Bedingungsloses Grundeinkommen: Das desaströse Beispiel Otjivero/Namibia

Oktober 20th, 2010 § 5 comments Autor: Ulf Schmidt

Ganz begeis­tert fei­ern Werner/Goehler das Dorf Otjivero in Nami­bia. Hier habe man, heißt es, das BGE aus­pro­biert. Lese ich genau­er, lau­tet mei­ne Ant­wort: mit­nich­ten. Goeh­ler schreibt

Aus dem Dorf bezo­gen 930 Men­schen unter­halb des Ren­ten­al­ters in die­ser Zeit 100 Nami­bia-Dol­lar, also knapp zehn Euro: ein Betrag, der nicht ganz exis­tenz­si­chernd ist, aber mehr als nur schlimms­te Not zu lin­dern.

Ist das das BGE? „Nicht ganz exis­tenz­si­chernd“? Auf den vie­len Sei­ten vor­her klang das anders. Mir scheint das eine Lösung knapp unter­halb der Sozi­al­hil­fe oder von Hartz IV zu sein. Mit der Aus­nah­me der rela­tiv unbü­ro­kra­ti­schen Aus­zah­lung. Schau­en wir uns an, was Werner/Goehler als Kon­se­quen­zen beschrei­ben:

  • Das ers­te Bei­spiel Ceci­lia: Nach einer ers­ten Wel­le lebens­not­wen­di­ger Anschaf­fun­gen folg­ten Anschaf­fun­gen von Herd, Mikro­wel­le, Fern­se­her und DVD. Es sei ihr von Her­zen gegönnt! Aber es han­delt sich um eine indi­rek­te Sub­ven­ti­on an die Indus­tri­en, die die ent­spre­chen­den Güter her­stel­len. Eine Auf­wrack-Prä­mie sozu­sa­gen.
  • Hen­d­ri­sen, das zwei­te Bei­spiel, hat einen Lebens­mit­tel­la­den mit gut genutz­ter Juke­box auf­ge­macht. Auch das schön für sie und für die jun­gen Leu­te. Das bei ihr aus­ge­ge­be­ne Geld dürf­te vor­wie­gend das Pseu­do-BGE sein. Das heißt: Indi­rek­te Sub­ven­ti­on für sie. Was nicht schlecht ist. Aber was pas­siert, wenn das BGE weg ist?
  • Elma­rie ist Pfle­ge­mut­ter gewor­den, da ande­re Müt­ter sich jetzt die Finan­zie­rung einer Pfle­ge­mut­ter leis­ten kön­nen, um selbst auf dem Feld arbei­ten zu gehen. Aus dem zurück­ge­leg­ten Geld hat sie sich Stahl­töp­fe, Herd, Fern­se­her und Strom­ge­ne­ra­tor für den Fern­se­her gekauft. Und Pre­paid-Kar­ten. Auch hier fließt der Gewinn offen­bar weit­ge­hend in den Kon­sum.

Zusam­men­fas­send urtei­len Werner/Goehler:

Es ist schwer vor­stell­bar, wie arm­se­lig das Dorf vor zwei Jah­ren aus­ge­se­hen haben muss, als sei­ne Bewoh­ner nur mit dem nack­ten Über­le­ben beschäf­tigt waren – alle erwäh­nen die­sen kras­sen Unter­schied. (214)

Klar – es gab kei­ne Her­de und Fern­se­her. Es gab kei­ne Händ­ler, die jetzt aus dem Boden schie­ßen, weil nie­mand Geld aus­zu­ge­ben hat­te. Ande­re Fra­ge: Kön­nen denn die Ein­woh­ner von Otjivero als Dorf­ge­mein­schaft das Geld erwirt­schaf­ten, das hin­ter­her im Pseu­do-BGE ver­teilt und in Kon­sum­gü­ter gesteckt wird?

Was genau geschieht eigent­lich in einer Wirt­schaft, wenn sich plötz­lich vie­le Men­schen Her­de und Fern­se­her kau­fen (kön­nen)? Wenn – wie man zu sagen pflegt – die Nach­fra­ge explo­diert? Was geschah mit den Bana­nen­prei­sen in den ers­ten Tagen nach der Mau­er­öff­nung? Son­der­an­ge­bo­te? Pus­te­ku­chen. Die Prei­se wer­den allein auf­grund der sprung­haft gestie­ge­nen Nach­fra­ge nach oben schnel­len.  Den Grund­ein­kom­mens­be­zie­hern wird das Grund­ein­kom­men ein­fach weg­in­fla­tio­niert.

