Hubschraubergeld – oder das Paradox des zweibeinigen Kapitalismus

April 14th, 2016 § Kommentare deaktiviert für Hubschraubergeld – oder das Paradox des zweibeinigen Kapitalismus § permalink; Autor: Ulf Schmidt

Der Begriff geis­tert ein wenig durch die Wirt­schafts­nach­rich­ten seit eini­ger Zeit: Hub­schrau­ber­geld. Mar­cel Fratz­scher fin­det das Kon­zept erwä­gens­wert. Mario Draghi bezeich­ne­te es als „sehr inter­es­sant“. Die Idee ist Jahr­zehn­te alt und stammt vom Alt-Neo­li­be­ra­len Mil­ton Fried­man (gele­gent­lich auch von US-Noten­ban­kern wie Bern­an­ke ins Spiel gebracht): Wenns in einer neo­li­be­ra­len Wirt­schaft mal nicht brummt soll ein­fach von der Noten­bank (oder dem Staat) Bar­geld unter den Bür­gern ver­teilt wer­den, damit die­se kau­fen gehen, Umsät­ze und Gewin­ne, sowie volks­wirt­schaft­li­che Wachs­tums­ra­ten und Infla­ti­on stei­gern. Neo­li­be­ra­le, die etwas zu ver­schen­ken haben – und dann auch noch gleich Geld. Parb­leu.

Kapitalismus – das zweibeinige Monster

Dem Sozia­lis­mus dro­hen die Unter­neh­mer aus­zu­ge­hen – dem Kapi­ta­lis­mus die Kun­den. Sozia­lis­mus ten­diert zur Selbst­zer­stö­rung – Kapi­ta­lis­mus auch. Ob Kapi­ta­lis­mus das bes­te, sinn­volls­te, humans­te, öko­lo­gischs­te Wirt­schafts­sys­tem ist, ist eine Fra­ge, die sich treff­lich dis­ku­tie­ren lässt. In den letz­ten Jahr­zehn­ten war die poli­ti­sche Ant­wort: eher ja. Und man ver­such­te es mit einer immer weni­ger sozia­len Form von Markt­wirt­schaft, die immer deut­li­cher (sei That­cher, Rea­gan, Kohl/Schröder/, Blair usw.) zur Rein­form jenes Neo­li­be­ra­lis­mus wur­de, den Hay­ek, der wirt­schafts­re­li­giö­se Gegen­spie­ler von Keynes, seit den 20er Jahr pre­dig­te. Die neu­er­dings recht laut­stark auf­tre­ten­de „Alter­na­ti­ve für Deutsch­land“, die Ver­ei­ni­gung rechts­blin­ken­der Geis­ter­fah­rer, die neben einem mit Ras­sis­ten, Chau­vi­nis­ten, Neo­na­tio­na­lis­ten und Neo­fa­schis­ten flir­ten­den Deutsch­tum vor allem der poli­ti­sche Arm der stramm natio­nal-neo­li­be­ra­len Hay­ek-Gesell­schaft dar­stellt, bie­tet nun­mehr mit ihrem Pro­gramm­ent­wurf eine Art Extrem­form des Ultra-Neo­li­be­ra­lis­mus. Und wird, gewinnt sie Ein­fluss, damit zum Toten­grä­ber eben jenes neo­li­be­ra­len Tur­bo­ka­pi­ta­lis­mus, den sie doch eigent­lich zur Real­exis­tenz füh­ren will.

Der Kapi­ta­lis­mus in der Form, die im 19. Jahr­hun­dert ent­stan­den ist, mag ein Mons­ter sein – es ist aber ein zwei­bei­ni­ges Mons­ter. Das rech­te Bein war eine (wie auch immer gear­te­te) libe­ra­le Wirt­schafts­po­li­tik, der als lin­kes Bein die Sozi­al­po­li­tik dient. Auch für den Kapi­ta­lis­mus gilt: auf einem Bein kann man nicht ste­hen. Eine Wirt­schaft, die nur aus pro­fit­ori­en­tier­ten Unter­neh­mern besteht kann ohne kon­sum­fä­hi­ge Kun­den nicht bestehen. Die­se wur­den von der Sozi­al­de­mo­kra­tie und den Gewerk­schaf­ten gelie­fert. Der vor­der­grün­di­ge Kampf um Löh­ne und sozia­le Absi­che­rung ist zugleich ein Kun­den­be­schaf­fungs­pro­gramm für kapi­ta­lis­ti­sche Volks­wirt­schaf­ten. Die Ren­ten­ver­si­che­rung sorgt dafür, dass auch im höhe­ren Alter Men­schen noch Kun­den sind. Die Kran­ken­ver­si­che­rung sorgt dafür, dass Kran­ke nicht aus dem Kon­sum fal­len. Die Arbeits­lo­sen­ver­si­che­rung stellt sicher, dass auch Men­schen, die kein Ein­kom­men haben, noch immer im Super­markt für Umsatz sor­gen. Streicht man, wie es das Pro­gramm der AfD andeu­tet, die­se Leis­tun­gen zusam­men, fal­len Kon­su­men­ten weg. Fällt Kauf­kraft weg.

