Die Finanzmärkte sind die eigentliche Piratenpartei #MediaDivina

April 9th, 2013 § Kommentare deaktiviert für Die Finanzmärkte sind die eigentliche Piratenpartei #MediaDivina § permalink; Autor: Ulf Schmidt

Im Pos­ting zur Funk­ti­on des Wet­ter­be­richts für das Fern­se­hen hat­te ich damit geschlos­sen, dass das Bör­sen­ge­sche­hen inzwi­schen funk­tio­nal die Posi­ti­on des Wet­ter­be­richts über­nimmt. Denkt man das kon­se­quent wei­ter, zeigt sich noch etwas ande­res Inter­es­san­tes.

Wäh­ren die Pira­ten noch dar­über dis­ku­tie­ren, wie Par­ti­zi­pa­ti­on am bes­ten orga­ni­siert wer­den, wie Men­schen ein­ge­bun­den wer­den kön­nen und wie aus den hete­ro­ge­nen Mei­nun­gen der Vie­len ein­fa­che Resul­ta­te, die als Hand­lungs­grund­la­ge die­nen, destil­liert wer­den kön­nen, wäh­rend also die Pira­ten noch reden und dabei dar­über reden, wie man am bes­ten mit­ein­an­der redet – han­deln die Finanz­märk­te. Par­ti­zi­pa­tiv. Mit unglaub­lich (zer­stö­re­ri­scher) poli­ti­scher Macht, die sich aktu­ell gar kon­kre­ti­siert in der Ableh­nung der Demo­kra­tie auf einem » Wei­ter­le­sen «

Das Mysterium der Wettervorhersage #MediaDivina

April 7th, 2013 § 1 comment § permalink; Autor: Ulf Schmidt

Jeden Abend um acht schnei­en die Licht­ge­stal­ten auf den Hei­li­gen­schrein im Wohn­zim­mer, um als Boten der umge­kehr­ten Mis­si­on die schlech­te Nach­richt zu ver­kün­den. Alles ist immer neu, anders, auf­re­gend, skan­da­lös. Bis auf eines, das Ver­än­der­li­che selbst, das am Ende der Nach­rich­ten erscheint. Jene Nach­richt, die nicht aus der Fer­ne kommt, son­dern das Nächs­te ist. Das Nächs­te am nächs­ten Tag, das­je­ni­ge, was jen­seits aller ver­stan­des­ge­mä­ßen Inter­es­sen am Welt­ge­sche­hen auf den Leib rückt, den ver­geis­tig­ten oder ent­geis­ter­ten Nach­rich­ten­se­her wie­der aufs einen Kör­per zurück­wirft, jenes schwit­zen­de oder frie­ren­de Bün­del, das jetzt gera­de in amor­pher Gemüt­lich­keit auf der Couch oder im Ses­sel hockt. Es ist das­je­ni­ge, was die Ver­bin­dung schafft zwi­schen dem Jen­seits der Nach­rich­ten­welt und dem Dies­seits des Zuschau­ers. Zugleich die Ver­bin­dung schafft zwi­schen dem hyper­mo­der­nen Medi­en­kon­su­men­ten und dem Stein­zeit­men­schen, der besorgt aus der Höh­le schaut und die Göt­ter anfleht – um gutes Wet­ter.
Erst wenn wir jenes Mys­te­ri­um ver­stan­den haben, das der Fern­seh­wet­ter­be­richt ist, wenn er also erst zum Mys­te­ri­um und Rät­sel wur­de durch des­sen Durch­gang das Ver­ste­hen zu ver­ste­hen beginnt, kön­nen wir einen Aus­blick dar­auf » Wei­ter­le­sen «

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