Fußball als Tragödie der menschlichen Begrenztheit #euro12 (ergänzt)

Juni 19th, 2012 § 3 comments Autor: Ulf Schmidt

Heu­te Abend spiel­ten bei der Fuß­ball-Euro­pa­meis­ter­schaft Eng­land und die Ukrai­ne gegen­ein­an­der in einem Ent­schei­dungs­spiel, einem Spiel also, dass dar­über abschlie­ßend Aus­kunft geben soll­te, wel­che der vier Mann­schaf­ten in der Grup­pe in die nächs­te Run­de ein­zie­hen wür­de, wel­che bei­den aus­schei­den. Am Ende schei­det nun die Ukrai­ne aus. Und dar­an hat­te eine Ein­zel­ent­schei­dung einen gewis­sen Anteil: In der 61. Minu­te schoss der ukrai­ni­sche Spie­ler Devic aufs eng­li­sche Tor, der eng­li­sche Spie­ler Ter­ry … und da fängt die Tra­gö­die an. Ter­ry kommt artis­tisch an den Ball und schlägt ihn vom Tor weg. Die Fra­ge: War der Ball im Tor und wird ent­spre­chend für die Ukrai­ne gewer­tet oder war er nicht im Tor? Die­se Ent­schei­dung in die­sem Ent­schei­dungs­spiel zu fäl­len war die Auf­ga­be des Tor­rich­ters, eines neu­er­dings an der Tor­li­nie pos­tier­ten Unpar­tei­ischen, der nichts ande­res zu tun hat als zu beob­ach­ten und zu ent­schei­den, ob ein Ball die Tor­li­nie über­quer­te oder nicht. Und die­ser Tor­rich­ter ent­schied: Der Ball war nicht hin­ter der Linie, es ist kein Tor für die Ukrai­ne zu zäh­len.

Die Ent­schei­dung schafft Tat­sa­chen

Es han­delt sich also um ein Ent­schei­dungs­spiel bei dem in einer ent­schei­den­den Sze­ne eine hoch spiel­re­le­van­te Ent­schei­dung zu tref­fen war, die auf dem Urteil einer ein­zel­nen Per­son beruh­te. Und die­se Ent­schei­dung ist wie­der­um über­prüf­bar durch die Fern­seh­tech­nik. Denn nicht nur ein Tor­rich­ter wur­de so posi­tio­niert, dass kein wei­te­res Wem­bley-Tor gesche­hen könn­te. Son­dern auch eine Fern­seh­ka­me­ra wur­de so posi­tio­niert, dass eine genaue Beob­ach­tung der Situa­ti­on des Balls im Ver­hält­nis zur Tor­li­nie mög­lich wird. Und die Bil­der die­ser Kame­ra zeig­ten in Zeit­lu­pe bzw. Stand­bild, dass der Ball hin­ter der Linie war. Man könn­te nun sagen: Die Spiel­be­tei­lig­ten leben in der Gna­de der Igno­ranz, die Fern­seh­zu­schau­er ver­fü­gen über die tech­ni­sche All- oder zumin­dest Mehr­wis­sen­heit. Nun ist es aber so, dass die­se Bil­der offen­bar auch wie­der ins Sta­di­on selbst über­tra­gen und dem Publi­kum, den Spie­lern und den Unpar­tei­ischen gezeigt wer­den. Es ent­steht eine hoch­gra­dig selt­sa­me Situa­ti­on:

Publi­kum, Spie­ler und Unpar­tei­ische kön­nen die Bil­der der Tor­ka­me­ra sehen und auf die­sen Bil­dern beob­ach­ten, dass der Ball hin­ter der Linie war. Das aber hat kei­nen Ein­fluss auf die (bereits getrof­fe­ne) Ent­schei­dung von Tor- und Schieds­rich­ter, die näm­lich den Ball als nicht hin­ter der Linie fest­ge­stellt und damit kein Tor gege­ben hat­te. Selbst nach Beob­ach­tung der Bil­der, auf denen der Tor­rich­ter das Bild des Balls und sei­ner selbst im Akt der Ent­schei­dung sieht, gibt es kei­ne Mög­lich­keit, die­se Ent­schei­dung zu kor­ri­gie­ren. Es han­delt sich um eine soge­nann­te Tat­sa­chen­ent­schei­dung: Das heißt, dass die Ent­schei­dung eine Tat­sa­che schafft. Der Tor­rich­ter stellt also nicht etwa das Fak­tum eines Tores oder Nicht­to­res fest, son­dern sei­ne Ent­schei­dung schafft das Fak­tum von Tor oder Nicht­tor. Des­we­gen kann auch die Ent­schei­dung nicht durch eine bes­se­re Beob­ach­tung kor­ri­giert wer­den. Denn auf die durch die Ent­schei­dung geschaf­fe­ne Tat­sa­che Tor/Nichttor hat eine ande­re Wahr­neh­mung kei­nen Ein­fluss.

