Die Blackfacing-Theaterdebatte: Das Politische im Ästhetischen (postdramatiker auf nachtkritik.de)

Februar 22nd, 2012 § 1 comment § permalink; Autor: Ulf Schmidt

Ges­tern erschien auf nachtkritik.de (hier) ein Arti­kel von mir zu der in thea­teraf­fi­nen und anti­ras­sis­ti­schen Kri­sen im Netz hef­tig geführ­ten Debat­te zum The­ma “Black­fa­cing”, der Pra­xis also, wei­ße Dar­stel­ler durch Gesichts­be­ma­lung “Schwar­ze” dar­stel­len zu las­sen. Die Erbit­tertheit die­ser in zahl­lo­sen Kom­men­ta­ren und Bei­trä­gen aus­ge­tra­ge­nen Dis­kus­si­on war­tet mit der eini­ger­ma­ßen über­ra­schen­den Situa­ti­on auf, dass bei­de Sei­ten sich in der Ableh­nung des Ras­sis­mus zutiefst einig sind, auf der einen Sei­te aber ras­sis­ti­sche Prak­ti­ken von Anti­ras­sis­ten ange­pran­gert und nach­voll­zieh­bar begrün­det wer­den, ande­rer­seits sich Thea­ter­leu­te mit Ver­weis auf “harm­lo­se” Thea­ter­tra­di­tio­nen ver­tei­di­gen, für die eben­so­gu­te Argumn­te ins Feld zu füh­ren sind. In dem Arti­kel unter­neh­me ich — mit einer Vol­te über die Luhmann’sche Figur des “Unter­schieds, der einen Unter­schied macht” — den Ver­such, die gemein­sa­me Quel­le von Ras­sis­mus und einer rol­len­zen­trier­ten Thea­ter­tra­di­ti­on frei­zu­le­gen, mit dem Ziel zu einer gründ­li­che­ren Refle­xi­on der Fra­ge­stel­lung und mög­li­chen Kon­se­quen­zen für Thea­ter­pra­xis zu kom­men.

Da der Arti­kel umfang­reich ist und sich ver­mut­lich hier im Blog schlecht lesen lässt, gibt es ihn hier als PDF-Down­load.

Um die Debat­te un das ewi­ge Kri­sen in sich ähneln­den Kom­men­ta­ren nicht über zusätz­li­che Platt­for­men zu zer­streu­en, deak­ti­vie­re ich in die­sem Pos­ting aus­nahms­wei­se die Kom­men­tar­funk­ti­on und lade zu Kom­men­tar und Dis­kus­si­on auf nachtkritik.de ein.

Nach­trag: Inzwi­schen ist ein inter­es­san­ter wei­te­rer Text von Jür­gen Bau­er zu der Dis­kus­si­on auf nachtkritik.de (hier) erschie­nen, der sich mit den Erschei­nungs­for­men von Black­fa­cing dif­fe­ren­ziert aus­ein­an­der setzt.

Wer hier lesen möch­te, kann das im Fol­gen­den tun: » Wei­ter­le­sen «

Nach Wulff Rücktritt — jetzt wird über die nächste Bundesregierung entschieden

Februar 17th, 2012 § 1 comment § permalink; Autor: Ulf Schmidt

Eine klei­ne Spe­ku­la­ti­on, die zeigt, wie jetzt das Polit­schach begin­nen wird, das über die nächs­ten Bun­des­re­gie­rung ent­schei­den kann (und wird). Es geht dabei zunächst um fol­gen­de Namen: Wal­ter Stein­mei­er, Peer Stein­brück, Sig­mar Gabri­el und Josch­ka Fischer. Und natür­lich die Kanz­le­rin.

