Wir sind die Wirtschaft

Januar 12th, 2010 § Kommentare deaktiviert für Wir sind die Wirtschaft § permalink; Autor: Ulf Schmidt

Mit Luh­mann zu spre­chen: Stimmt es, dass die Wirt­schaft ein Sub­sys­tem der gesell­schaft ist — oder inzwi­schen die Gesell­schaft ein Sub­sys­tem der Wirt­schaft. Näm­lich der nicht-pro­duk­ti­ve zeit­li­che (Fei­er­abend, Ren­te, Krank­heit), mensch­li­che (Arbeits­lo­se, Rent­ner) usw. Über­schuss, der aus dem Gesamt­sys­tem Wirt­schaft her­aus­ragt wie das Bein eines Schla­fen­den aus dem Bett? Hat also das Sys­tem Wirt­schaft sich das Sys­tem Gesell­schaft ein­ver­leibt — und lässt nur noch ein Bein her­aus­hän­gen? Dann ist wie­der­um an Brecht ori­en­tiert die Fra­ge:

Wer aber ist die <Wirt­schaft>?
Sitzt sie in einem Haus mit Tele­fo­nen?
Sind ihre Gedan­ken geheim, ihre Ent­schlüs­se unbe­kannt?
Wer ist sie?

Wir sind sie.
Du und ich und ihr — wir alle.

Wenn es so ist, dass die Gesell­schaft ein Sub­sys­tem der Wirt­schaft ist, die Mit­glie­der des Sub­sys­tems Gesell­schaft zugleich Trä­ger des Sys­tems Wirt­schaft sind — dann führt die Ver­än­de­rung der Mit­glie­der der Gesell­schaft auch zu einer Ver­än­de­rung des Sys­tems Wirt­schaft.

Hm.

Oder nicht?

Die Fra­ge ist eben des­we­gen nicht irrele­vant, weil etwa die Ver­kür­zung der Ursa­chen der soge­nann­ten Finanz­kri­se auf die “Gier eini­ger Ban­ker” zu kurz greift. » Wei­ter­le­sen «

Interessante Zahlen: Springer Verlag

Januar 11th, 2010 § Kommentare deaktiviert für Interessante Zahlen: Springer Verlag § permalink; Autor: Ulf Schmidt

Umsatz­er­lö­se der Axel Sprin­ger AG aus der aktu­el­len Brand­Eins:

Zei­tun­gen natio­nal: -5,1 %

Zeit­schrif­ten­na­tio­nal: -7,9%

Print inter­na­tio­nal: -26,1%

Digi­ta­le Medi­en: +20,4%

Revo­lu­ti­on? Ich wür­de es so nen­nen.

Postdramatische Wochenendlektüre

Januar 10th, 2010 § Kommentare deaktiviert für Postdramatische Wochenendlektüre § permalink; Autor: Ulf Schmidt

Jenseits des Wachstums

Januar 9th, 2010 § 2 comments § permalink; Autor: Ulf Schmidt

Zuge­ge­be­ner­ma­ßen — hät­te mich jemand vor eini­gen Tagen gefragt, was ich von Mein­hard Mie­gel hal­te, hät­te ich ver­mut­lich ihn und Hans-Wer­ner Unsinn in einen Topf gewor­fen und behaup­tet, von sol­chen Hoch­not­gest­rig­kei­ten hiel­te ich nicht nur nichts son­dern stün­de ihnen dia­me­tral gegen­über. Nun bin ich zufäl­lig im TV (dass es das noch gibt …) beim Zap­pen (dass es das noch gibt) über Moni­tor (dass es das noch gibt) und einen inter­es­san­ten wirt­schafts­kri­ti­schen Bei­trag (dass es das noch gibt) gestol­pert (hier der Inhalt als PDF), in der sich Herr Mie­gel dar­über ver­brei­te­te, wie dümm­lich das Fest­hal­ten an der Wachs­tumsideo­lo­gie und dar­aus abge­lei­te­ten Wachs­tum­be­schleu­ni­gungs­ge­set­zen sein.

