Martin Oetting über den massenmedialen Paradigmenwechsel der Gegenwart

Mai 26th, 2011 § 4 comments Autor: Ulf Schmidt

Sehr spannender Vortrag von Martin Oetting (Blog) in der Werbeagentur Scholz+Friends über den gegenwärtigen Medienwandel. Der anfangs etwas umständlich wirkende Einstieg über Kuhns Begriff des Paradigmenwechsel macht hochgradig Sinn, wenn er zum Wandel der Kommunikationslandschaft kommt. Insbesondere seine Ausführungen zur teuren Infrastruktur traditioneller Medienhäuser und dem werblichen Finanzierungsbeitrag, der dafür sorgt, dass das Medienhaus die redaktionelle „Filterung“ umgehbar macht und Werbung aufnimmt, ist ein inspirierender Gedanke. „Rein in den Rattenkäfig“ scheint mir eine hinreichend bedrohliche (und unterhaltsam aufbereitete) Fortsetzung dieser dargelegten Entwicklung. Ansehen lohnt sich!

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§ 4 Responses to Martin Oetting über den massenmedialen Paradigmenwechsel der Gegenwart"

  • kusanowsky sagt:

    Schönes Beispiel dafür, wie Strukturen (hier die Strukturen der Massenmedien) sichtbar und ganz leicht verstehbar werden, sobald sie sich ändern und Vergangenheit geworden sind. Was Oetting vorträgt ist die Zusammenfassung höchst schwieriger Diskussionen in der Medienwissenschaft und Soziologie der 80er und 90er Jahre, die ständig unter Ideologieverdacht gestellt waren. Jetzt aber kann man einfach sagen, was vorher nur sehr schwierig möglich war: die Beobachtung von Produkten aller Art erzeugt ihre Kommunikabilität, für welche immer schon kommunikative Beobachtbarkeit gegeben sein muss, damit es geht.
    Bei Interesse ausführlicher:
    http://differentia.wordpress.com/2011/03/30/experteneinstellung-benutzerdefiniert-twitteraffare/

  • Postdramatiker sagt:

    Dachte an dich, als ich das Video sah. Die Beschreibung der Verlagsinstitution im herkömmlichen Mediensystem (Aufgaben: Infrastrukturbereitstellung und Filterung) scheinen mir hoch anschlussfähig. Zudem spannend die Überlegung, was geshcieht, wenn der massenmediale Sender/Beobachter plötzlich nicht mehr auf dem archimedischen Außenpunkt stehen kann (oder glauben kann, dort zu stehen), sondern selbst beobachteter Beobachter bzw. kommunikativer Anschlusspunkt wird. Die von oetting beschriebene Angst ist tatsaechlich keine metaphysische, sondern eine sehr reale Angst in den Marketingabteilungen.

  • […] » Martin Oetting über den massenmedialen Paradigmenwechsel der Gegenwart Postdramatiker […]

  • […] mir keinen weiteren Vortrag übers Internet angucken sollen. Doch da sowohl Herr Wirres als auch K. Kusanowsky das Video des Vortrags empfehlenswert fanden, sah ich es mir trotzdem […]

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