Das kapitalistische Problem mit der Ungleichheits-Schere

Stei­gen die Löh­ne – wie in den letz­ten bei­den Jahr­zehn­ten – real nicht, ist es kaum zu erwar­ten, dass die Kauf­kraft steigt bzw. bei vor­han­de­ner Infla­ti­on ist gar zu erwar­ten, dass die Kauf­kraft real inso­fern sinkt, als die Menschen/Kunden für ihr Geld weni­ger oder nie­der­prei­si­ge­re Güter kon­su­mie­ren. Woher soll das Wachs­tum kom­men, wenn ein Groß­teil der Bevöl­ke­rung nicht mehr kau­fen kann, son­dern eher weni­ger? Die Ein­kom­mens- und Ver­mö­gens­zu­nah­me am obe­ren Rand hilft nicht: Die Auto­mo­bil­wirt­schaft in einem neo­li­be­ra­len Kapi­ta­lis­mus, in dem nur noch Bent­leys, Bugat­tis, Rolls Roy­ce, S-Klas­sen und 7er gekauft wer­den, funk­tio­niert nicht. Irgend­wann hat jeder einen (und zwar eben weni­ge), kauft sich bei wach­sen­dem Ver­mö­gen viel­leicht einen oder zwei wei­te­re. Wenn aber das gesam­te Käu­fer­seg­ment der Klein­wa­gen sich redu­ziert, die für die Umsatz­mas­se sor­gen – hilft das alles nichts. Kein Kapi­ta­lis­mus kann damit funk­tionei­ren, dass sich ein paar Hand­voll Super­rei­cher gegen­sei­tig Luxus­jach­ten ver­kau­fen.

Man kann dann zwei­er­lei tun: Die Prei­se im unte­ren Seg­ment redu­zie­ren (fak­tisch also eine defla­tio­nä­re Bewe­gung!). Dafür müs­sen Kos­ten gespart wer­den – am bes­ten Lohn­kos­ten. Was zum Ergeb­nis hat, dass zwar Prei­se und Löh­ne gesun­ken sind – aber der Absatz nicht dar­auf­hin anspringt.

Oder man setzt – was Deutsch­land tut – auf den Export. Knapp 8% Außen­han­dels­über­schuss zei­gen in die­se Rich­tung (und gel­ten laut Euro­päi­scher Kom­mis­si­on als „sta­bi­li­täts­ge­fähr­dend“). Heißt: Man ver­kauft die hier zu all­zu gerin­gen Löh­nen her­ge­stell­ten Pro­duk­te in ande­re Län­der, in denen ent­we­der höhe­re Löh­ne gezahlt wer­den und die nicht in die­ser Abwärts­spi­ra­le begrif­fen sind. Oder man ver­la­gert die Pro­duk­ti­on ins Aus­land, wo sich noch bil­li­ge­re Arbei­ter fin­den las­sen, sodass sich schlecht bezahl­te Arbei­ter hier­zu­lan­de die zu noch schlech­te­ren Löh­nen pro­du­zier­ten Fahr­zeu­ge leis­ten kön­nen. Oder Klei­dungs­stü­cke. Nur – die­se Unter­schie­de sind offen­bar nicht von Dau­er. Die recht­lo­sen Lohn­skla­ven in Ban­gla­desch oder Afri­ka haben zuneh­mend weni­ger Lust, mit ihrem Leben für den Kon­sum in Deutsch­land zu bezah­len. Und die Mög­lich­kei­ten, Absatz­märk­te im Aus­land zu fin­den, ins­be­son­de­re sol­che, die kein Pro­blem damit haben, sich wegen des deut­schen Export­über­schus­ses zu ver­schul­den – neigt sich auch dem Ende ent­ge­gen. Funk­tio­niert eine Zeit­lang – aber nicht ewig.