Die Stein­mei­er-Eröff­nung

Es könn­te sogar aus Gabri­el-Krei­sen lan­ciert wer­den: der Vor­schlag, den ehe­ma­li­gen Außen­mi­nis­ter Stein­mei­er ins Ren­nen um den die Bun­des­prä­si­dent­schaft zu schi­cken. Das wird auf jeden Fall für Dis­kus­sio­nen sor­gen und hät­te min­des­tens zwei mög­li­che Fol­gen. Ers­tens könn­te die Debat­te ohne nach­fol­gen­de Nomi­nie­rung Stein­mei­er als “erfolg­lo­sen Fast­kan­di­da­ten” öffent­lich so beschä­di­gen, dass er für eine anschlie­ßen­de Kanz­ler­kan­di­da­tur unmög­lich, die Kanz­ler­kan­di­da­tur nur als “zwei­te Wahl” oder “letz­te Chan­ce” wirkt. Die ande­re Vari­an­te: Er kan­di­diert und wird wirk­lich Bun­des­prä­si­dent. Dann wäre er eben­falls als Kanz­ler­kan­di­dat nicht ver­füg­bar.

Das Inter­es­se von Ange­la Mer­kel könn­te in bei­den Fäl­len lie­gen: Einer­seits einen eini­ger­ma­ßen popu­lä­ren poten­zi­el­len Kanz­ler­kon­kur­ren­ten von der Bewer­ber­lis­te zu strei­chen; ande­rer­seits könn­te sie mit Stein­mei­er als Bun­des­prä­si­dent wohl auch ganz gut leben. Ihr Nach­teil: Es wäre klar, dass nach der nächs­ten Wahl eine gro­ße Koali­ti­on kommt. Der Vor­teil: Da die SPD das Bun­des­prä­si­den­ten­amt besetzt, wür­de Mer­kel Kanz­le­rin blei­ben. Schach durch die Dame.

Der Stein­brü­cken­sprin­ger­zug

Wenn Stein­meir nicht schnell genug genannt wird oder sehr schnell absagt, wird Stein­brück als nächs­ter poten­zi­el­ler Kan­di­dat im Raum ste­hen. Da sei­ne Kanz­ler­kan­di­da­tur ver­mut­lich eher unwahr­schein­lich ist, wird er Bedenk­zeit brau­chen, die ihn in die Dis­kus­si­on bringt, aus der er nicht als Kani­dat her­vor­ge­hen wird — dafür pola­ri­siert er zu sehr. Aber bereits sei­ne öffent­li­che Ableh­nung als Prä­si­dent­schafts­kan­di­dat wird ihn schwer genug beschä­di­gen, dass er weder als Kanz­ler­kan­di­dat antre­ten kann noch eine tra­gen­de Rol­le im Bun­des­tags­wahl­kampf spie­len wird. Gabri­el wäre früh­zei­tig einen Unsi­cher­heits­fak­tor los. Die Kanz­le­rin hat hin­rei­chend Ver­wir­rung gestif­tet, indem sie Stein­brück eine Zeit lang neu­tral oder inter­es­siert als Prä­si­dent­schafts­ka­di­da­ten gehan­delt hat, dass die SPD geschwächt in den Wahl­kampf zieht.

Die Fischer-Vari­an­te

Noch spricht kei­ner von ihm — aber Josch­ka Fischer kann auch ins Gespräch kom­men. Das wür­de der Dame Mer­kel ein zen­tra­les Feld auf dem Brett sichern, von dem aus sie in alle Rich­tun­gen schla­gen kann: Fischer wird (sofern er nicht » Wei­ter­le­sen «

Sokrates und die Datei – die UnWesen der Philosophie

Februar 13th, 2012 § Kommentare deaktiviert für Sokrates und die Datei – die UnWesen der Philosophie § permalink; Autor: Ulf Schmidt

Hei­deg­ger dia­gnos­ti­zier­te als Pro­blem der abend­län­di­schen Meta­phy­sik, dass sie das Sein als Anwe­sen ver­stan­den habe. Dem war schon in mei­ner Dis­ser­ta­ti­on ent­ge­gen gehal­ten wor­den, dass in der Figur des Sokra­tes in den Schrif­ten Pla­tons die Figur gewor­de­ne Idee, die Sokra­tes ist, sich eben nicht durch Anwe­sen­heit, son­dern durch A-Prä­senz aus­zeich­net. Der „tote“ Sokra­tes ist da und nicht da. Er west weder an noch ab – er west un. Sokra­tes ist damit das Unwe­sen der Phi­lo­so­phie, der­je­ni­ge, der nicht wesen kann und Nicht­we­sen ist. Er ist res cogi­ta­ta der res cogi­tans, die den Namen Pla­ton trägt und (un)zweifelhaft der geis­ti­ge Urhe­ber der Dia­lo­ge, in denen Sokra­tes auf­tritt. Er ist res inex­ten­sa, inso­fern er nicht mate­ri­ell ist, denn als Spur in den Schrif­ten Pla­tons. Dar­in, als res cogi­ta­ta inex­ten­sa, gleicht Sokra­tes der digi­ta­len Datei.

