Das Prinzip Jago — Text-Download, Trailer, Kritiken

Oktober 9th, 2016 § 1 comment § permalink; Autor: Ulf Schmidt

Wer sich für das Arbeits­er­geb­nis des Esse­ner Wri­ters Rooms, den Stück­text von “Das Prin­zip Jago” inter­es­siert, kann ihn hier direkt und in vol­ler Län­ge als PDF her­un­ter­la­den: Down­load-Link via Web­sei­te des Schau­spiel Essen.

Einen klei­nen Ein­druck von der Insze­nie­rung ver­mit­telt der Trai­ler des Schau­spiel Essen:

Eini­ge Kri­ti­ken:

In Thea­ter Heu­te 10/2016 ist zudem ein Inter­view mit den Betei­lig­ten des Esse­ner Wri­ters Room Vol­ker Lösch, Vera Ring, Oli­ver Schmaering und mir zu lesen. Der Arti­kel ist hier (kos­ten­pflich­tig) online zu fin­den. Oder in der Okto­ber-Print­aus­ga­be.

Die Trierer proben den Aufstand – eine Laien(theater)kritik

Juni 22nd, 2013 § Kommentare deaktiviert für Die Trierer proben den Aufstand – eine Laien(theater)kritik § permalink; Autor: Ulf Schmidt

Dass es einen FC Bay­ern Mün­chen gibt, ist kein Ein­wand gegen Fei­er­abend- und Ama­teur­fuß­ball in zahl­lo­sen ört­li­chen Ver­ei­nen. Und dass letz­te­re nicht auf dem Niveau des Ers­te­ren spie­len, eine Selbst­ver­ständ­lich­keit. Denn die zahl­lo­sen loka­len Ver­ei­ne haben eine ande­re lokal-gesell­schaft­li­che Funk­ti­on, als die Cham­pi­ons League Sport­ler.

Mit Lai­en­thea­ter ist es eine ähn­li­che Sache. Gewöhnt an die Hoch­äm­ter der Büh­nen­kunst in pro­fes­sio­nel­len Häu­sern, kann man recht schnell zu einer ent­täusch­ten Ein­schät­zung sol­cher Thea­ter­ak­ti­vi­tä­ten kom­men und sich gelang­weilt oder frus­triert abwen­den. Man kann sich aber auch den Eigen­ge­set­zen die­ser viel­leicht nicht ein­mal im empha­ti­schen Sin­ne „künst­le­ri­schen“, son­dern lokal gemein­schaft­li­chen Form wid­men.

Die Trie­rer Pro­duk­ti­on „Stadt in Auf­ruhr“, pro­du­ziert für und gezeigt im Rah­men des Fes­ti­vals „Maxi­mie­rung Mensch 4:Mensch Marx“ der Uni­ver­si­tät und des Thea­ters Trier, ist ein sol­cher Anlass, die Bewer­tungs­kri­te­ri­en pro­fes­sio­nel­len Büh­nen­thea­ters zurück­zu­stel­len, um sich dem wid­men zu kön­nen, was da tat­säch­lich an Span­nen­dem geschah. Das soll hier ver­sucht wer­den, wes­halb es sich hier eigent­lich nicht um eine Kri­tik han­delt, son­dern um eine Lai­en­kri­tik.

Es fan­den sich mehr als 60 Trie­rer (mei­ne Zäh­lung – Ver­an­stal­ter­an­ga­ben über 100) unter Anlei­tung der GRUPPE INTERNATIONAL zusam­men, um „Stadt in Auf­ruhr“ zu geben. Nicht auf einer Büh­ne, son­dern indem die Stadt selbst zur Büh­ne ver­wan­delt, das Publi­kum zum Spa­zier­gän­ger in einer Stadt­füh­rung wur­de. Erschien der Beginn noch auf übli­chem Lai­en-Niveau, wan­del­te sich die Akti­on spä­ter plötz­lich in Ande­res.