Und nun wird’s put­zig:

Wo sind Otjiver­os Män­ner? Wohin man auch schaut im Dorf, es sind die Frau­en und Kin­der, die das Leben prä­gen. […] Bei den Män­nern sind die Ver­än­de­run­gen durch das BIG weni­ger sicht­bar. (214)

Heißt: Etwa 50% erle­ben kei­ne Ver­än­de­rung. Abge­se­hen davon, dass sich die Rest­fa­mi­li­en (von ihnen?) befreit fühlt:

Weni­ge Män­ner fin­den drau­ßen regel­mä­ßi­ge Arbeit, wei­te Fuß­mär­sche von den Fami­li­en ent­fernt. Vie­le hat­ten zu Zei­ten bit­te­rer Armut ihre Frau­en und Kin­der im Dorf zurück­ge­las­sen. Und seit es das BIG gibt, müs­sen die­se ihre Män­ner nicht mehr aus­fin­dig machen, damit die ihnen Geld zu Leben oder für ande­re Diens­te geben. Die Rest­fa­mi­lie erlebt die­se Zustän­de wie eine Befreiung.(215)

Freun­de – Spaß bei­sei­te: habt ihr noch alle Nadeln an der Tan­ne? Die doo­fen Ker­le machen Fuß­mär­sche, um irgend­ei­ne mies bezahl­te Arbeit zu bekom­men – und die Fami­lie freut sich, dass sie die­se Dep­pen jetzt nicht mehr „aus­fin­dig“ machen muss? Hm. Was ne Uto­pie! Und dass die Dep­pen gar so dep­pert nicht sind – liest sich kurz dar­auf. Denn Ber­tha spürt eine gro­ße Unsi­cher­heit auf­zie­hen.

Man wür­de die gro­ße Unsi­cher­heit auf­zie­hen spü­ren, jetzt wo es nur noch das Über­gangs­geld gebe, das eben schon nicht mehr ganz aus­rei­che, all die Errun­gen­schaf­ten zu ver­tei­di­gen. (215)

Jo – Geld ver­juxt. Und nun? Doch wie­der die Ker­le suchen gehen? Was blieb denn, rein krea­tiv­wirt­schaft­lich betrach­tet. Neben Han­del und Kon­sum, was wur­de denn beflü­gelt? Zwei Jah­re wur­de die­ses BGE/BIG gezahlt. Wie vie­le trag­fä­hi­ge Kon­zep­te von Selb­stän­dig­keit? Die zusam­men­ge­fass­ten Ergeb­nis­se sind – ehr­lich gesagt – nie­der­schmet­ternd:

  • Es gibt kei­nen ein­zi­gen Fall von Unter­ernäh­rung
  • 90 Pro­zent der Kin­der gehen in die Schu­le … bezah­len das Schul­geld
  • Vor Pro­jekt­be­ginn lagen 76% unterd er Armuts­gren­ze, hin­ter­her 36%
  • Ansät­ze zu Koope­ra­tio­nen wie gemein­schaft­li­cher Zie­gen­kauf
  • Öko­no­mi­sche + sexu­el­le Abhän­gig­keit der Frau­en von den Män­nern ist deut­lich gesun­ken
  • Dieb­stahl und Beschaf­fungs­kri­mi­na­li­tät nah­men ab

Das sind die Erfol­ge des BGE? Nee – das ist die Fol­ge, wenn man jedem Men­schen einen Geld­be­trag gibt. Aber woher kommt denn die Kne­te? Hat das Dorf sie erwirt­schaf­tet? Wenn das Dorf es nicht schafft – wie dann ganz Nami­bia. Wie ein ande­res gan­zes Land? Was ist gleich­zei­tig schief gelau­fen? Es gab kei­ne ver­nünf­ti­ge Ent­wick­lungs­po­li­tik, die Infra­struk­tu­ren geschaf­fen hät­te. Son­nen­kol­lek­to­ren usw.

Werner/Goehler schlie­ßen das Kapi­tel:

Über­haupt bringt die Erfah­rung in Otjivero die ent­schei­den­de Fra­ge auf die Tages­ord­nung: Wes­halb wird die klas­si­sche Ent­wick­lungs­hil­fe […] nicht radi­kal auf das bedin­gungs­lo­se Grund­ein­kom­men umge­stellt? Wie könn­te man bes­ser dem Woh­le und der Wür­de der Men­schen gerecht wer­den? […] Die BIG-Kom­mis­si­on hat ihre Visi­on benannt, wie die­sen Zie­len näher­zu­kom­men ist: Grund­ein­kom­men erst in Nami­bia, dann in Afri­ka, dann in der gesam­ten Welt. Dann erst kön­nen wir begin­nen, von Gerech­tig­keit in der Welt zu spre­chen…