Klar soweit?

Unware, Ungeld, Digitalökonomie (Teil 2): Könnte Griechenland sich durch Filesharing retten?

Februar 12th, 2012 § 1 comment § permalink; Autor: Ulf Schmidt

Selbst­ver­ständ­lich muss­te ein Wirt­schafts­sys­tem, zu des­sen Grund­fak­to­ren der Besitz von Pro­duk­ti­ons­mit­teln gehört, ver­hin­dern dass ein ande­rer Anbie­ter auf dem Markt erscheint, der das­sel­be Pro­dukt bil­li­ger ver­kauft. Das ist die Quel­le des Patent- und Urhe­ber­rechts. Die­ses Wirt­schafts­sys­tem kommt in dem Moment an den Stel­len in die Kri­se, wo Pro­duk­ti­ons­mit­tel zu bil­lig oder gar kos­ten­los wer­den. Wenn dann zudem die für den Han­del die­ser Wirt­schafts­form not­wen­di­gen Ver­triebs­we­ge sich so sehr ver­bil­li­gen oder gar eben­falls umsonst wer­den, spitzt sich die Kri­se noch wei­ter zu.

Über die­se simp­len und im Netz an vie­len Stel­len zu lesen­den Beob­ach­tun­gen hin­aus lohnt sich ein genaue­rer Blick in sich ver­än­dern­den wirt­schaft­li­chen Zusam­men­hän­ge, da in der Tat fun­da­men­ta­le Zusam­men­hän­ge sich auf eine Wei­se zu ver­schie­ben begin­nen, die nicht nur zu der rät­sel­haf­ten Finanz­kri­se mit der Unzahl an erklä­ren­den Erzäh­lungs­ver­su­chen füh­ren, son­dern auch an der aktu­el­len Urhe­ber­rechts­de­bat­te, ihrem Schwan­ken zwi­schen „Sicher­heit des waren­öko­no­mi­schen Han­dels“ und „frei­em geis­ti­gen Mei­nungs­aus­tausch“ zu erken­nen sind.

Finanz­in­dus­trie und die Ver­wer­tungs­in­dus­trie „geis­ti­ger“ Pro­duk­te wie Musik, Film, Tex­te sind Vor­bo­ten einer brei­te­ren Bewe­gung, die die bestehen­de Wirt­schaft zusam­men mit ihren wirt­schafts­wis­sen­schaft­li­chen Ver­ste­hern und poli­ti­schen Regu­la­to­ren in eine Situa­ti­on bringt, die ver­mut­lich wie­der als Kri­se beschrie­ben wer­den wird. Des­we­gen lohnt sich der genaue­re Blick auf die­se Vor­rei­ter­in­dus­tri­en und die ein­fluss­rei­chen Fak­to­ren des grund­sätz­li­chen Wan­dels beim Ent­ste­hen einer Digi­tal­öko­no­mie.

Fak­tor 1: Pro­duk­ti­ons­mit­tel und Dis­tri­bu­ti­ons­we­ge » Wei­ter­le­sen «

Der Aufstand der Wissenschaftler gegen die Wissenschaftsverlage beginnt

Februar 11th, 2012 § Kommentare deaktiviert für Der Aufstand der Wissenschaftler gegen die Wissenschaftsverlage beginnt § permalink; Autor: Ulf Schmidt

Von Mar­tin Oet­ting (Twit­ter, Blog) bekam ich einen Hin­weis auf einen aktu­el­len Arti­kel von Ulrich Herb im Frei­tag, der berich­tet, dass sich Wis­sen­schaft­ler gegen die Aus­beu­tung durch Wis­sen­schafts­ver­la­ge, in die­sem Fall den Else­vier-Ver­lag, zu weh­ren begin­nen. Ich erlau­be mir, zu zitie­ren und emp­feh­le, den Arti­kel unbe­dingt zu lesen:

Am 23. Janu­ar 2012 star­te­te der Mathe­ma­ti­ker Tyler Ney­lon einen Boy­kott­auf­ruf im Inter­net: Der Titel des Unter­fan­gens hieß „The Cost of Know­ledge“ und wer sich auf der Web­site thecostofknowledge.com seit­her zu Ney­lons Auf­ruf bekennt, ver­spricht in Zukunft kei­ne Arti­kel in den Jour­na­len des Wis­sen­schafts­ver­lags Else­vier mehr zu publi­zie­ren. Die Unter­zeich­ner ver­pflich­ten sich zudem, kei­ne ein­ge­reich­ten Arti­kel mehr zu begut­ach­ten oder als Her­aus­ge­ber für den Ver­lag tätig zu sein. Als Grund für sei­ne har­sche Kam­pa­gne nennt Ney­lon Else­viers rück­sichts­lo­se Preis- und Ver­kaufs­po­li­tik – und das Ver­hält­nis des Ver­lags zu offe­nem Wis­sen. Und vie­le Wis­sen­schaft­ler tei­len die­se Kri­tik: Bereits mehr als 4.500 For­scher haben die Erklä­rung unter­zeich­net.

{…}

Wis­sen­schafts­ver­la­ge aller­dings ent­eig­nen nicht nur die Urhe­ber der Infor­ma­tio­nen durch den Über­trag der exklu­si­ven Ver­wer­tungs­rech­te, sie » Wei­ter­le­sen «

Pay (with) attention — Ein gangbares Urhebervergütungsmodell für die Digitalökonomie?

Februar 11th, 2012 § Kommentare deaktiviert für Pay (with) attention — Ein gangbares Urhebervergütungsmodell für die Digitalökonomie? § permalink; Autor: Ulf Schmidt

In einer Arti­kel von Kon­rad Lisch­ka auf Spon (hier) fin­det sich eine Bemer­kung, die es m.E. erlaubt, eine Visi­on für die zukünf­ti­ge Ent­loh­nung von Urhe­bern zu erar­bei­ten. Zwar  krankt m.E. Lisch­kas Arti­kel grund­sätz­lich in sei­nem Tenor an der Unschär­fe von Urhe­ber- und Ver­wer­tungs­recht, im Ver­lauf fin­det sich aber die fol­gen­de, m.E. wei­ter­füh­ren­de Bemer­kung:

…Apple, Face­book, Goog­le, Mega­u­pload, Spo­ti­fy und all die ande­ren Mak­ler ver­wer­ten in der einen oder ande­ren Form die Wer­ke von Urhe­bern. Vie­le alte Ver­wer­ter aus der Unter­hal­tungs­bran­che bezah­len die meis­ten Urhe­ber schlecht und weni­ge sehr gut. Die­ses Ver­hal­ten gilt bei Kri­ti­kern der “Con­tent­ma­fia” als Aus­beu­tung. Aller­dings bezah­len vie­le neue Ver­wer­ter im Web — etwa Mega­u­pload — Urhe­bern gar nichts. Bei ihnen sehen die Kri­ti­ker der “Con­tent­ma­fia” dann aber über die Aus­beu­tung hin­weg und loben die Inno­va­tio­nen, die nur lei­der mit dem über­hol­ten Urhe­ber­recht kol­li­die­ren.

Das ist für mich über­zeu­gend: Die benann­ten Digi­tal­un­ter­neh­men ste­hen an der Stel­le tra­di­tio­nel­ler Ver­wer­ter wie Ver­la­ge, Musik­un­ter­neh­men, Film­un­ter­neh­men. Sie pro­fi­tie­ren in gewal­ti­gem Umfang von den Inhal­ten, die sie bereit­stel­len. Las­sen wir die tra­di­tio­nel­len Ver­wer­ter ein­mal gedank­lich außen vor und stel­len sie auf die letz­tens ange­mahn­te Abraum­hal­de der Geschich­te – so stellt sich die Fra­ge nach Urhe­ber- und Ver­wer­tungs­recht anders. Sie lau­tet: Wie kön­nen die geis­ti­gen Urhe­ber, die Krea­ti­ven und Jour­na­lis­ten, für ihre Arbeit von die­sen Ver­wer­tern „ange­mes­sen ver­gü­tet“ wer­den – wie es das Urhe­ber­rechts­ge­setz vor­sieht?