Die Urteils­macht des Fak­ten­ma­chers

Die Berech­ti­gung, durch Ent­schei­dung Fak­ten zu schaf­fen, die durch­aus in einem gewis­sen Sin­ne als Macht bezeich­net wer­den kann, wird nun also durch Kon­fron­ta­ti­on mit ande­ren Wahr­neh­mun­gen her­aus­ge­for­dert, die zei­gen, dass die durch Ent­schei­dung geschaf­fe­nen Fak­ten nicht mit wahr­nehm­ba­ren Fak­ten über­ein­stim­men. Dabei heißt „wahr­nehm­bar“ aller­dings, dass man vor­aus­setzt, die media­le Auf­zeich­nung sei in ihrer tech­ni­schen Ver­fas­sung „neu­tral“, die Auf­zeich­nung eines Wahr­nehm­ba­ren sei mit der Wahr­neh­mung des Wahr­nehm­ba­ren also so weit­ge­hend iden­tisch, dass es nicht sinn­voll sei, das Bild der Fern­seh­auf­zeich­nung dahin­ge­hend zu pro­ble­ma­ti­sie­ren, dass die Kame­ra nicht „die Wahr­heit“, die die Wahr­neh­mung für wahr nimmt, wie­der­gibt. Wird sies vor­aus­ge­setzt, tref­fen zwei Urtei­le auf­ein­an­der: Die Fak­ten­ent­schei­dung des Tor­rich­ters und die Auf­zeich­nung und Wie­der­ga­be der Bil­der des Gesche­hens. Bei­des sind Urtei­le: Der Tor­rich­ter ent­schei­det, der Ball sei nicht hin­ter der Linie gewe­sen, die Kame­ra­bil­der zei­gen, dass der Ball hin­ter der Linie war.

Inci­pit Tra­go­e­dia

Es trifft also ein Tor­rich­ter eine Tat­sa­chen­ent­schei­dung, die als sein abschlie­ßen­des Urteil Tat­sa­chen schafft. Und eine Kame­ra zeigt ande­re tat­säch­li­chen Gescheh­nis­se. Die­se Bil­der wer­den nun­mehr ins Sta­di­on zurück­ge­spielt. Zuschau­er, Spie­ler – und der Tor­rich­ter wer­den mit den Kame­ra­tat­sa­chen kon­fron­tiert. Glaubt man die­sen Tat­sa­chen mehr, sind die Unpar­tei­ischen durch die Regeln des Spiels gezwun­gen, auf der Grund­la­ge einer Ent­schei­dung wei­ter zu ope­rie­ren, von der sie wis­sen, dass sie falsch war. Im Namen irgend­ei­ner „Wahr­heit“ müss­te man nun sicher for­dern, der Tor­rich­ter müs­se nach Sich­tung der Bil­der sei­ne Ent­schei­dung revi­die­ren, die fal­schen Tat­sa­chen, die durch sei­ne Fehl­ent­schei­dung getrof­fen wur­de, und deren Fol­gen revi­die­ren durch die nun­mehr offen­sicht­li­chen „wah­ren“ Tat­sa­chen. Denn eine Fehl­ent­schei­dung in einem Ent­schei­dungs­spiel, die die ent­schei­den­den Grund­vor­aus­set­zun­gen die­ses Spiels so ver­schiebt, dass nicht die Lei­tungs­über­le­gen­heit einer Mann­schaft sowie ihre Unter­stüt­zung durch a.) gött­li­chen Bei­stand, b.) Glück (wahl­wei­se: des Tüchtigen),oder  c.) Zufall, zum Sieg führt, son­dern „fal­sche“ Tat­sa­chen und damit der indi­vi­du­el­le Man­gel eines unpar­tei­ischen Ent­schei­ders, ver­schiebt den Ent­schei­dungs­cha­rak­ter des Spiel selbst. Ent­schei­den soll ja die Über­le­gen­heit einer Par­tei – und nicht die Fehl­ent­schei­dung eines Unpar­tei­ischen.

