Beyond Augmented Reality — Die Welt wird virtuell.

Oktober 10th, 2010 § 6 comments Autor: Ulf Schmidt

Von einem der ver­mut­lich wirk­lich genia­len Tech­ni­ker der Gegen­wart, Pra­nav Mistry vom M.I.T, vor­ge­stell­te Tech­no­lo­gi­en namens Sixth Sen­se — mit gegen­wär­tig exis­tie­ren­den Mit­teln rea­li­siert. Tech­nik-Kos­ten ca. 350 Dol­lar. Ein wenig Kle­be­band — und schon gibt es eine Kom­bi­na­ti­on aus Han­dy­ka­me­ra, Pro­jek­tor und Ges­ten­er­ken­nung, die in die umge­ben­de Gegen­wart ganz ohne AR-Bril­le Infor­ma­tio­nen pro­ji­ziert, die sich wie­der­um mit den Fin­gern steu­ern und mani­pu­lie­ren las­sen.

Wer jetzt noch atmen kann, möge hier wei­ter sehen:

§ 6 Responses to Beyond Augmented Reality — Die Welt wird virtuell."

  • […] zwei Video­clips bei Post­dra­ma­ti­ker sind atem­be­rau­bend inter­es­sant und span­nend zu sehen. Was braucht es mehr um zu zei­gen, wie […]

  • kusanowsky sagt:

    Kom­men­tiert doch Sig­gi auf mei­nem Blog: “Da wür­de ich mir auch von ähem amtie­ren­den Sozio­lo­gen etwas mehr Infor­miert­heit über die denk­ba­ren Sze­na­ri­en wün­schen und nicht eine eupho­ri­sche Bespre­chung von Tech­no­lo­gi­en die min­des­tens 2 Jah­re alt sind (six sen­se). Thats histo­ry…”

    http://differentia.wordpress.com/2010/10/12/uberlegungen-zur-verschiebbarkeit-von-selektionsroutinen/#comment-553

  • kusanowsky sagt:

    „Heu­te leben wir im Ima­gi­nä­ren des Bild­schirms, des Inter­face und der Ver­viel­fäl­ti­gung, der Kom­mu­ni­ka­ti­on und Ver­net­zung. Alle unse­re Maschi­nen sind Bild­schir­me, wir sel­ber sind Bild­schir­me gewor­den und das Ver­hält­nis der Men­schen zuein­an­der ist das von Bild­schir­men gewor­den.“
    Jean Baudril­lard

  • Postdramatiker sagt:

    @kusanowksy — zumeist beju­be­le ich sogar noch älte­re din­ge. alter ist kein ein­wand. ich hof­fe, mit “amtie­ren­dem sozio­lo­gen” bin nicht etwa ich gemeint …
    “denk­ba­re sze­na­ri­en” — wel­che?

    Baudril­lard hal­te ich für sub­kom­plex, weil m.E. die Unter­schei­dung zwi­schen “wah­rer” bzw. wahr­nehm­bar-phy­si­scher Welt und Simu­la­k­ren, Simu­la­tio­nen usw. zumin­dest argu­men­ta­ti­ons­stra­te­gisch noch mit­ge­schleift wird. Grei­fen wir auf das letz­tens ange­schnit­te­ne The­ma der Sin­nes­täu­schun­gen, die kei­ne Sin­nes- son­dern Urteilsirr­tü­mer zurück, bezie­hen die in der Wahr­neh­mung bereits inbe­grif­fe­ne Inter­pre­ta­ti­on (die viel­leicht trug­schlüs­sig ist), mit ein und erwei­tern den Wahr­neh­mungs­raum auf die Phan­tas­men und Träu­me, wird die­se Schei­dung recht schnell pro­ble­ma­tisch. “Die Wahr­neh­mung” oder die “wahr­nehm­ba­re Welt” war eben nie bloß Wahr­neh­mung. Die Schei­dung ein­ge­führt zu haben, war ein — zwar schon jahr­tau­send­al­ter — kapi­ta­ler Bock, den die Phi­lo­so­phie geschos­sen hat.
    Ich wür­de sagen, dass Wahr­neh­mungs­ge­wohn­hei­ten durch solch­ge Tech­no­lo­gi­en umge­wor­fen bzw. mit neu­en Mög­lich­kei­ten erwei­tert wer­den. Weder die Ubahn­wand ist etwas Nie­da­ge­we­se­nes, noch die Pro­jek­ti­ons­tech­no­lo­gie, noch die vor­han­de­nen Infor­ma­tio­nen. Es wird ledig­lich in der Wahr­neh­mung der Ubahn­wand eine Ver­än­de­rung dadurch geschaf­fen, dass hier plötz­lich Pro­jek­tio­nen statt­fin­den, deren Ope­ra­tor “ich” sein kann. Von der Infor­ma­ti­ons­sei­te betrach­tet “nur” ein neu­es Aus­ga­be­me­di­um. Und eine neue Bedie­nung. Aber das Mobil­te­le­fon ist auch “nur” ein Tele­fon, das ich in der Ubahn benut­zen kann — und ver­än­dert die Gesell­schaft und das gesell­schaft­li­che Mit­ein­an­der unge­mein.
    Ich beju­be­le es? Ja, aus einer Begeis­te­rung für Neu­es her­aus. Sehe ich die mög­li­chen Sze­na­ri­en? Nicht ein­mal ansatz­wei­se. Viel­leicht in zwei Jah­ren. Viiel­leicht fällt Sig­gi dazu schnel­ler was ein.

  • Simulant sagt:

    “Aber das Mobil­te­le­fon ist auch “nur” ein Tele­fon, das ich in der Ubahn benut­zen kann – und ver­än­dert die Gesell­schaft und das gesell­schaft­li­che Mit­ein­an­der unge­mein.”

    “Am Anfang muß es ja doch irgend­ei­nen Tele­phon­coup gege­ben haben. Vor der Tat oder der Rede, das Tele­phon. Im Anfang war das Tele­fon.” (Der­ri­da, Ulys­ses Gram­mo­phon. Zwei Deut für Joy­ce, S.62f.)

  • Postdramatiker sagt:

    @ Simu­lant — jaja, die Fern­spre­cher. Die fer­ne Stim­me. Der unbe­kann­te, unbe­sun­ge­ne Held Tele­phos. Licht und Stim­me, phôs und phônê. Das Stim­men­hö­ren. ang­ge­loi am Tele­fon. Muss den Ulys­ses Gram­mo­phon mal lesen. Ist mir kom­plett ent­gan­gen.

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