Das heißt: eine sich immer wei­ter sprei­zen­de Ungleich­heits­sche­re inner­halb einer Volks­wirt­schaft sorgt für Absatz­pro­ble­me der Wirt­schaft, die eine Zeit­lang durch eine inter­na­tio­na­le Ungleich­heit zu repa­rie­ren ver­sucht wer­den kann. In dem Maße, wie sich die­se ande­ren Län­der aber ent­we­der selbst unglei­cher ent­wi­ckeln(= auch hier Käu­fer­rück­gang)  ODER die Ungleich­heit zu redu­zie­ren ver­su­chen (=höhe­re Pro­duk­ti­ons­kos­ten im Aus­land), funk­tio­niert das nicht mehr. Der Kapi­ta­lis­mus schnei­det sich mit der Ungleich­heits­sche­re selbst den Hals ab.

Hubschraubergeld?

Hub­schrau­ber­geld nun ist der Gedan­ke, nach den untaug­li­chen Ver­su­chen, durch Auf­pum­pen des Pri­vat­ban­ken­sys­tems mit ca. 80 Mil­li­ar­den Euro monat­lich (durch Draghis Quan­ti­ta­ti­ve Easing-Pro­gram­me), die sich als nicht taug­lich erwie­sen haben, das Wachs­tum und die Infla­ti­on zu erhö­hen, an der ande­ren Sei­te anzu­set­zen. Draghi woll­te bis­her die Ver­schul­dung von Unter­neh­men und Pri­vat­haus­hal­ten erhö­hen, indem er den Ban­ken fri­sches Kapi­tal in nahe­zu unbe­grenz­tem Maße zur Ver­fü­gung stell­te und sie gleich­zei­tig davon abbrin­gen woll­te (durch Nega­tiv­zin­sen), die­ses Kapi­tal zu hor­ten. Haut nicht hin. Ban­ken ver­ge­ben ent­we­der nicht aus­rei­chend Kre­di­te – oder es wer­den (ein ande­res The­ma – Stich­wort Dienst­leis­tungs- und Digi­tal­öko­no­mie) nicht hin­rei­chen­de Kre­di­te nach­ge­fragt. Unter­neh­men und Kon­su­men­ten haben wenig Lust, sich zu ver­schul­den, nach­dem ihnen jahr­zehn­te­lang gepre­digt wur­de, Schul­den sei­en schlecht. Macht Sinn.

Dann also ein Stra­te­gie­wech­sel: Statt die Bür­ger zu ver­füh­ren, Schul­den zu machen, um den Kon­sum anzu­kur­beln, gibt man ihnen » Wei­ter­le­sen «

Die Deutsche Bank und wie sie die Zukunft der Arbeit sieht (spoiler: dystopisch)

Juli 9th, 2015 § 1 comment § permalink; Autor: Ulf Schmidt

Pro­gno­sen blei­ben schwie­rig — ins­be­son­de­re wenn die die Zukunft betref­fen. Und sie erzäh­len zumeist mehr über die Zeit, in der sie ent­ste­hen, als über die nähe­re oder fer­ne­re Zukunft, über die sie zu erzäh­len sich vor­neh­men oder vor­ge­ben. So vehe­ment die eige­ne sehe­ri­sche Fähig­keit auch betont wer­den mag — die Wahr­schein­lich­keit, auf empi­ri­schen Indi­zi­en begrün­det, ist doch ver­gleichs­wei­se gering, dass die­se Fähig­keit tat­säch­lich grund­sätz­lich und nach­weis­lich die­sem oder jenem Auto­ren zukommt, der dar­auf Anspruch erhebt. Das gilt natür­lich in beson­de­rem Maße für Auto­ren von Ban­ken, die sich anschi­cken die gesell­schaft­li­che Zukunft der nächs­ten Jah­re vor­her­zu­sa­gen, dabei aber nicht ein­mal in der Lage sind, die Bör­sen­kur­se der nächs­ten Minu­ten (von bevor­ste­hen­den Finanz­kri­sen, Bör­sen­crashs ganz zu schwei­gen) vor­her­zu­sa­gen.