Aber der Unpar­tei­ische hat sei­ne Ent­schei­dung getrof­fen, die damit nicht mehr Ent­schei­dung, son­dern Tat­sa­che ist. Und er wird nun mit Bil­dern kon­fron­tiert, die ihm die Ent­schei­dung zu tref­fen erneut ermög­li­chen. Und die es ihm gar ermög­li­chen, genau­er wahr­zu­neh­men, was Grund­la­ge sei­ner Ent­schei­dung sein soll. Und die ihm das Urteil nahe­le­gen, dass die urtei­lend getrof­fe­ne Tat­sa­chen­ent­schei­dung falsch ist, die durch die Ent­schei­dung erzeug­ten Tat­sa­chen nicht halt­bar sind. Der Tor­rich­ter muss aber den­noch so tun – als wäre sei­ne Ent­schei­dung rich­tig. Wie­wohl jeder im Sta­di­on die Ent­schei­dung nahe­ge­legt bekam, dass die Ent­schei­dung falsch war. Denn das Sta­di­on­bild zeigt, dass die vom Tor­rich­ter erzeug­te Tat­sche „Kein Tor“ nicht über­ein­stimmt mit den von der Kame­ra dar­ge­stell­ten „Fak­ten“, die den Ball hin­ter der Linie zei­gen.

Im Wis­sen um sein Fehl­ur­teil muss nicht nur der Tor­rich­ter, son­dern das gesam­te Sta­di­on so wei­ter machen, als wäre es in rich­ti­ges Urteil. Nicht, weil der Tor­rich­ter unfehl­bar wäre. Nie­mand wür­de eine päpst­li­che Unfehl­bar­keit des Tor­rich­ters behaup­ten. Son­dern weil er eine Tat­sa­che geschaf­fen hat. Und die geschaf­fe­ne Tat­sa­che ist nicht kor­ri­gier­bar – ohne das Spiel zu wie­der­ho­len.

Vor­aus­set­zen übri­gens muss man bei der gan­zen Sache tat­säch­lich die Unfehl­bar­keit der Fern­seh­bil­der. Heißt: Das Nicht­vor­lie­gen einer Mani­pu­la­ti­on (etwa das Ein­spie­len einer Auf­zeich­nung wie die Löw-Necke­rei mit den Ball­jun­gen), das Nicht­vorl­ei­gen einer opti­schen Täu­schung durch Kame­ra­win­kel, Brenn­wei­te usw. Es braucht einen Glau­ben in die „Wahr­heit“ der der Wahr­neh­mung wie­der­holt dar­ge­bo­te­nen Bil­der, die der Wahr­heit der durch den Urtei­len­den geschaf­fe­nen Tat­sa­chen über­le­gen ist. Man muss den Fern­seh­bil­dern mehr glau­ben als dem Tor­rich­ter, des­sen Macht die Schaf­fung von Fak­ten war. Und wenn irgend­je­mand noch nicht ver­stan­den hat, was „Macht der Medi­en“ ist, dann gibt die­se win­zi­ge Sze­ne einen klei­nen Ein­druck. Und die Situa­ti­on des um sei­ne „Fehl“-Entscheidung wis­sen­den Rich­ters, der den­noch alle Kon­se­quen­zen die­ses Fehl­ur­teils wei­ter ver­fol­gen und exe­ku­tie­ren muss, ist eine in etwa umge­kehr­te Situa­ti­on des Prot­ago­nis­ten der atti­schen Tra­gö­die, der nicht­wis­send irr­te. Die Tra­gö­die des Medi­en­men­schen ist also, im vol­len Wis­sen um sei­ne Fehl­ent­schei­dun­gen genau so wei­ter machen zu müs­sen, als sei­en die getrof­fe­nen Ent­schei­dun­gen kei­ne Fehl­ent­schei­dung. Das ist das Spiel.

Nach­spiel

Übri­gens: Bevor der Ball aufs Tor geschos­sen wur­de, stand ein ukrai­ni­scher Spie­ler im Abseits. Es hät­te gar nicht zu die­ser Sze­ne kom­men kön­nen, hät­te nicht ein ande­rer Unpar­tei­ischer eine Ent­schei­dung getrof­fen, näm­lich die Fah­ne zur Signa­li­sie­rung einer Abseits­po­si­ti­on nicht zu heben. Bei Beob­ach­tung der Fern­seh­auf­zeich­nung näm­lich wur­de deut­lich, dass eben doch eine Abseits­po­si­ti­on nach den Regeln erfor­dert hät­te, dass die­ser Lini­en­rich­ter die Fah­ne hebt, um dem Schieds­rich­ter damit zu signa­li­sie­ren, dass eine Regel­wid­rig­keit vor­liegt, die einen Pfiff von Frei­stoß der Eng­län­der nach sich gezo­gen hät­te, die dazu geführt hät­te, dass die frag­li­che Ent­schei­dungs­si­tua­ti­on gar nicht ent­stan­den wäre.