Hm.

Nun ist in Zei­ten wie den Gegen­wär­ti­gen nicht unbe­dingt erkenn­bar, wel­ches Inter­es­se dahin­ter steckt, zumal die Ver­tre­ter der “Initia­ti­ve Neue Sozia­le Markt­wirt­schaft” (und hier das kri­ti­sche INSM-Watch­blog)eher nicht zu den fort­schritt­lich und unkon­ven­tio­nell den­ken­den Zeit­ge­nos­sen zäh­len. Will er damit die Bür­ger dar­an gewö­nen, dass es kein Lohn-, Gehalts-, Ren­ten­stei­ge­run­gen mehr gibt? Dass alles schlech­ter wird für die, denen es sowie­so schon schlech­ter geht? Oder denkt da jemand tat­säch­lich nach? Dann bin ich über die­ses Inter­view in der FAZ (oha …) gestol­pert. Und noch etwas nach­hal­ti­ger irri­tiert.

Ich erlau­be mir, eini­ge Zita­te aus die­sem Inter­view:

Zur­zeit sind wir eine völ­lig durch­mo­ne­ta­ri­sier­te, auf Wachs­tum fokus­sier­te Gesell­schaft. Alles ande­re ist dem unter­ge­ord­net. Zum Teil hat das bei­na­he mani­sche Züge ange­nom­men, zum Bei­spiel wenn die Fami­li­en­mi­nis­te­rin sinn­ge­mäß erklärt, eine nach­hal­ti­ge Fami­li­en­po­li­tik stär­ke das wirt­schaft­li­che Wachs­tum und stei­ge­re die drin­gend benö­tig­ten » Wei­ter­le­sen «

Der Begriff des Politischen und das Theater

Januar 4th, 2010 § Kommentare deaktiviert für Der Begriff des Politischen und das Theater § permalink; Autor: Ulf Schmidt

Bevor der fal­sche Ein­druck auf­kommt, das Poli­ti­sche, von dem hier gele­gent­lich gefor­dert wird, dass es wie­der ins Thea­ter zurück­keh­ren sol­le, sei etwa die soge­nann­te Tages­ak­tua­li­tät hier ein Text von mir zu die­sem The­ma. Geschrie­ben fuer eine Mati­nee im Frank­fur­ter Auto­ren­thea­ter am 1.5.2009 und dort auch noch als Druck­schrift erhält­lich. Und hier zum Down­load: “Das­Po­li­ti­sche­Zu­ru­eck­In­s­Thea­ter

Bestandsaufnahmen des Unbeständigen

Januar 3rd, 2010 § Kommentare deaktiviert für Bestandsaufnahmen des Unbeständigen § permalink; Autor: Ulf Schmidt

Ges­tern abend hab ich mit mei­ner Schwes­ter tele­fo­niert und ver­such­te dar­zuele­gen, wie fun­da­men­tal der Wan­del der Lebens­ver­hält­nis­se momen­tan sei, auf den zu reagie­ren ich von Thea­tern erwar­te. Poli­ti­schen Wan­del, ver­än­der­te Arbeits­welt. Auf die Schnel­le woll­te mir kein kon­sis­ten­ter Vor­trag gelin­gen,  des­we­gen ver­such ichs jetzt in Ruhe:

Die digitale Vernetzung

Durch Face­bokk (nach Mit­glie­dern gezählt wäre Face­book inzwi­chen das viert­größ­te Land der Welt!), Twit­ter, Blogs, Com­mu­nities wer­den Macht­ver­hält­nis­se ver­än­dert. Die Men­schen schaf­fen sich freie Infor­ma­ti­ons- und Aus­tausch­we­ge, die sowohl staat­li­cher wie auch unter­neh­me­ri­scher Kon­trol­le nicht mehr völ­lig unter­lie­gen. Nie­mals in der Geschich­te was es bes­ser mög­lich, sich frei mit belie­big vie­len Men­schen aus­zu­tau­schen. Da die­ser Aus­tausch aber in einem unend­lich spei­cher­ba­ren Raum statt­fin­det, ent­ste­hen dar­aus zugleich mas­si­ve Bedro­hun­gen, die mit der Nut­zung und Aus­wer­tung die­ser Daten zu tun haben. Nie­mals war es näm­lich in glei­cher Wei­se wie heu­te mög­lich, durch auto­ma­ti­sier­te Ver­fah­ren Bezie­hungs-, Denk- und Bewe­gungs­pro­fi­le von Men­schen her­zu­stel­len. Eine gigan­ti­sche Uto­pie und zugleich eine rie­si­ge Bedro­hung. Dzu wur­de auf die­sem Blog schon eini­ges an Links ange­bo­ten. Nun noch hier die Fort­set­zung der Schirr­ma­cher-Debat­te: Absau­fen in der Infor­ma­ti­ons­flut. Lesens­wert. Beden­kens­wert. Und für alle, die es noch nicht ken­nen DAS Video zum The­ma Soci­al Media Revo­lu­ti­on.

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Netzdramaturgie — Netztheater

Januar 2nd, 2010 § 2 comments § permalink; Autor: Ulf Schmidt

Die Auf­spal­tung ein­zel­ner Rol­len ist für post­dra­ma­ti­sches Thea­ter gera­de­zu Rou­ti­ne gewor­den. Wie­vie­le Fausts gabs bei Schle­ef noch? Vier­zehn. Und 11 Gret­chen dazu — ver­mel­de­te sei­ner­zeit die ZEIT. Ich habs gese­hen und fands gran­di­os. Die Viel­heit des Divi­du­ums. Nun aber ist es Zeit für den protei­schen Gegen­zug, das Divi­dum, das sch jen­seits des ein­zel­nen Tex­tes in Viel­heit befin­det. Müss­te nicht also ein “Dar­stel­ler” am Abend gleich­zei­tig die Figur in mehe­re­ren Stü­cken sein? Müss­te also nicht am sel­ben Abend Anto­ni­us und Cleo­pa­tra, Troi­lus und Cres­si­da, Romeo und Julia gespielt wer­den. Mit der­sel­ben Beset­zung. Das wäre Post­dra­ma. Das wäre span­nend. Auch wen ich kei­ne Ahnung habe, wie das funk­tio­nie­ren könn­te.

Und weiter? Jahrespläne

Januar 2nd, 2010 § Kommentare deaktiviert für Und weiter? Jahrespläne § permalink; Autor: Ulf Schmidt

Auch jen­seits von Geschich­ten bleibt­die Fra­ge: wie wei­ter? Ver­zicht auf zeit­li­che Bin­ne­lo­gi­ken impli­zie­ren nicht den Ver­zicht auf Plan und Ent­wurf. Auf: und wie nun wei­ter? Am Jah­res­an­fang die Fra­ge der Fra­gen. Den neu­en Text, den Dachs wei­ter. Seit einem hal­ben Jahr nahe­zu nichts mehr dar­an gemacht. Neu­en Arbeits­platz mit zwei Bild­schir­men ein­ge­rich­tet, um in gan­zer Brei­te schrei­ben zu kön­nen. A2 oder A1. Ein Plot­ter muss auch noch her.

Der Dachs ist an der Zeit — möge die Zeit nicht zu schnell ver­flie­gen. Der Dachs­platz:

Under construction

Januar 1st, 2010 § Kommentare deaktiviert für Under construction § permalink; Autor: Ulf Schmidt

Die Pos­tings und Bei­trä­ge in die­sem Blog ten­die­ren dazu, viel­leicht etwas wirr zu erschei­nen. Das liegt dar­an, dass sie teil­wei­se etwas wirr sind. Hier klärt sich alles erst im Fort­gan­ge. Die Gedan­ken ver­fer­ti­gen sich im Akt des Schrei­bens. All­mäh­lich oder sprung­haft. Wenn sie sich geklärt haben wer­den, wird die­ses Blog been­det sein.

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