Die ers­ten Akte: Von damals

Ers­te Spiel­stät­te war die Kunst­bau­stel­le „Tuf­ta­po­lis“, ein etwas her­un­ter­ge­kom­me­ner Aben­teu­er­spiel­platz, auf dem Kin­der in Kos­tü­men des Micha­el aus Lön­ne­ber­ga, Bat­man, Robin und Pip­pi Lang­strumpf Klein­grup­pen eine Füh­rung gaben und den Besu­chern gesprä­chig erzähl­ten, was das damals alles war. „Damals“ (so ver­stand ich) ist das Trier der Gegen­wart, denn die Insze­nie­rung sie­del­te sich in der Zukunft des Jah­res 2025 (in Anknüp­fung an ein gera­de ver­öf­fent­lich­tes Stra­te­gie­pa­pier „Trier Zukunft 2025“ der Stadt) an  – einer durch­aus dys­to­pi­schen, durch­öko­no­mi­sier­ten und in einer ver­elen­de­ten und zutiefst in Reich und Arm gespal­te­nen Stadt.

Durch Sei­ten­gas­sen, an denen sich Bau­an­kün­di­gun­gen für Enter­tain­ment Cen­ter fan­den, ging es zum zwei­ten Akt, einen Gara­gen­hof. Dort wur­de das Publi­kum (geschätzt über 100 Zuschau­er) auf­ge­teilt auf ver­schie­de­ne Gara­gen, in denen ver­klei­de­te Ein­zel­dar­stel­ler ver­arm­te Trie­rer gaben, die von einer gemein­schaft­li­chen Aldi-Plün­de­rung erzähl­ten. Wei­ter dann auf einen Park­platz, auf dem vier Dar­stel­ler sich als Opfer staat­li­cher Gewalt der jün­ge­ren Gegen­wart (Athen, Tune­si­en) und der ent­fern­te­ren Trie­rer Ver­gan­gen­heit (ein 1848 von der Poli­zei in Trier getö­te­te Revo­lu­tio­när) gaben und ihre Geschich­te erzähl­ten.

Der drit­te Akt: Der Auf­stand beginnt

Span­nend wur­de es direkt im Anschluss. Die Dar­stel­ler misch­ten sich unter die Zuschau­er-Spa­zier­gän­ger, drück­ten Dut­zen­den von ihnen Demo-Pla­ka­te mit der » Wei­ter­le­sen «

Vor dem Fernseher, nach dem Individuum. Ein Schleef-Zitat #MediaDivina

Februar 23rd, 2013 § Kommentare deaktiviert für Vor dem Fernseher, nach dem Individuum. Ein Schleef-Zitat #MediaDivina § permalink; Autor: Ulf Schmidt

Über Andre­as Wilinks nacht­kri­tik-Bespre­chung der Bon­ner Insze­nie­rung von Haupt­manns Rat­ten durch Lukas Lang­hof bin ich über eine Pas­sa­ge eines Einar Schle­ef-Inter­views gestol­pert, der dort etwas sagt, das beden­kens­wert ist. Noch nicht durch­dacht hier, aber beden­kens­wert in sei­ner gerad­zu bud­dhis­ti­schen Schlicht­heit und Prä­gnanz:

Im tra­di­tio­nel­len Sprech­thea­ter hat der Schau­spie­ler den Traum vom Indi­vi­du­um zu erfül­len — aber wo gibt”s denn heu­te ein Indi­vi­du­um? Das ist eine anti­quier­te Vor­stel­lung. Wir leben im Mas­sen­zeit­al­ter, und das » Wei­ter­le­sen «

Digitaljournalismus statt #lsr – Aufruf zur Rettung von nachtkritik.de

Juni 20th, 2012 § Kommentare deaktiviert für Digitaljournalismus statt #lsr – Aufruf zur Rettung von nachtkritik.de § permalink; Autor: Ulf Schmidt

Zuge­ge­ben, die Head­line die­ses Pos­tings ist so rei­ße­risch, wie eine schlech­te BILD (darf ich den Namen noch erwäh­nen, ohne ver­klagt zu wer­den?) Schlag­zei­le. Aller­dings ist hier wie dort auch das Ziel ähn­lich: es soll nicht nur infor­miert, son­dern agi­tiert wer­den.