Das ist gar so schwie­rig nicht. You­Tube lebt von den Fil­men, die von Usern ein­ge­stellt wer­den. Mega­u­pload wäre nichts ohne die Datei­en, die von Usern hoch­ge­la­den wer­den. Und auch Face­book wäre nur eine blau­wei­ße Wüs­te, wür­den nicht die Mit­glie­der wie wild Inhal­te mit ihren Freun­den tei­len. Ich hat­te hier schon vor eini­ger Zeit aus­ge­führt, dass ich das aktu­el­le, kun­den­da­ten­ba­sier­te Geschäfts­mo­dell von Face­book eher für ein Über­gangs­phä­no­men hal­te und davon aus­ge­he, dass Face­book zukünf­tig über die – noch rela­tiv wenig bekann­ten und genutz­ten – Face­book Credits sei­ne größ­te Chan­ce hat, zu einem digi­ta­len Bezahl­sys­tem zu wer­den. Ohne die­se Debat­te in aller Tie­fe zu füh­ren, lässt sich doch spe­ku­la­tiv ein Geschäfts­mo­dell ent­wi­ckeln, an dem sowohl Face­book wie auch Urhe­ber in brei­ter Mas­se par­ti­zi­pie­ren kön­nen. Die­se klei­ne Spin­ne­rei möch­te ich hier wie­der­ge­ben, um der Urhe­ber­rechts­de­bat­te viel­leicht eine zukunfts­wei­sen­de Dimen­si­on zu geben, anstatt immer nur Abwehr­schlach­ten » Wei­ter­le­sen «

Digitalökonomie: Die gemeinsame Quelle der Krisen von Finanzindustrie und Urheberrecht (Teil 1)

Februar 10th, 2012 § Kommentare deaktiviert für Digitalökonomie: Die gemeinsame Quelle der Krisen von Finanzindustrie und Urheberrecht (Teil 1) § permalink; Autor: Ulf Schmidt

In Sich Gesell­schaft leis­ten hat­te ich ein Gedan­ken­ex­pe­ri­ment zum Aus­gangs­punkt genom­men, um eine rela­tiv kom­ple­xe Ver­suchs­an­ord­nung durch­zu­spie­len: Eine waren­lo­se Dienst­leis­tungs­ge­sell­schaft ver­han­delt dar­über, wie alle mög­li­chen und weni­ger mög­li­chen Dienst­leis­tun­gen mit­ein­an­der ver­re­chen­bar gemacht wer­den: Vom Essen­ko­chen über die Kon­ver­sa­ti­on bis hin zum Sex. Das führ­te letzt­lich rela­tiv schnell dazu, dass ein kom­ple­xes Gewe­be aus Schuld­ver­schrei­bun­gen ent­stand, in dem jeder ein­zel­ne Akteur bei jedem ande­ren ver­schul­det ist, die­se kom­pli­zier­ten Ver­schul­dungs­me­cha­nis­men den letzt­li­chen Zusam­men­halt stif­ten. Da bei einem völ­li­gen Ver­zicht auf Waren­öko­no­mie auch die Ernäh­rung kei­ne trei­ben­de Grund­kraft für das Wirt­schaf­ten und den han­deln­den Aus­tausch sein kann, blieb letzt­lich nichts ande­res als das kör­per­li­che Begeh­ren und die phy­si­sche Repro­duk­ti­on als unhin­ter­geh­ba­res Movens für den hoch­gra­dig irra­tio­na­len und » Wei­ter­le­sen «

Urheber aufgepasst — ihr könnt für eure eigenen Werke abgemahnt werden

Februar 2nd, 2012 § Kommentare deaktiviert für Urheber aufgepasst — ihr könnt für eure eigenen Werke abgemahnt werden § permalink; Autor: Ulf Schmidt

