Die Finanzmärkte sind die eigentliche Piratenpartei #MediaDivina

April 9th, 2013 § Kommentare deaktiviert für Die Finanzmärkte sind die eigentliche Piratenpartei #MediaDivina § permalink; Autor: Ulf Schmidt

Im Pos­ting zur Funk­ti­on des Wet­ter­be­richts für das Fern­se­hen hat­te ich damit geschlos­sen, dass das Bör­sen­ge­sche­hen inzwi­schen funk­tio­nal die Posi­ti­on des Wet­ter­be­richts über­nimmt. Denkt man das kon­se­quent wei­ter, zeigt sich noch etwas ande­res Inter­es­san­tes.

Wäh­ren die Pira­ten noch dar­über dis­ku­tie­ren, wie Par­ti­zi­pa­ti­on am bes­ten orga­ni­siert wer­den, wie Men­schen ein­ge­bun­den wer­den kön­nen und wie aus den hete­ro­ge­nen Mei­nun­gen der Vie­len ein­fa­che Resul­ta­te, die als Hand­lungs­grund­la­ge die­nen, destil­liert wer­den kön­nen, wäh­rend also die Pira­ten noch reden und dabei dar­über reden, wie man am bes­ten mit­ein­an­der redet – han­deln die Finanz­märk­te. Par­ti­zi­pa­tiv. Mit unglaub­lich (zer­stö­re­ri­scher) poli­ti­scher Macht, die sich aktu­ell gar kon­kre­ti­siert in der Ableh­nung der Demo­kra­tie auf einem » Wei­ter­le­sen «

Die Girofalle — Spiegel Online streift das Problem (re-post von schuldundschein.de)

März 26th, 2013 § Kommentare deaktiviert für Die Girofalle — Spiegel Online streift das Problem (re-post von schuldundschein.de) § permalink; Autor: Ulf Schmidt

In eine heu­te auf Spie­gel Online im Nach­gang der Zypern­kri­se erschie­nen Arti­kel wird das fun­da­men­ta­le Pro­blem gestreift, vor dem sich die Zyprio­ten jetzt und in den nächs­ten Tagen sehen, und das in Zukunft noch zu hef­ti­gen Ver­wer­fun­gen füh­ren wird. Es heißt dort im Arti­kel von Ste­fan Kai­ser:

Unser Erspar­tes ist eine ziem­lich flüch­ti­ge Sache. Das geht schon damit los, dass man es nor­ma­ler­wei­se nicht in der Hand hal­ten kann. Allein in den 17 Län­dern der Euro-Zone sind gut zehn Bil­lio­nen Euro im Umlauf — aber nur rund ein Zehn­tel davon in Schei­nen und Mün­zen. Der Rest ist digi­ta­les Geld, das aus­schließ­lich auf Com­pu­ter­bild­schir­men exis­tiert. Es liegt in der Regel auf Kon­ten bei Ban­ken. Und wenn man es bar abhe­ben möch­te, kann es im schlimms­ten Fall pas­sie­ren, dass man es nicht bekommt. (Quel­le)

Er fährt eher kur­so­risch mit der Beob­ach­tung fort, dass die Abhe­bung mit dem Ziel, phy­si­sche Bank­no­ten in die Hand zu bekom­men, natür­lich auch der Weis­heit letz­ter Schluss nicht ist, da das phy­si­sche “Bar­geld” — also Mün­zen und Schei­ne — eben­so flüch­tig ist, da es nach der Auf­he­bung des Gold­stan­dards kei­ne ande­re Deckung mehr hat als das Ver­trau­en derer, die es ver­wen­den. Wie aller­dings auch das Gold — wenn es denn den Gold­stan­dard noch oder wie­der gäbe — nicht viel wei­ter führ­te, da auch die­ses zu einem Kurs akzep­tiert wer­den müss­te und, wie Kasi­er schreibt, nicht geges­sen wer­den kann.

