Postdramatiker-Interview im aktuellen Magazin des Deutschen Theaters Berlin

April 9th, 2012 § 0 comments § permalink; Autor: Ulf Schmidt

Im Anschluss an die Blackfacing-Debatte und meinen Artikel “Das Politische im Ästhetischen” auf nachtkritik bzw. hier im Blog, hat mich Sonja Anders, Chefdramaturgin am Deutschen Theater Berlin, per Email-Interview noch einmal zu der Debatte selbst und zur Veränderung des Theaters durch das Netz, den Übergang von der Massenmediengesellschaft zur Netzgesellschaft befragt. Hier gibts das Interview als PDF-Download

Spielzeitstart – Ein paar nicht einmal mehr wütende Gedanken dazu

Oktober 5th, 2011 § 0 comments § permalink; Autor: Ulf Schmidt

Es ist ruhig geworden hier auf dem Blog. Das hat vordergründig damit zu tun, dass ich ziemlich beschäftigt bin mit Dingen, die wenig mit Theater, dafür mehr mit der Finanzierung des allgemeinen Lebensbedarfs zu tun haben. Eigentlich aber komme ich beim Nachdenken darüber, warum mir auch die Motivation fehlt, das eine oder andere, was halb geschrieben oder noch ganz im Kopf ist, zu verfertigen und zu posten zu einer (mich selbst)) ziemlich deprimierenden Folgerung.

Was es so um und über Theater zu lesen und zu hören gibt, interessiert mich nicht. Gar nicht. Es reicht nicht einmal hin, mich darüber aufzuregen, mich damit auseinander zu setzen, oder Anderes vorzustellen oder zu fordern.

Die Spielzeiteröffnungen und Vorblicke sind von einer solchen Belanglosigkeit und ermüdenden Arroganz, die Berichte darüber von solcher pflichterfüllenden Abarbeitung geprägt, dass ich nicht weiß, was überhaupt am Theater mir eine Vision geben könnte, die mich nicht nur in Aktuelles zöge, sondern mir eine Vorstellung davon gibt, warum ich mich längerfristig damit beschäftigen sollte. Woran liegt das?

Spielzeitvorschauen

In dem wider besseres Wissen und zur Unfreude zukünftiger Umzugshelfer erworbenen Jahrbuch Theater Heute findet sich zweierlei Ernüchterndes wenn nicht Abstoßendes:

  1. Ein paar Leute wurden dazu aufgefordert, sich rund um den Begriff der Wut aufzupumpen. Hübsch ausgedacht. Ohne Erfolg. Es will nicht so recht Wut werden. Man merkt den Beiträgen die an den Haaren herbeigezogene Aufregung an, schlechte Schauschreiberei. Wut? Worüber? Dies oder jenes. Aber für mehr als ein paar Zeilen reicht die Wut nicht. „Sag mal was Wütendes – und dann leg dich wieder hin“.
  2. Traditionell schalten die Häuser hier ihre 1/1 Anzeigen. Traditionell stehen da die Produktionen, die übers Jahr geplant sind. War ja schon immer so. Kann also weiter so gehen. Oder nicht? Reicht es in einer Zeit galoppierenden Relevanzverlusts der Theater noch aus, einfach runterzuschreiben, was gespielt wird und einen Junggrafiker an eine möglichst schräge Gestaltung zu hocken? Die die Unlesbarkeit möglichst auf ganz neue Ebenen hebt? Wofür stehen diese Theater? Warum soll das, was da aufgelistet wird, angesehen oder besucht werden? Sich am Klempnersortimentskatalog für Badarmaturen zu orientieren, die sich erschöpft in der Auflistung der verfügbaren Produkte, setzt voraus, dass » Read the rest of this entry «

Sehr Lesenswert: O.Garofalos Masterarbeit über „Sich Gesellschaft leisten“ (Download)

Januar 5th, 2011 § 0 comments § permalink; Autor: Ulf Schmidt

Eine sehr spannende Erfahrung, eine wissenschaftliche Arbeit über sich selbst bzw. über einen eigenen Text zu lesen. Insbesondere eine so schlaue und reflektierte wie die Masterarbeit von Olivier Garofalo „Der regulierte Mensch in Ulf Schmidts Theatertext sich Gesellschaft leisten“. Die Arbeit ist als Masterarbeit am germanistischen Lehrstuhl von Franziska Schüßler an der Uni Trier entstanden. Dort war ja im Rahmen des Festivals Maximierung Mensch Sich Gesellschaft leisten (teil)uraufgeführt und zum Gegenstand der wissenschaftlichen Diskussion bei der Tagung geworden.

Garofalo konzentriert sich auf die regulierenden Prinzipien in Sich Gesellschaft leisten und nutzt Foucault als Optik für die Betrachtung des Textes. Das funktioniert imho ziemlich gut. Die Arbeit legt die unterschiedlichen Dimensionen der Regulierung und der Verschnürung der Personen in Vertragsgeflechten frei und spürt ihnen präzise nach.