Wenn – was noch­mal? Alle Fern­se­her, DVD’s, Stahl­töp­fe oder klei­ne Läd­chen mit Juke­bo­xen haben? Das sind EURE Bei­spie­le? Es gibt bes­se­re, die die Nach­hal­tig­keit des BGE bewei­sen? War­um beschreibt ihr sie nicht? Die beschrie­be­nen for­cier­ten die übels­ten Vor­ur­tei­le gegen trans­fer­ab­hän­gi­ge Men­schen. Otjivero braucht das Geld von außen, um die­se Kon­sum­ex­plo­si­on zu bewerk­stel­li­gen. Nami­bia bräuch­te – es steht bei Werner/Goehler geschrie­ben – eben­falls Ent­wick­lungs­hil­fe. Woher aber kommt die Ent­wick­lungs­hil­fe, wenn die „gesam­te Welt“ dar­auf setzt? Ganz ehr­lich: eine so nach hin­ten los­ge­hen­de Argu­men­ta­ti­on hat das BGE nicht ver­dient.

P.S. Denkt mans wirk­lich zu Ende, argu­men­tie­ren Werner/Goehler am Fal­le Otjivero nicht für ein BGE – son­dern für die Ver­schul­dung der Dritt­welt­staa­ten zuguns­ten des Bin­nen­kon­sums. Mir wird angst und ban­ge bei die­sem Gedan­ken. Die nächs­te Schul­den­fal­le, die die gera­de ein wenig hoff­nungs­fro­hen Men­schen end­gül­tig ins Ver­der­ben stürzt.

§ 5 Responses to Bedingungsloses Grundeinkommen: Das desaströse Beispiel Otjivero/Namibia"

  • Um über das Pilot­pro­jekt in Nami­bia urtei­len zu kön­nen, soll­te man sich nicht nur auf eine ein­zi­ge Infor­ma­ti­ons­quel­le stüt­zen. Das ver­zehrt doch leicht die Welt­sicht … ;-)

    Gera­de in den letz­ten Wochen wur­de sehr viel über die aktu­el­le Dis­kus­si­on in Nami­bia, die dort über das BGE geführt wur­de, auf http://www.grundeinkommen.de und http://www.aktuelles.archiv-grundeinkommen.de berich­tet.

    Als Hin­ter­grund­in­for­ma­ti­on gibt es zusätz­lich hier einen Pres­se­spie­gel zu Nami­bia (u.a. Der Spie­gel: Im Dorf der Zukunft)
    http://bgekoeln.ning.com/profiles/blogs/pressespiegel-ueber-die

    Fern­seh­be­rich­te über das Pilot­pro­jekt:
    http://bgekoeln.ning.com/video/video/search?q=Namibia

    Inter­es­sant sind auch die par­al­le­len zu dem Pilot­pro­jekt in Bra­si­li­en, wo z.T. ähn­li­che Erfah­run­gen gemacht wur­den.

    Infor­ma­tio­nen zu Bra­si­li­en:
    http://bgekoeln.ning.com/profiles/blogs/renda-basica-statt-bolsa

    Mit bes­ten Grü­ßen aus Köln
    Hen­rik Wit­ten­berg

  • Postdramatiker sagt:

    Aha, also das Buch von Werner/Goehler taugt nichts?
    Dass Men­schen, die kei­ne Mög­lich­keit haben, ihren Lebens­un­ter­halt siher­zu­stel­len, in grau­sa­mer Armut leben ist nicht neu. Auch nicht die Tat­sa­che, dass regel­mä­ßi­ge finan­zi­el­le Trans­fers die Armut und die Zwangs­la­ge ändern.
    Aber was genau ist die Quint­essenz für das Gesamt­kon­zept des BGE?

    Und war­um — um die Debat­te ein wenig zu dre­hen — ver­bin­det man die Zah­lung zum Grund­ein­kom­men nicht mit der Ver­pflich­tung, in Abstim­mung mit der Dorf­ge­mein­schaft eine gewis­se Zahl Stun­den der Woche oder des Tages eine Auf­ga­be anzu­neh­men, die das Dorf gemein­sam vor­an­bringt? Kei­ne sinn­lo­sen 1-Euro Jobs, son­dern Tätig­kei­ten, die einer­seits dem gan­zen Dorf zugu­te kom­men, ande­rer­seits die Mög­lich­keit schaf­fen, dass die Gemein­schaft lang­fris­tig zusam­men vor­an­kommt. Das wäre mein Ansatz aus dem ABC-Kon­zept. http://bit.ly/dCNBjs

  • Das Buch von Herrn Wer­ner und Frau Goeh­ler kann ich nicht beur­tei­len, da ich es nicht gele­sen habe. Da Frau Goeh­ler sich das Pilot­pro­jekt in Nami­bia vor Ort ange­se­hen hat, wird sie zumin­dest Infor­ma­tio­nen aus ers­ter Hand erhal­ten haben und sich ein eige­nes Bild von der Situa­ti­on im Dorf gemacht haben.