Man könn­te nun sagen: jaja, alt­be­kannt. Denn einen wesent­li­chen Punkt beschreibt (oder sieht) Kai­ser nicht: Wenn in den letz­ten Tagen die Rede von den “Spa­rern” war, die durch die Ret­tungs­be­schlüs­se mehr oder weni­ger stark ent­eig­net wer­den sol­len, so ist die­se Beschrei­bung unscharf. Auf den Ban­ken liegt nicht nur das, was klas­si­scher­wei­se als Spar­geld bezeich­net wer­den kann, also Geld, das “über­schüs­sig” ist und des­we­gen zum Zwe­cke der Auf­be­wah­rung oder der Wert­stei­ge­rung durch Zin­sen » Wei­ter­le­sen «

Das Zypern-Experiment — und die Girofalle

März 18th, 2013 § Kommentare deaktiviert für Das Zypern-Experiment — und die Girofalle § permalink; Autor: Ulf Schmidt

Zunächst klingt es ganz ein­fach — aber auch das schon bedroh­lich: Zypri­sche Spa­rer sol­len von ihrem Gut­ha­ben zwi­schen 6,75% (unter 100.000 Euro Gut­ha­ben) und 9,9% abge­ben als Bei­trag zur Lösung der loka­len Finanz­kri­se. (Mehr auf Spon). Das ist natür­lich ein Expe­ri­ment, das durch­aus zu erwar­ten war. Die­ses heißt: Was geschieht, wenn tat­säch­lich nicht nur insti­tu­tio­nel­le Inves­to­ren und Anle­ger (wie sei­ner­zeit in Grie­chen­land) bei einem Schul­den­schnitt blu­ten müs­sen, son­dern die Bür­ger jeder Ein­kom­mens- und Ver­mö­gens­schicht?

Zypern ist der geeig­nets­te Kan­di­dat für ein sol­ches Expe­ri­ment, weil Bevöl­ke­rungs­zahl und Wirt­schafts­leis­tung in der Euro­zo­ne über­schau­bar sind. Das heißt: Ver­mut­lich sind auch die Schä­den bei einem Miss­lin­gen beherrsch­bar. Was heißt hier “Miss­lin­gen”?

Dass nah Wie­der­eröff­nung der Ban­ken in den nächs­ten Tagen die Zyprio­ten und alle ande­ren Besit­zer von Ein­la­gen auf zyprio­ti­schen Ban­ken doch noch ihr (inzwi­schen redu­zier­tes) Ein­la­ge­ka­pi­tal abhe­ben, weg­über­wei­sen, aus Zypern abzie­hen. Dann stür­zen die zyprio­ti­schen Ban­ken zusam­men, was teu­er wird, aber ver­mut­lich für die EU noch rett­bar. Dafür ist Zypern eben klein genug — anders sähe das aus, wür­den etwa Spa­ni­en, Ita­li­en oder Frank­reich die­sen Schritt gehen und die ent­spre­chen­den Fol­gen ein­tre­ten. Die Zyprio­ten blu­ten auf Pro­be.

Denn wenn es in Zypern gelingt, sich die Stim­mung schnell beru­higt, darf über den media­len Gewöh­nungs­ef­fekt davon aus­ge­gan­gen wer­den, dass nun­mehr an den Gedan­ken und an den Pro­zess gewöhn­te Öffent­lich­kei­ten (sicher in Grie­chen­land, ver­mut­lich auch in wei­te­ren Län­dern) bei dem­sel­ben Schnitt­schritt bei ihnen ver­mut­lich ähn­li­che Ver­hal­tens­wei­sen auf­tre­ten. Die Bür­ger und Ein­le­ger in nach­fol­gen­den Län­dern gewöh­nen sich dar­an, dass ein biss­chen ihres Gel­des ver­schwin­det, der Rest aber erhal­ten bleibt. Der zwei­te Skan­dal ist kein Skan­dal mehr, son­dern als ers­te Wie­der­ho­lung bereits ein Schritt zur Rou­ti­ne. Na, kannst halt nix machen, sind ja nur XX Pro­zent. — Und es wer­den sicher­lich schritt­wei­se mehr Pro­zent.