Zur Sache: nachtkritik.de ist DAS deutsch­spra­chi­ge Thea­ter- und Thea­ter­kri­tik­por­tal im Netz. Es wur­de vor über fünf Jah­ren von erfah­re­nen und print­re­nom­mier­ten Thea­ter­kri­ti­kern gegrün­det und bringt jeden Mor­gen Kri­ti­ken zu den wich­tigs­ten Thea­ter­pre­mie­ren des ver­gan­ge­nen Abends. Zudem wer­den dort die hei­ßes­ten Kom­men­tar­de­bat­ten über ästhe­ti­sche, thea­ter- und kul­tur­po­li­ti­schen The­men geführt. Zusam­men mit der Redak­ti­on sor­gen meh­re­re Dut­zend freie Kri­ti­ker, ver­teilt über das gan­ze Land, dafür, dass nicht nur die „Zen­tren“ des Thea­ter­ge­sche­hens, son­dern auch die Pro­vinz Beach­tung und Auf­merk­sam­keit fin­det. Nacht­kri­tik lebt im Wesent­li­chen von dem (posi­tiv for­mu­liert) Idea­lis­mus und der (kri­tisch gesagt) Selbst­aus­beu­tung aller Macher, um ein kos­ten­lo­ses, hoch pro­fes­sio­nel­les und jour­na­lis­ti­sches Ange­bot zu schaf­fen.

Um die Mit­tel selbst für die­sen recht spär­li­chen Hono­ra­re zu gene­rie­ren, nutzt nacht­kri­tik Wer­be­ban­ner, bekommt Unter­stüt­zung etwa von der Buce­ri­us-Stif­tung – und ist auf Spen­den ange­wie­sen. Aktu­ell wer­den 25.000 Euro benö­tigt, um den Betrieb von nacht­kri­tik auch in der nächs­ten Spiel­zeit zu ermög­li­chen. Davon sind nach vier Wochen nicht ein­mal 4.000 Euro zusam­men­ge­kom­men.

Für mich ist nacht­kri­tik nicht nur als Kul­tur­platt­form span­nend und fas­zi­nie­rend. Für mich steht viel­mehr gera­de in den aktu­el­len Umstän­den, der Debat­ten um Urhe­ber- und Leis­tungs­schutz­rech­te mehr auf dem Spiel bei der Far­ge, ob nacht­kri­tik das Über­le­ben gelingt.

Nacht­kri­tik ist – neben eini­gen ande­ren Ange­bo­ten wie car­ta oder netz­po­li­tik – ein Visi­on vom unab­hän­gi­gen Digi­tal­jour­na­lis­mus der Zukunft Heißt: Wenn es nicht gelingt, eine sol­che Platt­form jen­seits tra­di­tio­nel­ler Erlös­mo­del­le dau­er­haft am Leben zu erhal­ten, schwin­det mein grund­sätz­li­cher Opti­mis­mus was die Zukunft von Qua­li­täts­jour­na­lis­mus im Netz jen­seits indus­trie­ge­sell­schaft­li­cher Pro­duk­ti­ons- und Dis­tri­bu­ti­ons­me­cha­nis­men angeht. Nicht weil vom Thea­ter­jour­na­lis­mus etwa die Zukunft von irgend­et­was abhin­ge (abge­se­hen von den Stadt­thea­tern, die man fin­den mag, wie man will). Son­dern weil nacht­kri­tik sym­bo­lisch ste­hen kann für die ent­schei­den­de Fra­ge:

Kann Jour­na­lis­mus mit hohem Anspruch, mit inten­si­ver Debat­ten­kul­tur, ohne Ver­la­ge und ihre lob­by­be­ar­bei­te­ten Geset­zes­wer­ke zukünf­tig öko­no­misch leben oder nicht? Kön­nen Jour­na­lis­ten ohne Ver­lags- und Ver­triebs­hin­ter­grün­de zukünf­tig selbst­or­ga­ni­sier­te Ange­bo­te in einer Form betrei­ben, dass auch eine zumin­dest exis­tenz­si­chern­de Finan­zie­rung dabei her­aus­kommt – oder ist die­ses gan­ze Netz letzt­lich nur ein Hob­by­raum?