Den­noch die Lek­tü­re wert ist der Text über die Zukunfts­as­sich­ten des soge­nann­ten Arbeits­mark­tes von der Deut­schen Bank, genau­er: Deut­sche Bank Rese­arch, über den vor eini­gen Wochen bereits in der FAZ (hier) berich­tet wur­de und der nun online zu lesen ist. Der Ver­fas­ser » Wei­ter­le­sen «

Griechische Staatsschulden? — Peanuts!

Juli 3rd, 2015 § Kommentare deaktiviert für Griechische Staatsschulden? — Peanuts! § permalink; Autor: Ulf Schmidt

Eine klei­ne aktu­el­le Mel­dung im Grie­chen­land-News­blog SpON mag dazu ver­an­las­sen, die Dimen­si­on der Staats­schul­den Grie­chen­lands etwas anders zu betrach­ten. Es heißt bei Spon (hier; 03.07.2015; 12.30 Uhr):

Die Eska­la­ti­on der Grie­chen­land-Kri­se hat laut einer Ernst&Young-Studie welt­weit bin­nen weni­ger Tage rund 300 Mil­li­ar­den Dol­lar an Bör­sen­wert ver­nich­tet. Der Gesamt­wert der 100 teu­ers­ten Akti­en­ge­sell­schaf­ten der Welt sank nach Berech­nun­gen der Wirt­schafts­prü­fungs­ge­sell­schaft vom 19. bis 30. Juni von 16,6 Bil­lio­nen auf 16,3 Bil­lio­nen US-Dol­lar.

Die­ser Betrag von 300 Mil­li­ar­den liegt nahe an den ca. 320 Mil­li­ar­den Euro Staats­schul­den Grei­chen­lands. Und sieht neben dem Gesamt­wert von 100 Unter­neh­men — über 16 Bil­lio­nen — ver­gleichs­wei­se mick­rig aus. Man könn­te nun also fol­gern: Ein sofor­ti­ger Schul­den­er­lass für Grei­chen­land ist im Ver­gleich zu die­sen Beträ­gen, die auf den Finanz­märk­ten im Spiel sind, fast ver­nach­läs­sig­bar. Er ent­spricht dem Buch­wert­ver­lust weni­ger Tage an den Bör­sen (der in Gesamt­be­trach­tung aller Akti­en­wer­te, also nicht nur der betrach­te­ten 100, um ein viel­fa­ches höher wäre) — und dem Buch­wert­ge­winn nach Ende der soge­nann­ten Kri­se. Statt das Geld an der Bör­se zu ver­ju­xen — hät­te man damit die Finanz­klem­me Grie­chen­lands lösen kön­nen. Es han­delt sich schließ­lich auch nur um Buch­geld, des­sen Ver­schwin­den nicht mehr Spu­ren hin­ter­lässt, als ein Atem­zug im Som­mer­wind. Pea­nuts.

Hät­te. Wenn — ja wenn nicht im Ver­lauf der letz­ten Jah­re jene Inves­to­ren, die jetzt die­se Buch­wert­ver­lus­te hin­neh­men, von den öffent­li­chen Insti­tu­tio­nen frei­ge­kauft wor­den wären. Die soge­nann­ten Finanz­märk­te hät­te der Ver­lust von 300 Mil­li­ar­den nicht wei­ter geschmerzt (von der einen oder ande­ren bilan­zi­el­len Ver­wer­fung viel­leicht abge­se­hen …). Sie hät­ten ein paar Tage gewar­tet und den Ver­lust durch Buch­ge­win­ne ihrer Akti­en wie­der kom­pe­nis­ert. Aber der schwä­bi­schen Haus­frau und der schwar­zen Null an ihrer Sei­te ist das natür­lich nicht zu ver­mit­teln.

