Dieser Zwangsanleihe-Dingbums-Blödsinn

Juli 16th, 2012 Kommentare deaktiviert für Dieser Zwangsanleihe-Dingbums-Blödsinn Autor: Ulf Schmidt

Es klingt so wun­der­bar ein­fach, was das Deut­sche Insti­tut für Wirt­schafts­for­schung (DIW) sich da aus­ge­dacht hat: Wer über ein Ver­mö­gen von über 250.000 Euro ver­fügt, möge davon 10% als Zwangs­an­lei­he abge­ben. Und damit die Ver­schul­dung des Staats­haus­hal­tes sen­ken. Nicht dass ich wirk­lich viel von pro­fes­sio­nel­len Öko­no­men hiel­te (schaf­fen sie es doch nicht ein­mal, eine simp­le men­schen­ge­mach­te Euro-Kri­se zu lösen). Aber so blöd …?

War­um blöd? Ich zitie­re mal aus einer Aug­stein­ko­lum­ne bei Spon

Die deut­sche Schul­den­quo­te beträgt 2012 wohl 83,5 Pro­zent. Die Zwangs­an­lei­he wür­de, wenn der Staat neun Pro­zent des BIP mit der Zwangs­an­lei­he mobi­li­siert, die­sen Wert auf 74,5 Pro­zent sen­ken (Link)

Also: War­um blöd? Weil eine Anlei­he bedeu­tet: Der Staat nimmt Schul­den auf. Es wer­den 230 Mil­li­ar­den als Zwangs­an­lei­he bei wohl­ha­ben­den Bür­gern ein­ge­nom­men. Und dafür erhal­ten sie was? Sowas wie Bun­des­ob­li­ga­tio­nen, Schatz­brie­fe, irgend­was. Ver­mut­lich mit irgend­wel­chen Zin­sen dar­auf. Heißt nichts ande­res als: Der Staat baut Schul­den ab, indem er Schul­den auf­nimmt. Jaja, mag ein Cle­ver­le ein­wer­fen — aber doch bei sei­nen Bür­gern. Na und? Wen scherts denn, wer der Gläu­bi­ger ist? Die Schul­den­quo­te scherts nicht. Dass der Staat gera­de ange­kün­digt hat, jede Form der Bür­ger­an­lei­he ein­zu­stel­len (Link), zeigt doch, dass der Staat kaum Inter­es­se dar­an hat, Bür­gern für das gelie­he­ne Geld Zin­sen zu zah­len. War­um auch. Bei den Ban­ken brin­gen staat­li­che Ver­schul­dun­gen sogar noch Pro­fit, da die Zin­sen für Deutsch­land mitt­ler­wei­le nega­tiv sind (-0,0122% Quel­le). Die Ban­ken erhal­ten weni­ger zurück als sie ver­lie­hen haben. Für zehn­jäh­ri­ge Anlei­hen gibts gera­de noch 1,35% (Quel­le). Das ist deut­lich unter­halb der Infla­ti­on.

Was Sinn macht — wäre eine Zwangs­zah­lung. Ohne Ver­zin­sung. Ohne Rück­zah­lung. Sowas ist in Deutsch­land durch­aus bekannt und gang und gäbe. Nennt sich Steu­ern. Kann man erhö­hen. Ohne Stuss zu reden und zu schrei­ben.

 

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