Zu Lobos Spon-Artkel: Wem nützt die VW-Blackberryabschaltung?

Dezember 27th, 2011 § 2 comments § permalink; Autor: Ulf Schmidt

Mit einem ori­gi­nel­len Vor­schlag mischt sich der Publi­zist Sascha Lobo in die Debat­te rund um Berg­leu­te, die zuneh­mend über Licht­man­gel und Staub­lun­gen bekla­gen und wirft ihnen fröh­lich das Mot­to zu: Geht doch mal raus aus den Flö­zen und an die fri­sche Luft.

Ein Scherz. Es geht hier zum zig­tau­sends­ten Mal um den Zusam­men­hang von elek­tro­ni­schen Kom­mu­ni­ka­ti­ons­mit­teln ins­be­son­de­re Smart­pho­nes mit Über­las­tungs- und Erschöp­fungs­phä­no­me­nen, die unter dem völ­lig aus­ge­frans­ten, über­stra­pa­zier­ten und dann wie­der völ­lig bestrit­te­nen Kon­zept des „Burn Out“ durch die Medi­en gehetzt wer­den. Anlass für Lobos dün­nes Text­chen ist die­se Mel­dung, dass der VW-Betriebs­rat eine Betriebs­ver­ein­ba­rung erwirkt hat, dass die Black­ber­ry-Ser­ver der Unter­neh­men eine hal­be Stun­de nach Ende der Gleit­zeit abge­stellt und erst eine Hal­be Stun­de vor ihrem Beginn wie­der ange­schal­tet wer­den. Das Pro­blem an Lobos Text ist, dass er zwar über digi­ta­le Tech­no­lo­gie und ihre Nut­zung weiß, was es zu wis­sen gibt – zugleich aber kein Ver­ständ­nis orga­ni­sa­ti­ons­in­ter­nen Zusam­men­hän­ge hat. Des­we­gen lohnt sich eine kur­ze Erör­te­rung, wie die VW-Ver­ein­ba­rung für betrieb­li­che Effi­zi­enz und zugleich zur Redu­zie­rung des Stress­le­vels in viel höhe­rem Maße sorgt als etwa Lobos „Ein­fach mal abschal­ten“ Emp­feh­lung — und wes­we­gen sie folg­lich viel näher an den von Lobo gefor­der­ten “rich­ti­gen Gebrauch” her­an­rei­chen, als sein » Wei­ter­le­sen «

Datenschutzkonforme(re) Social Plugins im Blog

Dezember 13th, 2011 § 5 comments § permalink; Autor: Ulf Schmidt

Ich set­ze jetzt ver­suchs­wei­se hier im Blog auf die daten­schutz­kon­for­me­ren Soci­al Plug­ins, die sich durch 2-Klicks akti­vie­ren las­sen — und die, soweit zu sehen, das häu­fig dis­ku­tier­te Pro­blem umge­hen, dass Face­book bereits Daten von Usern bekommt, die sich nur auf einer Sei­te befin­den, die den ori­gi­nä­ren “Like”-Button ein­ge­bun­den hat, das heißt: ohne akti­ves Kli­cken von “Like/Gefällt mir” oder “Sha­re”. Ich benut­ze dafür das “2-Click Soci­al Media But­tons” Plug­ing (hier mehr dazu).

Wer möch­te, kann bei den Plug­ins unter dem klei­nen Zahn­rad aktiv ankli­cken, dass er die But­tons dau­er­haft akti­viert haben möch­te. Ich finds kom­for­ta­bel genug — wenns dem Daten­schutz dien­lich ist: So möge es sein. Und ein hüb­sches Grau passt zu disem Blog eh bes­ser, als die bun­ten Plug­ins :-)

Ich bin gespannt, ob das das Wei­ter­lei­tungs­ver­hal­ten merk­bar ver­än­dert.

Machen Datenschützer Facebook platt — oder eben doch nicht?

Dezember 9th, 2011 § Kommentare deaktiviert für Machen Datenschützer Facebook platt — oder eben doch nicht? § permalink; Autor: Ulf Schmidt

Bei Nico Lum­ma (dis­clo­sure: Mit dem zusam­men ich zu den Gründuns­mit­glie­dern von D64 – Zen­trum für digi­ta­len Fort­schritt gehö­re) fin­det sich heu­te hier ein sehr pro­non­cier­ter Blog­post zu der gest­ri­gen Erklä­rung des Düs­sel­dor­fer Krei­ses, des Zusam­men­schlus­ses aller Daten­schutz­be­hör­den der Län­der, die hier nach­zu­le­sen ist.