    Die Quint­essenz für die Ent­wick­lungs­hil­fe ins­ge­samt lau­tet wohl, dass es zur­zeit kein ande­res Kon­zept gibt (auch nicht die viel­ge­prie­se­nen Mikro­kre­di­te), wel­ches Armut so schnell und nach­hal­tig besei­tigt wie ein BGE.

    Dabei zeigt die Erfah­rung aus Nami­bia und Bra­si­li­en, das ein BGE durch­aus ähn­li­che Effek­te wie ein Mikro­kre­dit haben kann, wenn es als Start­hil­fe für Exis­tenz­grün­dun­gen benutzt wird (wie bei bei­den Pilot­pro­jek­ten gesche­hen). Bei­de Ansät­ze zu kom­bi­nie­ren, wäre viel­ver­spre­chend …

    Die indi­vi­du­el­le Ver­än­de­rung bei den Betrof­fe­nen durch das Basic Inco­me Grant (BIG) ist eine ande­re Dimen­si­on, die nur der ein­zel­ne selbst Beur­tei­len kann. Wenn Men­schen, die vor­her auf einer Farm gear­bei­tet haben und auf­grund ihrer Armut von den wei­ßen Far­men aus­ge­nutzt wur­den, mit einem BIG ihren Arbeits­platz wech­seln konn­ten, wenn oder Frau­en sich nicht mehr pro­sti­tu­ie­ren müs­sen, um von betrun­ken Farm­ar­bei­tern am Fei­er­abend ein wenig Geld zu erhal­ten, dann ist aller­dings klar, dass viel gewon­nen wur­de für die Dorf­be­woh­ner und deren Wür­de.

    Die Dorf­ge­mein­schaft in Omita­ra hat schon sehr früh nach der ers­ten Aus­zah­lung des BIG damit begon­nen, ein Komi­tee zu bil­den, das in Über­gangs­zeit als eine Art Selbst­re­gu­lie­rungs-Instanz fun­giert hat (man ver­hin­der­te z.B., dass ein orts­an­säs­si­ger Händ­ler Dorf­be­woh­ner mit dem Las­ter ein­ge­sam­melt hat, um die­se in sei­ne Trink­hal­le zu chauf­fie­ren und mit „Son­der­ak­tio­nen“ um deren BIG zu erleich­tern…). Die zivil­ge­sell­schaft­li­che Selbst­or­ga­ni­sa­ti­on funk­tio­niert also, wenn man ihr die Mög­lich­keit gibt, sich zu ent­fal­ten – da brauch es kei­ner Nach­hil­fe aus unse­re Kul­tur­kreis (erklä­ren sie denen doch mal, wie so ein 1-Ero-Job funk­tio­niert oder was es mit „Bür­ger­ar­beit“ auf sich hat … ;-D).

    Mit bes­ten Grü­ßen aus Köln
    Hen­rik Wit­ten­berg

  • “Das sind die Erfol­ge des BGE? Nee – das ist die Fol­ge, wenn man jedem Men­schen einen Geld­be­trag gibt. Aber woher kommt denn die Kne­te? Hat das Dorf sie erwirt­schaf­tet? Wenn das Dorf es nicht schafft – wie dann ganz Nami­bia. Wie ein ande­res gan­zes Land? Was ist gleich­zei­tig schief gelau­fen? Es gab kei­ne ver­nünf­ti­ge Ent­wick­lungs­po­li­tik, die Infra­struk­tu­ren geschaf­fen hät­te. Son­nen­kol­lek­to­ren usw.”

