinnvolle, wahrscheinlich sogar notwendige Institutionen in allen Volkswirtschaften. Es geht also nicht darum, „die Banken“ als solche infrage zu stellen. Ebenso wenig geht es darum, aus faktisch vorliegenden Fällen von Fehlverhalten von Bankmitarbeitern die Schwierigkeiten im Banken- und letztlich Geldsystem auf „Gier“ Einzelner oder Vieler zurückzuführen, die in Banken arbeiten. Es geht um etwas Anderes, das meines Erachtens wichtiger ist. Das sich aber nur dann in den Blick bekommen lässt, wenn man die Verschiebungen in den Blick bekommt, die das Bankensystem in den letzten Jahrzehnten erlebt hat und die zu einem paradoxen, zirkulären Prozess führen, bei dem am Ende das ursprüngliche Bankgeschäft auf dem Kopf steht. » Weiterlesen «

Abbau der Sozialbürokratie – der blinde Fleck der Diskussion ums bedingungslose Grundeinkommen?

Januar 28th, 2016 § 0 comments § permalink; Autor: Ulf Schmidt

Das Konzept des Bedingungslosen Grundeinkommens scheint an der Zeit zu sein und verspricht, in näherer Zukunft nicht nur zunehmend öffentlich diskutiert zu werden, sondern auch steigende Wahrscheinlichkeit auf Realisierung zu bekommen: es heißt gelegentlich, die kürzlich bekannt gewordene geplante Initiative der Finnischen Regierung sei ein Schritt zum Grundeinkommen. In der Schweiz wird demnächst ein Volksentscheid mit dem (angeblichen) Ziel eines Grundeinkommens abgehalten werden. In Deutschland gibt es nicht nur wachsende Initiativen und Bewegungen, die auch in den vorhandenen politischen Institutionen Gehör und Befürworter finden. Sondern es melden sich auch einflussreiche Wirtschaftsvertreter zu Wort, (Telekom, Davos), die dem Konzept etwas abgewinnen können. Es soll hier außer acht bleiben, dass „Bedingungsloses Grundeinkommen“ ein ganzen Bündel von Konzepten (hier ein recht fundierter Überblick über einige Konzepte von Ronald Blaschke aus dem Jahr 2008) umfasst, die in ihrem Umfang, ihren Auswirkungen und Zielen extrem unterschiedlich sind: zwischen neoliberalem Sozialkahlschlag und emanzipatorischer Sozialutopie. Insgesamt und aufgrund der konzeptionellen Vielfalt bleibt das BGE deswegen umstritten. Ein Element, das aber geradezu bedingungslos von allen Modellen positiv angeführt würde, ist der damit (angeblich) mögliche (weitgehende) Abbau der sogenannten Sozialbürokratie. Also jener Verwaltung, die heute für die Bewilligung und Bescheidung der Anträge zuständig ist. Dieser Bestandteil der Utopie soll hier in den Blick genommen werden – weil die ausbleibende Diskussion, ob das wünschenswert ist, ein blinder Fleck ist, der weit weniger selbstverständlich auf Zustimmung hoffen kann, befasst man sich damit.

(Captatio Benevolentiae: Nicht alle Begriffe im folgenden Text sind scharf definiert, noch werden sie in einem strengen Sinne oder in Anlehnung an bestimmten wissenschaftlichen Sprachgebrauch verwendet. Das ist ein Manko. Aber ein hoffentlich akzeptables.)

Diese Sozialbürokratie ist zweifellos nicht nur ein Ärgernis für die Hilfebedürftigen. Sie ist durch die Maßnahmen der letzten Jahre zunehmend zu einer Kontroll- und Überwachungsinstitution umgebaut worden, die die Antragsteller und Leistungsberechtigten nicht unterstützt, sondern eher kujoniert bis an der Rand der Entwürdigung durch absurde „Mitwirkungspflichten“. Das mag nicht jeder glauben, insbesondere » Weiterlesen «

Maischberger gestern – oder mit der AfD in die Argument Clinic

Januar 28th, 2016 § Kommentare deaktiviert für Maischberger gestern – oder mit der AfD in die Argument Clinic § permalink; Autor: Ulf Schmidt

Der Ablauf der gestrigen Maischberger-Sendung „Tabupartei AfD – Deutschland auf dem Weg nach rechts?“ wurde von den Mony Pythons vor über 40 Jahren hellsichtig vorgespielt. Alle Beteiligten hielten sich an das Vorbild.