Um dafür einen zukunfts­wei­sen­den Bei­trag zu leis­ten, braucht es mehr als Lip­pen- oder Twit­ter­be­kennt­nis­se. Es braucht in paar Euro (die sogar steu­er­lich abzugs­fä­hig sind, da nacht­kri­tik gemein­nüt­zig ist). Man muss sich nicht für Thea­ter inter­es­sie­ren, um ein State­ment zur Zukunft des anspruchs­vol­len (Kultur-)Journalismus im Netz per Spen­de abzu­ge­ben. Man muss nacht­kri­tik nicht jeder­zeit zustim­men, muss nicht ein­mal mit der Grund­li­nie oder der Inhalts­aus­wahl ein­ver­stan­den sein, um zu ver­ste­hen und per Spen­de zu gou­tie­ren, dass eine Inhalts­de­bat­te nur dann sinn­voll geführt wer­den kann, wenn die Erstel­lung der Inhal­te gesi­chert ist. Man muss nacht­kri­tik nicht ein­mal lesen, um ein State­ment für einen zukunfts­wei­sen­den Digi­tal­jour­na­lis­mus abzu­ge­ben, indem man ein paar Euro sprin­gern lässt.

Wer als Schau­spie­ler dar­auf ange­wie­sen ist, dass Men­schen ein paar Euro Ein­tritt zah­len, soll­te eine Spen­de in Höhe eines Ein­tritts­gel­des bei­steu­ern, um zukünf­tig netz­öf­fent­li­che Auf­merk­sam­keit für die eige­ne Arbeit zu bekom­men. Wer als Inten­dant vom Fort­be­stehen der Stadt­thea­ter­kul­tur abhän­gig ist, soll­te einen Wochen­lohn (Brut­to – Steu­ern gibt’s ja zurück; bei einem Frank­fur­ter Inten­dan­ten­ge­halt von 240.000+X — wie nacht­kri­tik gera­de berich­tet — wären  also ca. 5.000+X fäl­lig!) dafür sprin­gen las­sen. Wer als Jour­na­list um die Zukunft des Jour­na­lis­mus besorgt ist, soll­te sich eine Packung Ziga­ret­ten ver­knei­fen und dafür einen fün­fer sprin­gen las­sen. Wer die Debat­te um das Leis­tungs­schutz­recht besorgt ver­folgt, soll­te sei­nen Bei­trag für eine Platt­form leis­ten, die sich über Erwäh­nun­gen, Ver­lin­kun­gen, Zitie­run­gen freut, statt sie juris­tisch zu ver­fol­gen.

Und wer gar kein Geld, aber eine Twit­ter-Fol­lo­wer­schaft hat, soll­te wenigs­tens mit einem Ret­weet dafür sor­gen, dass sol­ven­te­re Fol­lo­wer auf­merk­sam wer­den – und Geld raus­las­sen. Es geht um lächer­li­che 25.000 Euro. Das sind 5.000 Spen­den zu 5 Euro.

Pla­se Dona­te here and ret­weet.

Dis­clo­sure: Ich gehö­re der Redak­ti­on nicht an, bin aber mit Redak­teu­ren per­sön­lich bekannt und habe Bei­trä­ge für nacht­kri­tik geschrie­ben. Das dafür bezo­ge­ne Hono­rar geht selbst­ver­ständ­lich als Spen­de zurück an nacht­kri­tik.

Postdramatiker-Interview im aktuellen Magazin des Deutschen Theaters Berlin

April 9th, 2012 § Kommentare deaktiviert für Postdramatiker-Interview im aktuellen Magazin des Deutschen Theaters Berlin § permalink; Autor: Ulf Schmidt

Im Anschluss an die Black­fa­cing-Debat­te und mei­nen Arti­kel “Das Poli­ti­sche im Ästhe­ti­schen” auf nacht­kri­tik bzw. hier im Blog, hat mich Son­ja Anders, Chef­dra­ma­tur­gin am Deut­schen Thea­ter Ber­lin, per Email-Inter­view noch ein­mal zu der Debat­te selbst und zur Ver­än­de­rung des Thea­ters durch das Netz, den Über­gang von der Mas­sen­me­di­en­ge­sell­schaft zur Netz­ge­sell­schaft befragt. Hier gibts das Inter­view als PDF-Down­load

Spielzeitstart – Ein paar nicht einmal mehr wütende Gedanken dazu

Oktober 5th, 2011 § Kommentare deaktiviert für Spielzeitstart – Ein paar nicht einmal mehr wütende Gedanken dazu § permalink; Autor: Ulf Schmidt

Es ist ruhig gewor­den hier auf dem Blog. Das hat vor­der­grün­dig damit zu tun, dass ich ziem­lich beschäf­tigt bin mit Din­gen, die wenig mit Thea­ter, dafür mehr mit der Finan­zie­rung des all­ge­mei­nen Lebens­be­darfs zu tun haben. Eigent­lich aber kom­me ich beim Nach­den­ken dar­über, war­um mir auch die Moti­va­ti­on fehlt, das eine oder ande­re, was halb geschrie­ben oder noch ganz im Kopf ist, zu ver­fer­ti­gen und zu pos­ten zu einer (mich selbst)) ziem­lich depri­mie­ren­den Fol­ge­rung.