    Mir fehlt in der gan­zen Zita­te-Ana­ly­se (min­des­tens) ein wich­ti­ger Aspekt. Das Dorf-Pro­jekt war ein Ver­such der BIG-Koali­ti­on, mit dem Ziel, der lan­des­wei­ten Ein­füh­rung durch die Regie­rung. Das Geld ist vor­han­den, im Land, aus Steu­er­mit­teln. Und die Idee mit dem Grund­ein­kom­men stamm­te ursprüng­lich von einer Regie­rungs­kom­mis­si­on. Das BIG — bezo­gen aufs gan­ze Land — ist durch­aus ein Kon­zept, das ohne frem­des Geld aus­kommt. Das Pro­jekt hat (aus mei­ner Sicht) gezeigt, dass sich die Lebens­be­din­gun­gen ver­bes­sern, mit dem BIG. Es hat nicht gezeigt, dass das Dorf sich sein BIG direkt sel­ber erwirt­schaf­ten kann. Aber … ist das eine Bedin­gung des bedin­gungs­lo­sen Grund­ein­kom­mens, dass sich jede klei­ne Gemein­schaft sofort ihr Grund­ein­kom­men erwirt­schaf­ten muss? Könn­te ein inter­es­san­tes Ziel sein, im Sin­ne von auto­no­men, dezen­tra­len Struk­tu­ren mit flies­sen­dem Geld usw … aber Vor­aus­set­zung????

    Falls beim Kauf von Gerä­ten usw. Steu­ern anfal­len, blei­ben die­se sicher­lich nicht im Dorf. Dar­um ist die For­de­rung, das Dorf muss sich jetzt schon das Geld für sein Grund­ein­ko­memn selbst erwirt­schaf­ten für mich nicht nach­voll­zieh­bar. Aus­ser, dass das dei­ner “ABC-Logik” ent­spricht.

    Die Struk­tur­po­li­tik haben sich die Gewerk­schaf­ten in der BIG-Koali­ti­on auf ihre Fah­nen geschrie­ben, so las ich es zumin­dest. Nach ihrer Rück­kehr im Sep­tem­ber in die Koal­ti­on.

    Vor­schlag: Besuch uns in Bonn. Wir zei­gen bis zum 31.10. eine Foto­aus­stel­lung über das Pro­jekt. Am 31.10. ist auch eine Abschluss-Ver­an­stal­tung (Finis­sa­ge) mit Infos und Dis­kus­si­on. Mehr auf unse­rer Home­page.

    Grü­ße aus Bonn

    Ulrich Buch­holz
    http://www.grundeinkommen-bonn.de

  • Postdramatiker sagt:

    Dass es Men­schen, die nichts haben und die bit­ter arm sind, bes­ser geht, wenn sie nicht arm sind son­dern Geld haben ist eine Tri­via­li­tät. Stim­me ich sofort zu. Bis­her ging ich aber nicht davon aus, dass das die Dimen­si­on des BGE-Gedan­kens aus­macht.
    Mei­ne Kri­tik rührt vor allem aus der Ein­bin­dung des Bei­spiels in das Buch von Werner/Goehler, das dem BGE vor allem in Indus­trie­staa­ten eine posi­ti­ve Wir­kung durch Ent­kop­pel­tung Arbeit/Einkommen, Frei­set­zung selbst­be­stimm­ten krea­ti­ven Poten­ti­als, Abschaf­fung der Exis­tenz­be­dro­hung von Hart­zIV-Emp­fän­gern usw. zuspricht. Dass natio­na­le Wirt­schafts­räu­me ihre Bür­ger abzu­si­chern haben, sei es durch eige­ne Umver­tei­lung oder durch Ent­wick­lungs­hil­fe, ist ja kein schlech­ter Ansatz. Das wür­de aber ver­mut­lich durch “Sozia­le Markt­wirt­schaft” auch gefor­dert. Aber was ist die Per­spek­ti­ve? Heißt es, wir geben den Gedan­ken, dass die­se Regio­nen sich selbst wei­ter ent­wi­ckeln, auf? Beschrän­ken wir uns auf welt­weit orga­ni­sier­te Armen­spei­sung? Zu der Fra­ge ver­mag ich nicht wirk­lich zu ent­schei­den, weil ich mich im Bereich Ent­wick­lungs­hil­fe zu wenig aus­ken­ne. Ich hal­te nur die Ver­qui­ckung des BGE-Kon­zep­tes für die indus­tria­li­sier­ten Staa­ten mit Otjivero für desas­trös. Weil Otjivero nicht die benö­tig­ten Hin­wei­se auf die Ent­wick­lung der Gesell­schaft nach Ein­füh­rung eines BGE in den Indus­trie­staa­ten gibt.
    Zum ABC-Kon­zept: Ich hal­te es ein­fach für sinn­vol­ler, eine Ver­bin­dung her­zu­stel­len aus “Der gesell­schaft­li­che Wohl­stand kommt allen zugu­te” und “Was erle­digt wer­den muss, ver­tei­len wir auf alle trag­fä­hi­gen Schul­tern”.

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