Kul­tur­zeit hat einen hübsch gemei­nen kur­zen und die Absur­di­tät des Urhe­ber­rechts auf die Spit­ze trei­ben­den Text unter dem Titel Abge­mahnt und abge­zockt — Inter­netabmah­nun­gen bei Künst­lern gebracht, in dem davon berich­tet wird, dass Künst­ler von Zei­tun­gen abge­mahnt wer­den, weil sie Kri­ti­ken und Bespre­chun­gen ihrer eige­nen Wer­ke auf ihrer Web­sei­te ange­bo­ten haben. Wenn Urhe­ber jetzt nicht lang­sam anfan­gen, dar­über nach­zu­den­ken, wer denn die eigent­li­chen “Fein­de” sind — dann ver­steh ichs auch nicht mehr.

Verwertungsindustrie vor dem Untergang? Von wegen!

Februar 2nd, 2012 § Kommentare deaktiviert für Verwertungsindustrie vor dem Untergang? Von wegen! § permalink; Autor: Ulf Schmidt

Bei Leon­hard Dobusch fin­det sich aktu­ell hier nicht nur ein sehr lesens­wer­ter Arti­kel zu ACTA, son­dern auch eine sehr inter­es­san­te Info­gra­fik über die mone­tä­re Ent­wick­lung, der sich selbst ger­ne als durch das Inter­net not­lei­dend oder bedroht dar­stel­len­den Ver­wer­tungs­in­dus­trie, die ich hier ger­ne sha­ren möch­te:

Die Herausforderung des Internets an die Urheber

Februar 2nd, 2012 § 1 comment § permalink; Autor: Ulf Schmidt

Als Kon­se­quenz des ver­gan­ge­nen, viel zu lan­gen Pos­tings, das ver­mut­lich nicht hin­rei­chend viel Auf­merk­sam­keit hat­te, um bis zu Ende gele­sen zu wer­den, lässt sich kurz for­mu­lie­ren:

Urhe­ber haben sich vier Fra­gen zu stel­len:

  1. Wie erlan­ge ich Auf­merk­sam­keit?
  2. Wie kom­me ich an einen mone­tä­ren Ertrag?
  3. Wie kann ich das Inter­es­se an Auf­merk­sam­keit, das ande­re haben, selbst nut­zen, um einen Ertrag zu erwirt­schaf­ten?
  4. Wer sichert eine freie, unab­hän­gi­ge, kri­ti­sche künst­le­ri­sche und publi­zis­ti­sche Urhe­brschaft jen­seits von Ertrags- und Ver­wer­tungs­zwän­gen?

 

Auf­merk­sam­keit erlan­gen

Die Sharing-Funk­tio­na­li­tät ist eine Auf­merk­sam­keits­öko­no­mie. Inhal­te von mir, die ande­re wei­ter­lei­ten und ihren Freun­den ver­füg­bar machen, sor­gen dafür, dass mei­ne Auf­merk­sam­keit wächst. Ein Text, Bild, Video, Musik­stück von mir, das wei­ter­ge­lei­te­te, auf ande­ren Platt­for­men gepos­tet wird, sorgt dafür, dass mei­ne Bekannt­heit steigt. Jeder Link zu mir eben­so. Nach klas­si­schem Urhe­ber­recht wäre das eine Rechts­ver­let­zung – was bekannt ist und durch Abmahn­wel­len ver­folgt wird. Das ist däm­lich. Denn die damit ver­bun­de­ne For­de­rung nach Unter­las­sung sorgt dafür, dass die Auf­merk­sam­keit sinkt. Ich habe mein Recht an mei­nem Inhalt – und kein Schwein kuckt. Bil­den­de Künst­ler wis­sen, dass Auf­merk­sam­keit die Ertrags­chan­cen stei­gert. Dar­über hat­te ich im letz­ten Pos­ting geschrie­ben. Von Auf­merk­sam­keit wird aller­dings nie­mand satt.

Mone­tä­re Erträ­ge sichern

Die Fra­ge, wie sich mone­tä­re Erträ­ge erzie­len las­sen, ist von der Auf­merk­sam­keit » Wei­ter­le­sen «

Where am I?

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