Was es so um und über Thea­ter zu lesen und zu hören gibt, inter­es­siert mich nicht. Gar nicht. Es reicht nicht ein­mal hin, mich dar­über auf­zu­re­gen, mich damit aus­ein­an­der zu set­zen, oder Ande­res vor­zu­stel­len oder zu for­dern.

Die Spiel­zeit­er­öff­nun­gen und Vor­bli­cke sind von einer sol­chen Belang­lo­sig­keit und ermü­den­den Arro­ganz, die Berich­te dar­über von sol­cher pflicht­er­fül­len­den Abar­bei­tung geprägt, dass ich nicht weiß, was über­haupt am Thea­ter mir eine Visi­on geben könn­te, die mich nicht nur in Aktu­el­les zöge, son­dern mir eine Vor­stel­lung davon gibt, war­um ich mich län­ger­fris­tig damit beschäf­ti­gen soll­te. Wor­an liegt das?

Spiel­zeit­vor­schau­en

In dem wider bes­se­res Wis­sen und zur Unfreu­de zukünf­ti­ger Umzugs­hel­fer erwor­be­nen Jahr­buch Thea­ter Heu­te fin­det sich zwei­er­lei Ernüch­tern­des wenn nicht Absto­ßen­des:

  1. Ein paar Leu­te wur­den dazu auf­ge­for­dert, sich rund um den Begriff der Wut auf­zu­pum­pen. Hübsch aus­ge­dacht. Ohne Erfolg. Es will nicht so recht Wut wer­den. Man merkt den Bei­trä­gen die an den Haa­ren her­bei­ge­zo­ge­ne Auf­re­gung an, schlech­te Schauschrei­be­rei. Wut? Wor­über? Dies oder jenes. Aber für mehr als ein paar Zei­len reicht die Wut nicht. „Sag mal was Wüten­des – und dann leg dich wie­der hin“.
  2. Tra­di­tio­nell schal­ten die Häu­ser hier ihre 1/1 Anzei­gen. Tra­di­tio­nell ste­hen da die Pro­duk­tio­nen, die übers Jahr geplant sind. War ja schon immer so. Kann also wei­ter so gehen. Oder nicht? Reicht es in einer Zeit galop­pie­ren­den Rele­vanz­ver­lusts der Thea­ter noch aus, ein­fach run­ter­zu­schrei­ben, was gespielt wird und einen Jung­gra­fi­ker an eine mög­lichst schrä­ge Gestal­tung zu hocken? Die die Unles­bar­keit mög­lichst auf ganz neue Ebe­nen hebt? Wofür ste­hen die­se Thea­ter? War­um soll das, was da auf­ge­lis­tet wird, ange­se­hen oder besucht wer­den? Sich am Klemp­ner­sor­ti­ments­ka­ta­log für Badar­ma­tu­ren zu ori­en­tie­ren, die sich erschöpft in der Auf­lis­tung der ver­füg­ba­ren Pro­duk­te, setzt vor­aus, dass » Wei­ter­le­sen «

Sehr Lesenswert: O.Garofalos Masterarbeit über „Sich Gesellschaft leisten“ (Download)

Januar 5th, 2011 § Kommentare deaktiviert für Sehr Lesenswert: O.Garofalos Masterarbeit über „Sich Gesellschaft leisten“ (Download) § permalink; Autor: Ulf Schmidt

Eine sehr span­nen­de Erfah­rung, eine wis­sen­schaft­li­che Arbeit über sich selbst bzw. über einen eige­nen Text zu lesen. Ins­be­son­de­re eine so schlaue und reflek­tier­te wie die Mas­ter­ar­beit von Oli­vi­er Garo­fa­lo „Der regu­lier­te Mensch in Ulf Schmidts Thea­ter­text sich Gesell­schaft leis­ten“. Die Arbeit ist als Mas­ter­ar­beit am ger­ma­nis­ti­schen Lehr­stuhl von Fran­zis­ka Schüß­ler an der Uni Trier ent­stan­den. Dort war ja im Rah­men des Fes­ti­vals Maxi­mie­rung Mensch Sich Gesell­schaft leis­ten (teil)uraufgeführt und zum Gegen­stand der wis­sen­schaft­li­chen Dis­kus­si­on bei der Tagung gewor­den.

