Der Marienthaler Dachs – vom Verlag angenommen

Oktober 8th, 2012 Kommentare deaktiviert für Der Marienthaler Dachs – vom Verlag angenommen Autor: Ulf Schmidt

Zu mei­ner nicht gerin­gen Freu­de hat der Ver­lag der Auto­ren sich letz­te Woche ent­schie­den, den Mari­entha­ler Dachs ins Ver­lags­pro­gramm auf­zu­neh­men. Damit ist zwar zunächst nicht sehr viel, aber doch eini­ges gewon­nen. Solan­ge Thea­ter sich nicht dazu durch­rin­gen, sich durch das Gebir­ge zu bewe­gen, das die­ser Text ist, solan­ge sie nicht ver­ste­hen, war­um es ein sol­ches Gebir­ge ist und war­um es Lau­ne und Lust machen könn­te, Gebir­ge im Thea­ter zu durch­wan­dern, solan­ge sie den Vor­be­rei­tungs­auf­wand und das Risi­ko scheu­en, so lan­ge bleibt die­ser Text nur ein papier­nes Gebir­ge.

Immer­hin fast vier Jah­re – seit Novem­ber 2008 – hat die Arbeit an die­sem Text gedau­ert. Um über­haupt dar­an arbei­ten zu kön­nen, war ein neu­er Rech­ner mit zwei Bild­schir­men nötig. Zudem zeig­te sich die sehr unschö­ne Begren­zung der Mög­lich­kei­ten des Arbei­tens mit MS Word recht schnell, da sich die Papier­grö­ße nur auf Din A3 quer maxi­mal ein­stel­len lässt, was bei die­sem Text zu völ­li­ger Unle­ser­lich­keit geführt hät­te. A1 wäre sicher gut und zwar mit einer End­los-Län­ge, A2-brei­te – so zeigt sich – tuts aber auch ganz pas­sa­bel und ist noch hand­hab­bar.

Um den Text aus dem Rech­ner wie­der her­aus­zu­be­kom­men, war die Anschaf­fung eines Plot­ters mit hoher Strich­qua­li­tät nötig. Der HP Desi­gn­jet 488 CA war eini­ger­ma­ßen güns­tig auf ebay ztu erste­hen – hat­te aber auch wie­der sei­ne Tücken. Denn die­ser Plot­ter lässt sich zwar mit grö­ße­ren Medi­en beschi­cken, been­det aber den Druck regel­mä­ßig Am Ende eines A1-Hoch­for­mats. Der Plan, einen End­losaus­druck ohne Sei­ten­um­brü­che her­zu­stel­len, ging also nicht auf. Viel­mehr führt die Serie an Work-Arounds (der Plot­ter hat kei­nen Trei­ber, der unter Vis­ta ver­nünf­tig läuft, also muss das Mac­Book als Dru­cker­rech­ner her­hal­ten, wobei der Text vor­her umfor­ma­tiert wird in A1-Län­ge, als PDF expor­tiert, das PDF dann als JPG blatt­wei­se gespei­chert wird, das dann eins nach dem ande­ren gedruckt wird. Die Fol­ge: Ein Aus­druck des Tex­tes (Gesamt­län­ge etwa 28 Meter) dau­ert 6 Stun­den. Und da jedes Blatt ein­zeln auf den Dru­cker geschickt wer­den muss, heißt das: sechs Stun­den am Dru­cker blei­ben. Schö­ne Tages­be­schäf­ti­gung. Wenn man sonst nichts zu tun hät­te. Lei­der hat die Dru­cke­rei des Ver­lags kei­nen Weg gese­hen, wie sie den Aus­druck her­stel­len könn­te. Also: Druck ich.

Der Dachs in Zah­len:

  • 28 Meter lang (unge­schnit­ten)
  • 61 cm breit
  • 86.908 Wör­ter
  • 516.974 Zei­chen (mit Leer­zei­chen)  = knapp 10% län­ger als Faust 1+2 zusam­men; aber nur halb so lang wie Karl Kraus‘ „Die letz­ten Tage der Mensch­heit
  • 17 Dar­stel­ler- Rol­len

Wer lei­dens­fä­hig ist, kann sich den Text online anschau­en (ich vemei­de zu sagen: lesen). Hier ist der Link zum Text.

Inter­es­sier­te Thea­ter soll­ten nicht zögern, beim Ver­lag der Auto­ren anzu­fra­gen. Inter­es­sier­te Leser kön­nen mir ger­ne mai­len – aller­dings kann ich aus besag­ten Grün­den nur Klein­se­ri­en her­stel­len und die­se  nicht kos­ten­los abge­ben. In nächs­ter Zeit wer­de ich hier mal erzäh­len, wie der Text funk­tio­niert, war­um er so aus­sieht wie er aus­sieht. Und viel­leicht auch ein wenig dar­über, was dar­in statt­fin­det.

 

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