“Wir” sind immer die anderen.

Dezember 26th, 2010 § 2 comments Autor: Ulf Schmidt

Nur um das mal klar gesagt zu haben. Es gibt nur zwei Arten von “Wir”. Das “Wir”, das ich nicht bin, son­dern das mir als “die ande­ren, die ‘wir’ sind” gegen­über­steht. Und das “Wir”, das meint: Ich und die ande­ren. Das heißt: Ich gehö­re nie zur Gesell­schaft, ste­he der Gesell­schaft des “Wir” immer nur gegen­über. Die schein­bar exklu­si­ve Posi­ti­on sozio­lo­gi­scher Theo­roi und Beob­ach­ter ist tat­säch­lich die Nor­mal­po­si­ti­on. Weil die Gesell­schaft das Wir ist, das nur von außen betrach­tet wer­den kann. Und zwar von allen. Die Tat­sa­che, dass die ande­ren selbst auch jeweils ein­zeln dem Wir gegen­über­ste­hen hin­dert mich nicht, sie unter das Wir zu sub­su­mie­ren. Aber nur als theô­ria, als zusam­men­ge­schau­tes Gefü­ge.

§ 2 Responses to “Wir” sind immer die anderen."

  • kusanowsky sagt:

    ein hüb­sches Theo­rie-Epi­gramm!

  • Postdramatiker sagt:

    Dan­ke! Jeden­falls eine Beob­ach­tung, die der Gesell­schafts­theo­re­ti­ker mit Auto­fah­rern teilt, die auf der Auto­bahn “im Stau ste­hen” oder Tou­ris­ten, die sich über die vie­len Tou­ris­ten beschwe­ren.

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