Die Abwärtsspirale – updated

Juli 14th, 2010 Kommentare deaktiviert für Die Abwärtsspirale – updated Autor: Ulf Schmidt

Vor einigen (gefühlt) Jahrhunderten hatte ich hier im Blog angefangen, mir aus dem Bauch heraus Gedanken zum Thema Sparen zu machen, den öffentlichen Sparwahn aufgreifend, mit dem permanenten Vorsorge-und-Versorgungslückengerede, der Sorge des Mittelstands vor Verarmung und gleichzeitig der „Digitalen Digression“, d.-h. der Möglichkeit, durch elektronische Preisvergleiche und Online-Händler die billigsten Produkte zu finden und zu erstehen (etwa hier), im Hintergrund. Eine Art psychologischer Abwärtssspirale also, die die Menschen im Land (auch mit permanentem Blick auf die öffentlichen Haushalte und der dortigen moralischen Aufwertung von „Sparsamkeit) in sich zieht und dafür sorgt, dass an Stelle von Wachstum – Spartum tritt (etwa hier oder hier). Das also die Krise keine Singularität sondern Bestandteil der Zyklenentwicklung ist, auf die die nächstheftigere umso sicherer folgt (etwa hier)

Das hatet natürlich keinerlei wirtschaftswissenschaftlichen Hintergrund – und ich bin deswegen umso erfreuter (wenn auch in der Sache deprimiert), heute bei weissgarnix (hier (Update 2015: Bog inzwischen offline; Link zur WaybackMachine)) mit Bezug zum billyblog hier) ein Posting zu diesem Thema zu finden, das zeigt, wie die Sparsamkeit dafür sorgt, dass sich das Wirtschaftssystem selbst runiert, das das von mir aus der Dinosaurierschwanzgrafik (hier) abgeleitete Theorem von der zunehmenden Vertiefung der Abwärtsbewegungen, der immer geringeren Aufwärtsbewegung darauf hinweist, dass die bisher letztlich aufwärts weisenden Krisenzeiten zukünftig nicht mehr aufwärts weisen werden. Grundlagen bei weissgarnix sind übrigens Ausführungen der nicht gerade der Kapitalismuskritik verdächtigen Goldman-Sachs, die von einem „noch nie dagewesenen Beschäftigungsrückgang“ berichtet – in Relation der letzten Krisenszeiten zueinander. Heißt: Die Krisen sorgen für immer mehr Jobverluste, die durch Hochkonjunkturzeiten nicht mehr ausgeglichen werden können. Und der wirtschaftswissenschaftlich ungebildete Postdramatiker sagt dazu: Dassselbe wird die Unternehmen betreffen, die glauben, sie würden sich gerade von einen Krisentief hin zur Null und dann weiter zum Wachstum entwickeln… Ein sich selbst verstärkender, zumal psychologischer Prozess. Sparen, sparen, sparen … Hm, you think it’s air you’re breathing, Neo?

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