Abschaffung des Bargelds II: Entmachtung des Bürgers

Juni 14th, 2015 § 1 comment § permalink; Autor: Ulf Schmidt

Im ers­ten Teil des Bei­trags war geschil­dert wor­den, wie die bevor­ste­hen­de Abschaf­fung des Bar­gelds die Bür­ger auf Gedeih und Ver­derb den Geschäfts­ban­ken aus­lie­fert. In die­sem Teil soll nun gezeigt wer­den, dass die aktu­ell dis­ku­tier­te Vor­rats­da­ten­spei­che­rung ein Witz gegen das ist, was mit der Bar­geld­ab­schaf­fung bevor­steht. Hell­hö­rig dürf­te dabei machen, dass „Exper­ten“, die die Bar­geld­ab­schaf­fung for­dern, ins­be­son­de­re damit argu­men­tie­ren, dass damit Kri­mi­nel­le (ins­bes. Dro­gen­händ­ler) und Steu­er­hin­ter­zie­her getrof­fen wer­den. (z.B. hier). » Wei­ter­le­sen «

Abschaffung des Bargelds I: Enteignung des Bürgers

Juni 13th, 2015 § Kommentare deaktiviert für Abschaffung des Bargelds I: Enteignung des Bürgers § permalink; Autor: Ulf Schmidt

Seit eini­gen Wochen meh­ren sich Stim­men, die die end­gül­ti­ge Abschaf­fung des Bar­gelds for­dern (Peter Bofin­ger), ernst­haft erwä­gen oder mit unter­schied­li­chen Argu­men­ten ableh­nen (Roland Tichy, Hei­ner Flass­beck). Zugleich fin­det sich eine ver­gleichs­wei­se brei­te poli­ti­sche Öffent­lich­keit, die die soge­nann­te Vor­rats­da­ten­spei­che­rung kri­ti­siert oder akti­vis­tisch bekämpft – ohne offen­bar zu ahnen, dass sich hin­ter der Bar­geld-Debat­te eine Art der Vor­rats­da­ten­spei­che­rung und Ermäch­ti­gung des Staa­tes (und der Ban­ken) ver­birgt, als sie sich in ihren ärgs­ten Alb­träu­men aus­ma­len könn­ten. War­um das so ist – das soll die­ser zwei­tei­li­ge Arti­kel aus­füh­ren. Im ers­ten Teil wird die Ver­schie­bung beschrie­ben, die sich im Ver­hält­nis zwi­schen Geschäfts­ban­ken und Bür­gern ein­stellt. Im zwei­ten, mor­gen fol­gen­den Teil, die Ver­än­de­rung, die sich im Ver­hält­nis zwi­schen Regie­rung und Bür­gern dadurch ein­stellt und die bei genau­er Betrach­tung nicht nur eine Umde­fi­ni­ti­on von “Frei­heit” hin zu der Frei­heit ist, frei­weil­lig an einem Ermitt­lungs­ver­fah­ren teil­zu­ha­ben, das nicht nicht statt­fin­den und dem sich zu ent­zie­hen unmög­lich ist, son­dern auch zu einer Bewe­gung weg von einem demo­kra­ti­schen Staats­we­sen führt. » Wei­ter­le­sen «

Radio-Feature “Über das Geld und was wir dafür halten”

Juni 3rd, 2015 § Kommentare deaktiviert für Radio-Feature “Über das Geld und was wir dafür halten” § permalink; Autor: Ulf Schmidt

Flo­ri­an Felix Weyh hat ein sehr schö­nes und span­nen­des Radio-Fea­ture für Deutsch­land­Ra­dio-Kul­tur pro­du­ziert mit dem Titel “Immer knapp — oder wert­los. Über das Geld und was wir dafür hal­ten”, zu dem ich neben dem Volks­wirt­schaft­ler Jörg Gui­do Hüls­mann, dem Sozio­lo­gen Rai­ner Paris, und dem Finanz­jour­na­lis­ten und Publi­zis­ten Lucas Zei­se inter­viewt wur­de. Sehr hörens­wert, da inhalt­lich auf der Höhe des The­mas und for­mal sehr ori­gi­nell gemacht.

Hier der Link zum Audio-Bei­trag und dem Manu­skript-PDF.

Nach­trag: Das Stück “Schuld und Schein”, um das es in dem Fea­ture am Ran­de geht, ist auf der Web­sei­te www.schuldundschein.de im Voll­text her­un­ter­lad­bar. Dort fin­den sich auch alle mir bekann­ten Kri­ti­ken zu der seit 2 Jah­ren lau­fen­den, mehr­fach preis­ge­krön­ten Insze­nie­rung am Münch­ner Metro­pol­thea­ter sowie Hin­ter­grund­ma­te­ria­li­en.