Das Risiko der europaweiten Bank-Runs

Das eigent­li­che Risi­ko besteht drin, dass die Bür­ger ande­rer Län­dern den Bra­ten rie­chen. Dass sie also jetzt zum ers­ten mal die Bewe­gung jener kal­ten, unsicht­ba­ren Hand spü­ren, die bereits in ihrer Tasche steckt. Dass sie also bereits » Wei­ter­le­sen «

Der Gedanke einer aufziehenden Digitalökonomie erreicht Banken — in Form von Angst

Februar 17th, 2013 § Kommentare deaktiviert für Der Gedanke einer aufziehenden Digitalökonomie erreicht Banken — in Form von Angst § permalink; Autor: Ulf Schmidt

Es gab ja hier im Blog in den letz­ten Jah­ren durch­aus eini­ge Bei­trä­ge zum The­ma Digi­tal­öko­no­mie (hier der Kate­go­rie-Link) und den damit anste­hen­den revo­lu­tio­nä­ren Ver­än­de­run­gen. Nicht zuletzt des­we­gen wur­de hier ja auch das vir­tu­el­le “Insti­tut für Digi­tal­öko­no­mie” gegrün­det. Die Mög­lich­kei­ten, die etwa Face­books Credits (auch wenn inziw­schen wiet­ge­hend ein­ge­stellt) hat, habe ich hier beschrie­ben. Die Ähn­lich­keit zwi­schen Finanz­we­sen und Musik­in­dus­trie etwa hier. Über die fan­tas­ti­schen Mög­lich­kei­ten von mobi­le Payment, wie sie in Afri­ka zu sehen sind, hier.

Inzwi­schen scheint der Gedan­ke an die fun­da­men­ta­len Ver­än­de­run­gen (übri­gens auch in Schuld und Schein zu fin­den), die gera­de dabei sind, ihre Kraft zu ent­wi­ckeln, offen­bar auch in den Köp­fen oder zumin­dest den lim­bi­schen Sys­te­men der Bank­ent­schei­der ange­langt. Als Ergeb­nis einer neu­en Stu­die von Ste­ria Mum­mert und F.A.Z.-Institut ist zu lesen:

Die klas­si­schen Ban­ken sehen sich immer stär­ker von bran­chen­frem­den Wett­be­wer­bern bedroht. Ins­be­son­de­re Bezahl­sys­te­me im Inter­net gefähr­den ihr Geschäft. Die­ser Ansicht sind 57 Pro­zent der Ent­schei­der » Wei­ter­le­sen «

“Schuld und Schein” Uraufführung im Mai/Juni in München

Dezember 21st, 2012 § Kommentare deaktiviert für “Schuld und Schein” Uraufführung im Mai/Juni in München § permalink; Autor: Ulf Schmidt

Jetzt ist es offi­zi­ell: Die Urauf­füh­rung von Schuld und Schein fin­det in Mün­chen statt, im Mai oder Juni. Und das Thea­ter, das die ebay-Auk­ti­on für sich ent­schie­den hat und die Urauf­füh­rung machen wird, ist das Metro­pol Thea­ter.

Das freut mich unge­mein — nicht nur, dass die Urauf­füh­rung tat­säch­lich noch in die­ser Spiel­zeit statt­fin­den wird. Son­dern vor allem auch, dass sie am Metro­pol statt­fin­den wird. Das Metro­pol gehört zu den span­nends­ten Büh­nen Süd­deutsch­lands — und wur­de dafür neben vie­len enthus­o­as­ti­schen Kri­ti­ken und Preis­no­mi­nie­run­gen unter ande­rem mit dem bay­ri­schen Thea­ter­preis aus­ge­zeich­net.

In der Pres­se­mel­dung des Thea­ters, die heu­te raus­geht, heißt es:

Das Metro­pol­thea­ter Mün­chen

hat die Urauf­füh­rung

 von Ulf Schmidts

ulti­ma­ti­vem Stück zur Geschich­te des Gel­des

 SCHULD UND SCHEIN

 auf e-bay erstei­gert

Ist das Finanz­sys­tem im Lauf der Mensch­heits­ge­schich­te tat­säch­lich gänz­lich undurch­schau­bar gewor­den?

Fach­leu­te, Poli­ti­ker und Ban­ker bedeu­ten uns in immer wie­der neu­en unver­ständ­li­chen Wor­ten, dass wir uns gar nicht erst den Mühen des Ver­ste­hens unter­zie­hen soll­ten, denn unser Schei­tern sei schließ­lich vor­pro­gram­miert.