Ein Auszug aus dem Dialog, der die Situation hübsch zusammenfasst:

M: I came here for a good argument!
O: AH, no you didn’t, you came here for an argument!
M: An argument isn’t just contradiction.
O: Well! it CAN be!
M: No it can’t!
M: An argument is a connected series of statements intended to establish a proposition.
O: No it isn’t!
M: Yes it is! ‚tisn’t just contradiction.
O: Look, if I *argue* with you, I must take up a contrary position!
M: Yes but it isn’t just saying ’no it isn’t‘.
O: Yes it is!
M: No it isn’t!
O: Yes it is!
M: No it isn’t!
O: Yes it is!
M: No it ISN’T! Argument is an intellectual process. Contradiction is just the automatic gainsaying of anything the other person says.
O: It is NOT!
M: It is!
O: Not at all!
M: It is!
(The Arguer hits a bell on his desk and stops.)
O: Thank you, that’s it.
M: (stunned) What?
O: That’s it. Good morning.
M: But I was just getting interested!
O: I’m sorry, the five minutes is up. Quelle

Ich bin mir nicht sicher, ob der AfD und den Rechten auf diese Weise beizukommen ist. Anders: Ich bin eher sicher, dass diese Sketche der falsche Weg sind.

In jedem Falle: Ein echtes Postdrama, wenn die „Wirklichkeit“ die „Kunst“ derart präzise nachahmt.

Das Postdrama

Januar 22nd, 2016 § 0 comments § permalink; Autor: Ulf Schmidt

Immer wieder verwundern sich Gesprächspartner über den Namen dieser Seite. Fragen, ob das denn auf das „postdramatische Theater“ anspiele und das doch seltsam sei, weil postdramatisches Theater doch epochal nach (also zeitlich dahinter) isoliert geschriebenen und komplett und geschlossen aufgeführten Dramen situiert sei. Es also doch seltsam sei, dass jemand, der solche isoliert geschriebenen zusammenhängenden Texte (manchen nennen diese Texte gar „Dramen“) produziere, sich an diese gegenwärtige Theaterkonzeption anschließe. Da das ja doch gerade das Gegenteil sei und sich im Übrigen postdramatische Theatermacher für alles möglich interessieren – aber sicher nicht für isoliert geschriebene zusammenhängende „geschlossene“ Texte, die ja doch „Werke“ von „Autoren“ und damit eben das Gegenteil von usw. Und ob ich denn wohl „Werke“ … und „Autor“ … wo ich doch geschrieben habe, dass …

Das ist verständlich. Der Name dieser Webseite aber nimmt nicht Bezug auf postdramatisches Theater sondern auf das Postdrama. Anfangs war die Überlegung, den Begriff „posttheatrales Drama“ einzusetzen. Das war zu lang. Und blöd. Und so wurde es das Postdrama. Das ist kürzer. An dieser Stelle mögen wortwitzgeneigte Leser sämtliche Späße mit dem „Post“-Begriff durchkichern. Das Postdrama ist der Text, der nach dem Drama kommt, das es zugleich noch ist und nicht mehr ist. „Die alte Form des Dramas ermöglicht es nicht, die Welt so darzustellen, wie wir sie heute sehen.“ (Brecht) Das ist ein Schritt.

Man könnte verlangen, das für das Postdrama ein Manifest geschrieben werde. Ich mag keine Manifeste. Deswegen hier also » Weiterlesen «

Trailer zum Schalke-Oratorium „Kennst du den Mythos…?“

September 8th, 2015 § 0 comments § permalink; Autor: Ulf Schmidt

Schalke TV hat einen kleinen Film mit Proben-Impressionen und Interviews produziert für die Jubiläums-Show „Kennst du den Mythos …?„, für den ich die Ehre und das große Vergnügen hatte, das Libretto zu schreiben. Sehr aufregend, die eigenen Texte so vertont zu hören und performt zu sehen. Die Musik stammt von Dieter Falk und Heribert Feckler. Für die bildstarke Kinoatmosphäre zeichnet Jan Peter verantwortlich. Regie führt Michaela Dicu. Und als Dramaturgin eine tolle Ansprechpartnerin beim Schreiben war Anna Grundmeier vom Musiktheater im Revier.