Garo­fa­lo kon­zen­triert sich auf die regu­lie­ren­den Prin­zi­pi­en in Sich Gesell­schaft leis­ten und nutzt Fou­cault als Optik für die Betrach­tung des Tex­tes. Das funk­tio­niert imho ziem­lich gut. Die Arbeit legt die unter­schied­li­chen Dimen­sio­nen der Regu­lie­rung und der Ver­schnü­rung der Per­so­nen in Ver­trags­ge­flech­ten frei und spürt ihnen prä­zi­se nach.

Ich will gar nicht erst ver­su­chen, den Inhalt der Arbeit zusam­men­zu­fas­sen. Oli­vi­er Garo­fa­lo hat mir erlaubt, sei­ne Arbeit hier zu ver­lin­ken und zum Down­load frei anzu­bie­ten. Dafür herz­li­chen Dank. Und ich kann die Lek­tü­re nach­drück­lich emp­feh­len. Es sind vie­le Gedan­ken und Refe­ren­zen dar­in, derer ich mir gar nicht bewusst war bzw. auf die ich erst im Nach­hin­ein reflek­tie­ren kann. Hier kann der Text her­un­ter­ge­la­den wer­den.

Falls ein Thea­ter hier mit­liest, das einen cle­ve­ren und enga­gier­ten Dra­ma­tur­gen sucht: Garo­fa­lo ist jetzt mit dem Stu­di­um fer­tig ….! Ich stel­le ger­ne einen Kon­takt her!

Sich Gesellschaft leisten in Trier mit Kritiken

Juni 11th, 2010 § Kommentare deaktiviert für Sich Gesellschaft leisten in Trier mit Kritiken § permalink; Autor: Ulf Schmidt

So, zurück aus Trier. Tol­le Tage, tol­le Leu­te getrof­fen und enorm viel Inspi­rie­ren­des mit­ge­nom­men. Neben Marx’s Geburts­haus auch das Thea­ter, Inten­dant Weber, Chef­dra­ma­turg Petrer Opper­mann, die Kol­le­gin Sibyl­le Dudek, eine mun­te­re Podi­ums­dis­kus­si­on mit u.a. Peter Spuh­ler, Mar­kus Diet­ze, Prof. Dr. Fran­zis­ka Schöß­ler, Bar­ba­ra Wend­land, Til­man Gersch. Und natür­lich eine wun­der­ba­re Urauf­füh­rung mit klas­se Schau­spie­le­rIN­Nen! Geschafft bin ich auch.

Und nun – was schreibt die Kri­tik?

Der Trie­ri­sche Volks­freund fands “bären­stark”. In der rasant und sehr posi­tiv geschrie­be­nen Kritk (hier) heißt es unter ande­rem: » Wei­ter­le­sen «

Sich Gesellschaft leisten — Nachtrag

Juni 11th, 2010 § Kommentare deaktiviert für Sich Gesellschaft leisten — Nachtrag § permalink; Autor: Ulf Schmidt

Lei­der hat Wor­d­Press das Video von hunderttausend.de (hier) zer­schos­sen inklu­si­ve aller Links zu den Vor­ankün­di­gun­gen. Des­we­gen (auch um inter­es­sier­ten poten­ti­el­len Besu­chern einen schö­nen Vor­gu­cker zubie­ten), hier noch­mal das Video:

Und ich wer­de in den nächs­ten Tagen noch eine klei­ne Nach­be­trach­tung zur letz­ten Woche (evtl mit eini­gen Bil­dern) bie­ten.

Sich Gesellschaft leisten — Uraufführung in Trier am 8.6.2010 (updated)

Mai 26th, 2010 § Kommentare deaktiviert für Sich Gesellschaft leisten — Uraufführung in Trier am 8.6.2010 (updated) § permalink; Autor: Ulf Schmidt

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