Zwi­schen­be­mer­kung: Wie­wohl beruf­lich mit Face­book beschäf­tigt, feh­len mir umfas­sen­de tech­ni­sche Hin­ter­grün­de, die mich zu einem tat­säch­lich fun­dier­ten Stand­punkt hin­sicht­lich der Fra­ge befä­hi­gen, was wo wie Face­book mit den durch Inte­gra­ti­on sei­ner Soci­al Plug­ins wie des Like-But­tons tat­säch­lich für Daten sam­melt und wie die­se Daten genau ver­wer­tet wer­den. So weit ich sehe, gibt es eini­ge, die dazu durch­aus fun­dier­te­res Wis­sen haben, lese ich aber die Erklä­rung der Daten­schüt­zer, scheint auch selbst in die­sem Kreis nie­mand wirk­lich genau zu wis­sen, was Face­book damit tut. Es heißt dort, dass „Anbie­ter deut­scher Web­sites, {…} in der Regel kei­ne Erkennt­nis­se über die Daten­ver­ar­bei­tungs­vor­gän­ge haben kön­nen, die bei­spiels­wei­se durch Soci­al Plug­ins aus­ge­löst wer­den …“. Zu einem gro­ßen Teil speist sich also die Vehe­menz der Debat­te auch aus der Tat­sa­che der man­geln­den Trans­pa­renz, die auf der einen Sei­te zu der Unter­stel­lung miss­bräuch­li­cher oder bös­wil­li­ger Ver­wen­dung füh­ren, auf der ande­ren Sei­te zu einem „die wer­den schon nicht“ füh­ren muss. Ende der Zwi­schen­be­mer­kung.

Lum­ma schüt­tet in sei­nem Blog­post das Daten­schüt­zer­kind mit dem Bade aus – und das repro­du­ziert sich in den Kom­men­ta­ren zu sei­nem Pos­ting. Da es mei­nes » Wei­ter­le­sen «

Das Thalia und die Spiel(plan)verderber 2: Durch Leiden wird man Demokrat

Dezember 5th, 2011 § 1 comment § permalink; Autor: Ulf Schmidt

Inter­es­san­tes tut sich rund um die soge­nann­ten Demo­kra­ti­sie­rungs­ver­su­che des Tha­lia Thea­ters – und es beginnt ein Thea­ter rund um das Thea­ter, das ver­mut­lich weit­aus inter­es­san­ter ist als die Fra­ge, was denn am Ende wirk­lich gewin­nen wird.  Natür­lich ist Klug­scheis­se­rei hin­ter­her ein­fa­cher als die soli­de Orga­ni­sa­ti­on eines Par­ti­zi­pa­ti­ons­pro­zes­ses – die­se Ein­fach­heit erlau­be ich mir eben­so wie das Recht, mei­ne anfäng­li­che Beein­druckt­heit jetzt der nüch­ter­nen Betrach­tung wei­chen zu las­sen. Denn zu beob­ach­ten ist hier zunächst ein zukünf­ti­ger Lehr­buch­fall miss­ver­stan­de­ner Demo­kra­ti­sie­rung, den zu betrach­ten sich lohnt jen­seits der blo­ßen und letzt­lich ziem­lich irrele­van­ten Fra­ge, was an eini­gen Aben­den in einem Ham­bur­ger Thea­ter dem­nächst läuft. Zudem ist hier das eigent­lich ers­te Erschei­nen eines zukunfts­träch­ti­gen Thea­ters fest­zu­stel­len, von dem am Ende die­ses Pos­tings zu han­deln sein wird.

Das Pro­jekt: Mehr Demo­kra­tie gewagt – oder nur Lux und Dol­le­rei?

Das Tha­lia beschreibt die Akti­vi­tät als Demo­kra­ti­sie­rung eines Dienst­leis­tungs­un­ter­neh­mens. Der Inten­dant äußert hier im Inter­view sein Inter­es­se dar­an, was denn das Publi­kum wirk­lich sehen will – und sei es Har­ry Pot­ter. Anders lie­ße sich beschrei­ben: Die von einem demo­kra­ti­schen Gemein­we­sen – der Stadt Ham­burg – als ver­ant­wort­li­che Lei­ter einer städ­ti­schen Ein­rich­tung Ein­ge­setz­ten ent­zie­hen sich ein Stück weit der ihnen vom Gemein­we­sen zuge­wie­se­nen Auf­ga­be der inhalt­lich-kon­zep­tio­nel­len Aus­rich­tung die­ser Insti­tu­ti­on und der damit ver­bun­de­nen Ver­ant­wor­tung der von den Bewoh­nern des Gemein­we­sens auf­ge­brach­ten Finanz­mit­tel. Man lässt eine nicht begrenz­te und unde­fi­nier­te Grup­pe von Men­schen dar­über ent­schei­den, was statt­fin­den soll. Wir spie­len, was irgend­wer will.  Was auch immer, wer auch immer. Es muss nur eine aus­rei­chend gro­ße Zahl von Stim­men zusam­men­kom­men. Man könn­te die Bewoh­ner Ham­burgs eben­so gut dazu ver­pflich­ten, Regen­schir­me auf­zu­span­nen, wenn es in Aus­tra­li­en reg­net. Die Fremd­be­stim­mung durch die – sich selbst als unde­mo­kra­tisch ver­ste­hen­de – Thea­ter­lei­tung wird poten­zi­ell abge­ge­ben in eine ande­re Fremd­be­stim­mung durch irgend­wen.

Was heißt demo­kra­ti­sche Ent­schei­dung? Wer ent­schei­det was für wen in demo­kra­ti­schen » Wei­ter­le­sen «

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