Der Dra­ma­ti­ker Ulf Schmidt macht nun einen gewal­ti­gen Strich durch die­se Rech­nung:

In kur­zen äußerst anschau­li­chen Sze­nen gelingt es, uns Spa­rern und Anle­gern die sys­te­ma­ti­sche Ver­schleie­rung der Finanz­jon­gleu­re von Beginn an bis zur heu­ti­gen Kri­se zu erklä­ren. Mit Sach­ver­stand und Witz führt er uns durch das Dickicht des Finanz­sys­tems und erweckt uns der Ohn­macht der Unwis­sen­den.

Das Metro­pol­thea­ter Mün­chen plant die Pre­mie­re für Mai/ Juni 2013.

Die Regie wird vor­aus­sicht­lich Jochen Schölch über­neh­men.

 

 

Diesmal wirklich: Uraufführung “Schuld und Schein” erfolgreich auf ebay versteigert!

Dezember 14th, 2012 § Kommentare deaktiviert für Diesmal wirklich: Uraufführung “Schuld und Schein” erfolgreich auf ebay versteigert! § permalink; Autor: Ulf Schmidt

Eben ging die Ver­stei­ge­rung der Urauf­füh­rungs­rech­te von “Schuld und Schein. Ein Geld­stück” auf ebay zuen­de — und dies­mal hat wirk­lich ein pro­fes­sio­nel­les Thea­ter den Zuschlag erhal­ten. Wel­ches Thea­ter? Das wird aus Grün­den mei­nes Aber­glau­bens erst ver­öf­fent­licht, wenn alles unter Dach und Fach ist. Ver­trä­ge gemacht und was sonst noch so zu tun ist.

Am Ende lag das erfolg­rei­che Gebot bei 51,55 €. Das ist ziem­lich erfreu­lich! Für Urauf­füh­rungs­rech­te wird norm­nal­er­wei­se über­haupt nichts bezahlt. Es ging auch nicht dar­um, mit die­ser Ver­stei­ge­rung bemer­kens­wer­te Ein­nah­men zu erzie­len (sonst hät­te ich nicht mit einem Euro ange­fan­gen). Sinn der Ver­an­stal­tung war das Expe­ri­ment, zu schau­en, ob und wie auf die­sem Wege ein Text zu Thea­tern fin­det. Und das hat funk­tio­niert.

Zweite Runde der ebay-Auktion “Schuld und Schein” gestartet.

Dezember 4th, 2012 § Kommentare deaktiviert für Zweite Runde der ebay-Auktion “Schuld und Schein” gestartet. § permalink; Autor: Ulf Schmidt

Wie hier auf der Sei­te und in den Inter­views mit dem Bay­ri­schen Rund­funk (hier) und dem RBB (hier) dar­ge­stellt, wur­de die ers­te Run­de der Ver­stei­ge­rung der Urauf­füh­rungs­rech­te für “Schuld und Schein” (hier gehts zur Stück­web­sei­te mit kos­ten­lo­sem Text-Down­load) von einer Pri­vat­per­son gewon­nen, die über kein Thea­ter ver­fügt. Damit macht die Erstei­ge­rung kei­nen Sinn, der Zweit­bie­ten­de mel­de­te sich auf ebay nicht, wei­te­re Bie­ter kön­nen auf ebay nicht kon­tak­tiert wer­den. Also geht die Sache in die zwei­te Run­de!

Mit einer nicht unwich­ti­gen Kor­rek­tur: Da der bis­he­ri­ge Zeit­raum für die Urauf­füh­rung bis zum 30.04.2013 doch wohl etwas zu toll­kühn war, wird er nun­mehr ver­län­gert auf den 31.10.2013. Das heißt: Das meist­bie­ten­de Thea­ter erstei­gert die Urauf­füh­rungs­rech­te bis zu die­sem Zeit­punkt. Es bleibt also ein knap­pes Jahr für Pla­nung und Vor­be­rei­tung. Und das meist­bie­ten­de Thea­ter hat die schö­ne Chan­ce, im Zeit­raum der nächs­ten Bun­des­tags­wahl das The­ma Finanz­kri­se zuge­spitzt auf die Büh­ne zu brin­gen.

Start­preis der zwei­ten Auk­ti­ons­run­de ist der letz­te Stand der ers­ten Run­de: 10,51 €.

Hier gehts direkt zu ebay.

