Thesen zum Theater: Veröffentlichung des Privaten. Annäherung des Fernen. Das Innere äußern.

August 24th, 2010 § Kommentare deaktiviert § permalink; Autor: Ulf Schmidt

{Vorbemerkung: In der Kategorie “Thesen zum Theater” sollen in diesem Blog Gedanken auf Tragfähigkeit getestet und zur Kritik und Überarbeitung gestellt werden. Jede These bleibt vorläufig. Wie auch diese Bemerkung.}

Dass das Theater der Raum des “Sozialen”sei, gelegen zwischen dem Öffentlichen und dem Privaten, war letztens hier und hier im Blog als These aufgestellt worden. Das Soziale war dabei als der Bereich des sozialen Systems vorläufig bestimmt worden – was sich angesichts der Überlegungen zum Verhältnis von privat/öffentlich im Zusammenhang mit Google Streetview noch ein Stück weiter präzisieren lässt.

Das Soziale als Veröffentlichung des Privaten

Insbesondere in der Dramengeschichte der letzten Jahrhunderte spielte Theater häufig (aus dem Bauch heraus würde ich sagen: in bestimmten Epochen nahezu ausschließlich) in “Privaträumen”. Seien es die Herrscher- und Adligengemächer der Shakespeare’schen Könige, die Paläste Racines oder auch die Wohnräume bürgerlicher Trauerspiele. Theater ver-öffentlicht Räume, die weitestgehend “privat” in dem Sinne waren, dass das Publikum dort nicht hinein konnte. Und innerhalb dieser veröffentlichten Privaträume entspann sich das dramaturgische System der Socialitäten, der Beziehungen untereinander, die Verschiebungen von Konstellationen, der Wissensüberschuss oder -mangel bei Beteiligten. Das durch die Rampe getrennte, ggf. sogar ins Dunkel des Zuschauerraums getauchte Publikum war in die Rolle des “privaten” Voyeurs gewiesen und hatte das “Recht auf Einsicht” in das (allerdings fiktive) Private. Eine Form von “Big Brother” – nur eben unter den Regularien des Systems. Denn mit Kant wäre zu sagen, dass Theater dabei die transzendentale Ästhetik der praktischen Vernunft sowohl » Read the rest of this entry «

Thesen zum Theater: Theater ist das soziale System (Reformuliert)

Juli 28th, 2010 § 1 comment § permalink; Autor: Ulf Schmidt

{Vorbemerkung: In der Kategorie “Thesen zum Theater” sollen in diesem Blog Gedanken auf Tragfähigkeit getestet und zur Kritik und Überarbeitung gestellt werden. Jede These bleibt vorläufig. Wie auch diese Bemerkung.}

Da der letze Versuch zur Definition des Theaters als “das Soziale” noch nicht befriedigend war, ein neuer Versuch. Diesmal herkommend aus einer zu lange zurückliegenden Luhmann-Lektüre. Ausgehend wiederum von der Unterscheidung zwischen “privat” und “öffentlich” kann der gesuchte Zwischenbereich zutreffender als Bereich des Systems oder der Systeme umschrieben werden im Sinne Luhmanns. Vielleicht im Kurzschluss als der Bereich der Gesellschaft, die weder öffentlich noch privat im zuletzt » Read the rest of this entry «

Thesen zum Theater: Theater ist das Soziale (erster Versuch)

Juli 26th, 2010 § Kommentare deaktiviert § permalink; Autor: Ulf Schmidt

{Vorbemerkung: In der Kategorie “Thesen zum Theater” sollen in diesem Blog Gedanken auf Tragfähigkeit getestet und zur Kritik und Überarbeitung gestellt werden. Jede These bleibt vorläufig. Wie auch diese Bemerkung.}

Üblicherweise wird das Öffentliche dem Privaten entgegengesetzt und als ausschließende Opposition verstanden. Das Private als das Nicht-Öffentliche, das Öffentliche als das Nicht-Private.. Wikipedia dazu:

Privat (von lat. privatus, PPP von privare, „abgesondert, beraubt, getrennt“, privatum, „das Eigene“ und privus, „für sich bestehend“) bezeichnet Gegenstände, Bereiche und Angelegenheiten, die nicht mehr der Allgemeinheit gehören bzw. offenstehen, sondern nur einer einzelnen Person oder einer eingegrenzten Gruppe von Personen, die untereinander in einem intimen bzw. einem Vertrauensverhältnis stehen. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird privat meist als Gegensatz von “öffentlich” gebraucht.

Privatheit ist die Beraubung des/vom Öffentlichen. Öffentlichkeit hingegen ist: » Read the rest of this entry «

Projekt: Thesen zum Theater

Juli 24th, 2010 § 6 comments § permalink; Autor: Ulf Schmidt

Das Blog gibt einen wunderbaren Rahmen ab, um Halbgedachtes zur Diskussion zu stellen, umzudenken, neu zu denken, umzuschreiben und anders zu formulieren. Daraus mögen vielleicht ein paar abschließende Gedanken entstehen, die sich zu Thesen zusammenfassen lassen. Nicht für Kirchentüren. Fürs Nachdenken: To be continued.

Das Kommentieren im Blog muss dagegen – der Premierenkritik gleich, die auch über alle der Kritik zeitlich nachfolgenden Aufführungen gültig bleiben will – jederzeit darauf insistieren, dass das Posting ein Dokument ist und bleibt, sodaß auch nach Veröffentlichung des Kommentars das Kommentierte sich noch so verhält, wie es vor dem Verfassen des Kommentares sich darstellte. Es behandelt das Unfertige als Vorliegend. Es behandelt die Pause als Ende des Prozesses. Als wäre auch der Kommentator unter jedem Artikel und in jedem Kommentar derselbe, wenn er unter dem selben Namen auftritt, immer ein anderer, wenn verschiedene Namen aufträten.

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