Ich bin enorm gespannt, wie es den Fans in der Veltins-Arena am kommenden Freitag gefällt. Hier gehts zum Video: » Weiterlesen «

Die Deutsche Bank und wie sie die Zukunft der Arbeit sieht (spoiler: dystopisch)

Juli 9th, 2015 § 0 comments § permalink; Autor: Ulf Schmidt

Prognosen bleiben schwierig – insbesondere wenn die die Zukunft betreffen. Und sie erzählen zumeist mehr über die Zeit, in der sie entstehen, als über die nähere oder fernere Zukunft, über die sie zu erzählen sich vornehmen oder vorgeben. So vehement die eigene seherische Fähigkeit auch betont werden mag – die Wahrscheinlichkeit, auf empirischen Indizien begründet, ist doch vergleichsweise gering, dass diese Fähigkeit tatsächlich grundsätzlich und nachweislich diesem oder jenem Autoren zukommt, der darauf Anspruch erhebt. Das gilt natürlich in besonderem Maße für Autoren von Banken, die sich anschicken die gesellschaftliche Zukunft der nächsten Jahre vorherzusagen, dabei aber nicht einmal in der Lage sind, die Börsenkurse der nächsten Minuten (von bevorstehenden Finanzkrisen, Börsencrashs ganz zu schweigen) vorherzusagen.

Dennoch die Lektüre wert ist der Text über die Zukunftsassichten des sogenannten Arbeitsmarktes von der Deutschen Bank, genauer: Deutsche Bank Research, über den vor einigen Wochen bereits in der FAZ (hier) berichtet wurde und der nun online zu lesen ist. Der Verfasser » Weiterlesen «

Griechische Staatsschulden? – Peanuts!

Juli 3rd, 2015 § 0 comments § permalink; Autor: Ulf Schmidt

Eine kleine aktuelle Meldung im Griechenland-Newsblog SpON mag dazu veranlassen, die Dimension der Staatsschulden Griechenlands etwas anders zu betrachten. Es heißt bei Spon (hier; 03.07.2015; 12.30 Uhr):

Die Eskalation der Griechenland-Krise hat laut einer Ernst&Young-Studie weltweit binnen weniger Tage rund 300 Milliarden Dollar an Börsenwert vernichtet. Der Gesamtwert der 100 teuersten Aktiengesellschaften der Welt sank nach Berechnungen der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft vom 19. bis 30. Juni von 16,6 Billionen auf 16,3 Billionen US-Dollar.

Dieser Betrag von 300 Milliarden liegt nahe an den ca. 320 Milliarden Euro Staatsschulden Greichenlands. Und sieht neben dem Gesamtwert von 100 Unternehmen – über 16 Billionen – vergleichsweise mickrig aus. Man könnte nun also folgern: Ein sofortiger Schuldenerlass für Greichenland ist im Vergleich zu diesen Beträgen, die auf den Finanzmärkten im Spiel sind, fast vernachlässigbar. Er entspricht dem Buchwertverlust weniger Tage an den Börsen (der in Gesamtbetrachtung aller Aktienwerte, also nicht nur der betrachteten 100, um ein vielfaches höher wäre) – und dem Buchwertgewinn nach Ende der sogenannten Krise. Statt das Geld an der Börse zu verjuxen – hätte man damit die Finanzklemme Griechenlands lösen können. Es handelt sich schließlich auch nur um Buchgeld, dessen Verschwinden nicht mehr Spuren hinterlässt, als ein Atemzug im Sommerwind. Peanuts.

Hätte. Wenn – ja wenn nicht im Verlauf der letzten Jahre jene Investoren, die jetzt diese Buchwertverluste hinnehmen, von den öffentlichen Institutionen freigekauft worden wären. Die sogenannten Finanzmärkte hätte der Verlust von 300 Milliarden nicht weiter geschmerzt (von der einen oder anderen bilanziellen Verwerfung vielleicht abgesehen …). Sie hätten ein paar Tage gewartet und den Verlust durch Buchgewinne ihrer Aktien wieder kompenisert. Aber der schwäbischen Hausfrau und der schwarzen Null an ihrer Seite ist das natürlich nicht zu vermitteln.

Abschaffung des Bargelds II: Entmachtung des Bürgers

Juni 14th, 2015 § 1 comment § permalink; Autor: Ulf Schmidt

Im ersten Teil des Beitrags war geschildert worden, wie die bevorstehende Abschaffung des Bargelds die Bürger auf Gedeih und Verderb den Geschäftsbanken ausliefert. In diesem Teil soll nun gezeigt werden, dass die aktuell diskutierte Vorratsdatenspeicherung ein Witz gegen das ist, was mit der Bargeldabschaffung bevorsteht. Hellhörig dürfte dabei machen, dass „Experten“, die die Bargeldabschaffung fordern, insbesondere damit argumentieren, dass damit Kriminelle (insbes. Drogenhändler) und Steuerhinterzieher getroffen werden. (z.B. hier). » Weiterlesen «