Uraufführung „Schuld und Schein“ erfolgreich versteigert! {Updated}

November 21st, 2012 § 2 comments § permalink; Autor: Ulf Schmidt

Update 21.11. 14 Uhr: Man glaubt es kaum, aber man­che Men­schen sind des Lesens nicht mäch­tig. Der Meist­bie­ten­de war von kei­nem Thea­ter, hat­te auch kein inter­es­sier­tes Thea­ter hin­ter sich. Wie bei ebay üblich geht das Ange­bot jetzt an unter­le­ge­ne Bie­ter. Der fol­gen­de Arti­kel ist inso­fern zumin­dest etwas ver­früht …

Seit dem 11.11.2012 lief auf ebay die Ver­stei­ge­rung der Urauf­füh­rungs­rech­te für mei­nen neu­en Text „Schuld und Schein. Ein Geld­stück“. Eben ging sie zu ende – und hat­te Erfolg. Die Urauf­füh­rung wird in die­ser Spiel­zeit statt­fin­den. Und genau das ist die fan­tas­ti­sche Nach­richt und die Über­ra­schung.

 

Es gab zuvor nicht weni­ge, die die gan­ze Sache für aus­sichts­los erklärt hat­ten. Pro­fes­sio­nel­le Thea­ter haben übli­cher­wei­se Pla­nungs­vor­läu­fe, die eine so kurz­fris­ti­ge Auf­nah­me eines neu­en Tex­tes aus­schlie­ßen. Ein übli­ches Zeit­fens­ter für einen Text, der grund­sätzlch auf Inter­es­se trifft, wären etwa ein bis zwei Jahr gewe­sen. Die aktu­el­le Spiel­zeit, die bis zum Som­mer 2013 dau­ert, ist durch­ge­plant. Für die fol­gen­de Spiel­zeit dürf­ten eben­falls Pla­nun­gen schon so weit im Gan­ge sein, dass eine Urauf­füh­rung zu Spiel­zeit­be­ginn nicht unbe­dingt hoch wahr­schein­lich wäre. Das war das Risi­ko an der Ver­stei­ge­rung: stell dir vor, es gibt eine Auk­ti­on – und kei­ner bie­tet mit.

 

Aber das war noch nicht alles. Das Stück selbst war auf der eigens dafür erstell­ten Web­sei­te schuldundschein.de im Voll­text zu fin­den und als PDF down­load­bar. Auch das ist nicht üblich. Nor­ma­ler­wei­se hüten Ver­la­ge die Tex­te, ver­schi­cken sie auf Anfor­de­rung von inter­es­sier­ten Thea­tern, die ihn dann in Ruhe lesen, bewer­ten und über eine Annah­me ent­schei­den. Das wie­der­um hät­te eben­falls zu Zeit­ver­zö­ge­run­gen geführt, denn Stück­an­kün­di­gun­gen wer­den nicht sel­ten in Druck­ver­si­on ver­schickt, die in der Pro­duk­ti­on eines wei­te­ren Vor­laufs bedurft hät­ten. Was den Vor­lauf wie­der­um wei­ter aus­ge­dehnt hät­te.

 

Dass nun die­ser Vor­lauf durch Ein­satz der Web­sei­te und die Down­load­funk­ti­on auf rasan­te 10 Tage ver­kürzt wer­den konn­te, ist eine wei­te­re Über­ra­schung. Denn inner­halb die­ser 10 Tage muss­te eini­ges Gesche­hen: Thea­ter muss­ten auf­merk­sam wer­den. Sie muss­ten den Text lesen, was zumeist heißt, dass nicht nur ein Dra­ma­turg, son­dern sicher­lich meh­re­re sich die Zeit neh­men, einen Blick in den Text zu wer­fen. Sie muss­ten sich dar­über ver­stän­di­gen, ob sie das The­ma rele­vant und die Qua­li­tät des Tex­tes für akzep­ta­bel hal­ten. Sie muss­ten klä­ren, in wel­cher Form sich ein Thea­ter über­haupt auf eBay enga­gie­ren kann. Und sie muss­ten mit­bie­ten. Min­des­tens zwei der drei Bie­ter sind tat­säch­lich Thea­ter. Das » Wei­ter­le­sen «

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