Ich will gar nicht erst versuchen, den Inhalt der Arbeit zusammenzufassen. Olivier Garofalo hat mir erlaubt, seine Arbeit hier zu verlinken und zum Download frei anzubieten. Dafür herzlichen Dank. Und ich kann die Lektüre nachdrücklich empfehlen. Es sind viele Gedanken und Referenzen darin, derer ich mir gar nicht bewusst war bzw. auf die ich erst im Nachhinein reflektieren kann. Hier kann der Text heruntergeladen werden.

Falls ein Theater hier mitliest, das einen cleveren und engagierten Dramaturgen sucht: Garofalo ist jetzt mit dem Studium fertig ….! Ich stelle gerne einen Kontakt her!

Sich Gesellschaft leisten in Trier mit Kritiken

Juni 11th, 2010 § Kommentare deaktiviert § permalink; Autor: Ulf Schmidt

So, zurück aus Trier. Tolle Tage, tolle Leute getroffen und enorm viel Inspirierendes mitgenommen. Neben Marx’s Geburtshaus auch das Theater, Intendant Weber, Chefdramaturg Petrer Oppermann, die Kollegin Sibylle Dudek, eine muntere Podiumsdiskussion mit u.a. Peter Spuhler, Markus Dietze, Prof. Dr. Franziska Schößler, Barbara Wendland, Tilman Gersch. Und natürlich eine wunderbare Uraufführung mit klasse SchauspielerINNen! Geschafft bin ich auch.

Und nun – was schreibt die Kritik?

Der Trierische Volksfreund fands “bärenstark”. In der rasant und sehr positiv geschriebenen Kritk (hier) heißt es unter anderem: » Read the rest of this entry «

Sich Gesellschaft leisten – Nachtrag

Juni 11th, 2010 § Kommentare deaktiviert § permalink; Autor: Ulf Schmidt

Leider hat WordPress das Video von hunderttausend.de (hier) zerschossen inklusive aller Links zu den Vorankündigungen. Deswegen (auch um interessierten potentiellen Besuchern einen schönen Vorgucker zubieten), hier nochmal das Video:

Und ich werde in den nächsten Tagen noch eine kleine Nachbetrachtung zur letzten Woche (evtl mit einigen Bildern) bieten.

Sich Gesellschaft leisten – Uraufführung in Trier am 8.6.2010 (updated)

Mai 26th, 2010 § Kommentare deaktiviert § permalink; Autor: Ulf Schmidt

Bankentribunaltribunaletribunal

April 15th, 2010 § Kommentare deaktiviert § permalink; Autor: Ulf Schmidt

Posting, da sehr lang, hier als PDF

Vorab: Ich habe das Bankentribunal von attac am Samstag einige Stunden lang online verfolgt sowie am Sonntag die letzte halbe Stunde gesehen. Freitag nicht.

Auch vorab: Ich halte das Bankentribunal für eine Sternstunde der Demokratie und (mir sehr wichtig und zum ersteren unmittelbar gehörig) des Theaters. Obwohl es vermutlich letztlich gescheitert ist.

Nochmal vorab: Ich hab mir Zeit gelassen mit diesem Posting – weil ich zunächst restlos begeistert war, dann in verschiedenen Tribunalen, die in Online- und Offline-Publikationen über das Tribunal veranstaltet wurden, doch einiges Bedenkenswertes fand, das ich halb bewusst verdrängt hatte, nun aber würdigen wollte, weil viel von der Kritik zutraf.

Auf Nachtkritik folgte einer eher negativen Kritik von Esther Slevogt (hier) eine zeitweise heftige Debatte, insbesondere über theatrale Formen sowie Formen politischen Widerstandes. Ein richterloses Tribunal von Anklägern und Verteidigern des Tribunals also. Taz, Spiegel und andere Publikationen zeigten sich eher enttäuscht, Wolfgang Lieb von den nachdenkseiten – Eröffnungsredner und Mitveranstalter – zeigt sich wiederum enttäuscht von Kritiken (hier inkl. Einer Presseschau). Mein Paradox: Ich kann fast alles unterschreiben, was die Kritiker vorbringen – und komme dennoch zu einer anderen Schlussfolgerung.

„Tribunal“ ist offenbar zu hoch gegriffen, weder formal noch inhaltlich wurde die Veranstaltung dem (in selbstzitierter Russelscher Tradition) gerecht. Ankläger » Read the rest of this entry «

Sich Gesellschaft leisten: Die Süddeutsche fands fesselnd!

März 2nd, 2010 § Kommentare deaktiviert § permalink; Autor: Ulf Schmidt

Die Krikerin Petra Hallmayer fand den Abend spannend und die Ausschnitte aus “Sich Gesellschaft leisten”  fesselnd! Das freut mich extrem. Kanns kaum erwarten, Frank Campois Arbeit zu sehen! Hier gehts zur Kritik.

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