Bankbilanzen und der Wert eines Kubikmeters voller Pupse

Oktober 16th, 2014 § Kommentare deaktiviert für Bankbilanzen und der Wert eines Kubikmeters voller Pupse § permalink; Autor: Ulf Schmidt

Auf Bloom­berg ist hier ein sehr klu­ger Text von Matt Levi­ne zu lesen, der erklärt, war­um Gewinn- und Ver­lust­be­rich­te von Ban­ken Unfug sind, war­um sich nicht ein­mal ange­ben lässt, ob eine Bank in einem Quar­tal (oder letzt­lich in einem belie­big län­ge­ren oder kür­ze­ren Zeit­raum) Gewinn oder Ver­lust gemacht hat:

„It is not pos­si­ble for a human to know whe­ther Bank of Ame­ri­ca made money or lost money last quar­ter. (…) This is true of every bank, every quar­ter, to a grea­ter or les­ser degree,“.

Otto Nor­mal­ver­brau­cher, Otto Qua­li­täts­jour­na­list und Otto Wirt­schafts­u­niab­sol­vent stel­len sich Ban­ken als Wer­t­in­sti­tu­te vor, deren Eigen­tum eben irgend­wie einen Wert haben müs­se. Als wäre also Wert etwas, das den Eigen­tums­be­stän­den anhin­ge. So als rech­ne man bei­spiel­wei­se die Anschaf­fungs­prei­se des pri­va­ten Besitz­tums zusam­men und habe dann so etwas wie eine pri­va­te Besitz­bi­lanz. Nun ist es schon hier nicht ganz ein­fach, weil der aktu­el­le Besitz sich nicht nach dem Anschaf­fungs­wert bewer­ten lässt, son­dern nach dem Zeit­wert. Also etwa danach, was es kos­ten wür­de, das Eigen­tum (im Fal­le eines Ver­lus­tes) in aktu­el­ler Qua­li­tät und Abnut­zung wie­der zu erwer­ben. Und das wie­der­um nicht mit Eigen­wer­ten der Gegen­stän­de son­dern nach den Prei­sen, zu denen ein Ver­käu­fer sich von den Gegen­stän­den tren­nen wür­de. Was Bewer­tung vor­aus­setzt. Das ist nicht ein­fach. Bei Ban­ken wird es noch schwe­rer, weil es immer nur Bewer­tun­gen gibt.

Um es den besag­ten drei Ottos etwas leich­ter zu machen, eine Ana­lo­gie:

> Was wäre ein Kubik­me­ter Luft wert?

Ver­mut­lich nichts oder rela­tiv wenig. Die­ser Kubik­me­ter Luft ist eine Bank ohne Geschäft. Die Hül­le. Ihr Wert ist ledig­lich der Ple­xi­glas­ku­bus, in dem die Luft gefan­gen ist.

> Was ist der Kubik­me­ter Luft wert, wenn jemand hin­ein gepupst hat? » Wei­ter­le­sen «

Digitale Agenda 25 Jahre zu spät. Was nun?

August 31st, 2014 § Kommentare deaktiviert für Digitale Agenda 25 Jahre zu spät. Was nun? § permalink; Autor: Ulf Schmidt

Lans­gam scheint sich — bei­spiels­wei­se im Buch­markt — Panik breit zu machen, ange­sichts der schein­bar über­mäch­ti­gen Kon­kur­renz. Wie es dazu kam, war­um die­se Über­macht schein­bar so über­mäch­tig ist, und welch alten euro­pi­schen Stär­ken in die­ser Situa­ti­on hilf­reich sein kön­nen, davon han­delt die­ses sehr lan­ge Pos­ting.

Digi­ta­le Agen­den

Vor knapp zwei Wochen hat die Regie­rung der Bun­des­re­pu­blik Neu­land also eine soge­nann­te “Digi­ta­le Agen­da” beschlos­sen. Dass das ein jäm­mer­li­ches Gebil­de ist, wur­de an vie­ler­lei Stel­le bere­reits bemerkt. Wie jäm­mer­lich es tat­säch­lich » Wei­ter­le­sen «

“Theater der digitalen Gesellschaft” — Vortrag beim NRW Theatertreffen 2014

Juni 13th, 2014 § 1 comment § permalink; Autor: Ulf Schmidt

Im Fol­gen­den ist der Vor­trag als PDF zu fin­den und her­un­ter­zu­la­den, den ich bei der Eröff­nungs­ver­an­stal­tung des NRW Thea­ter­tref­fens 2014 in Dort­mund die Ehre und das Ver­gnü­gen hat­te zu hal­ten. Zusätz­lich stel­le ich hier noch ein­mal den län­ge­ren Vor­trag “Auf dem Weg zum agi­len Thea­ter” (gehal­ten auf der Jah­res­ta­gung der Dra­ma­tur­gi­schen Gesell­schaft 2014 in Mann­heim) zur Ver­fü­gung. Außer­dem die von mir aus den Sta­tis­ti­ken des Deut­schen Büh­nen­ver­eins für die Thea­ter in Nord­rhein-West­fa­len zusam­men­ge­stell­ten Zah­len in einer Excel-Datei zum Down­load.

»Der Dort­mun­der Vor­trag kann hier her­un­ter­ge­la­den wer­den.Die Prä­sen­ta­ti­ons-Bil­der sind eben­falls in die­sem PDF zu fin­den.

»Die Excel-Datei mit den Büh­nen­ver­eins-Zah­len für Nord­rhein-West­fa­len kann hier her­un­ter­ge­la­den wer­den. Ich hof­fe, die Beschrif­tun­gen sind eini­ger­ma­ßen ver­ständ­lich. Soll­ten in die­ser Datei trotz aller Sorg­falt Über­tra­gungs­feh­ler vor­kom­men, bit­te ich dafür um Ent­schud­li­gung und um Hin­weis, damit ich kor­ri­gie­ren kann.

»Wer den län­ge­ren Vor­trag aus Mann­heim mit den Aus­füh­run­gen über die agi­le Orga­ni­sa­ti­on her­un­ter­la­den möch­te, wird hier fün­dig.

»Und dies sind die Mann­hei­mer Prä­sen­ta­ti­ons-Sli­des:

 

»Außer­dem ist der Mann­hei­mer Vor­trag auch in einer leicht geän­der­ten Form auf nachtkritik.de zu fin­den: Auf dem Weg zum agi­len Thea­ter.

Vom industriell geplanten zum agilen Theater?

Mai 14th, 2013 § 1 comment § permalink; Autor: Ulf Schmidt

Dass Stadt­thea­ter nach dem Mus­ter der Indus­trie­pro­duk­ti­on des 19. Jahr­hun­derts auch heu­te noch wei­test­ge­hend orga­ni­siert sind, hat­te ich gele­gent­lich etwa hier im Blog und auch mit Bezug auf den Stadt­thea­ter-Text von Mat­thi­as von Hartz auf nacht­kri­tik in mei­nem Bei­trag zur Stadt­thea­ter-Debat­te auf nacht­kri­tik vor­ge­tra­gen. Das ist aber nur so sinn­voll, wie man beginnt, sich mit mög­li­chen ande­ren Struk­tu­ren kon­kret zu befas­sen. Im Gespräch mit Nadi­ne Por­til­lo von der Schwank­hal­le kam ich dann dazu, mir kon­kret vor­zu­neh­men, mich mit moder­ner Orga­ni­sa­ti­ons­theo­rie zu beschäf­ti­gen, dem soge­nann­ten “agi­len” Pro­zess, der auch ger­ne mit dem Stich­wort Scrum in Ver­bin­dung steht.

Sinn der Aus­ein­an­der­set­zung ist natür­lich kein selbst­zweck­haf­ter Inno­va­tis­mus, son­dern die Befra­gung, ob und wie der Ein­fluss sol­cher Orga­ni­sa­ti­ons- und Pro­duk­ti­ons­me­tho­den sich im Stadt­thea­ter frucht­bar machen lie­ße. Als Gedan­ken­spiel.

Mit fol­gen­den bei­den Büchern leg ich mal los und neh­me sie mit in den Urlaub. Mal schau­en.

Nach­trag: Sehe gera­de erst, dass Chris­ti­an Hen­ner-Fehr dar­über schon vor zwei Jah­ren Inter­es­san­tes im Kul­tur­ma­nage­ment-Blog geschrie­ben hat: Hier.

Where Am I?

You are currently browsing the Digitalökonomie category at Postdramatiker.