Auch die­se Auf­zeich­nung wur­de wohl wie­der ins Sta­di­on über­tra­gen und führ­te dazu, dass nicht nur ein Tor­rich­ter mit sei­ner „Fehl­ent­schei­dung“ kon­fron­tiert wur­de, son­dern auch der Lini­en­rich­ter einer „Fehl­ent­schei­dung“ über­führt wur­de. Die­se „Fehl­ent­schei­dung“ aber hebt die „Fehl­ent­schei­dung“ des Tor­rich­ters wie­der­um auf. Denn wäre der Abseits­pfiff erfolgt, hät­te die besag­te Tor­sze­ne nicht statt­fin­den, also auch kein Tor fal­len kön­nen. Also wäre die Ukrai­ne in der 61. Minu­te nicht in eine Situa­ti­on gekom­men, in der der Tor­rich­ter die Tat­sa­chen­ent­schei­dung „Tor“ hät­te fäl­len kön­nen oder müs­sen. Was er im Ergeb­nis auch nicht tat. Glaubt man also der Wahr­heit der Bil­der in bei­den Fäl­len, war die Fehl­ent­schei­dung des Tor­rich­ters eine rich­ti­ge Ent­schei­dung.

 

Post Scrip­tum

Natür­lich müss­te man in genau­er Beach­tung der Fuß­ball­re­geln schrei­ben, dass nicht nur der Tor­rich­ter die fal­sche Ent­schei­dung getrof­fen hat, son­dern der Schieds­rich­ter der Par­tie, dem der Tor­rich­ter eine Emp­feh­lung gibt, für die er sich zu ent­schei­den hat und die der Schieds­rich­ter wie­der­um in sei­ne Ent­schei­dungs­fin­dung ein­be­zieht, Zeu­gen und Rich­ter nicht unähn­lich, wobei bei­de, also Tor­rich­ter und Schieds­rich­ter, zugleich Rich­ter und Zeu­gen sind. Und die Fern­seh­ka­me­ras. Und die Zuschau­er. Und die Fern­seh­kom­men­ta­to­ren. Und die Dis­kus­si­ons­run­den. Und ich. Ich woll­te es aber nicht ins Kaf­ka­es­ke ver­kom­pli­zie­ren…

Post Scrip­tum 2

Was lässt sich dar­aus für die Tra­gö­die der Poli­tik ablei­ten? Wenn die Ein­füh­rung des Euro ein Feh­ler war, kann das Publi­kum nur dar­auf hof­fen, dass die gegen­wär­ti­gen Akteu­re mög­lichst schnell eine wei­te­re Fehl­ent­schei­dung tref­fen oder in der Vor­ge­schich­te des Euro fin­den, damit die Aus­wir­kung der Euro-Fehl­ent­schei­dung sich neu­tra­li­siert.

Post Scrip­tum 3

Hät­te ein Video­be­weis die Dau­er der Euro­kri­se ver­kürzt? Oder ist der Glau­be an den Video­be­weis, die unend­li­che Exper­ten­dis­kus­si­on, die Ursa­che für die Euro­kri­se? Ist die Euro­kri­se die Ago­nie, die aus dem Schwan­ken zwi­schen der ten­den­zi­ell tota­li­tä­ren Macht des fak­ten­schaf­fen­den Unpar­tei­ischen und der ten­den­zi­ell unab­schließ­ba­ren Exper­ten­dis­kus­si­on vor dem Video­screen resul­tiert?

§ 3 Responses to Fußball als Tragödie der menschlichen Begrenztheit #euro12 (ergänzt)"

  • kevin sagt:

    Aber im Sta­di­on wer­den doch kei­ne Zeitlupen/wiederholungen gezeigt oder? Der Video­wür­fel dient doch nur der Infor­ma­ti­on und etwa Kame­ra­shots auf das Publi­kum.

    Es ist schon eine haar­sträu­ben­de Geschich­te. Es spie­len sovie­le Fak­to­ren eine Rol­le. Wie­viel Mensch braucht der Fuß­ball? Wie­viel Mensch ver­kraf­tet der Fuß­ball? Ist eine Tor­ka­me­ra wirk­lich das ‘Wah­re’? Und wie­so soll­te eine Tor­ka­me­ra den abso­lu­ten Beweis lie­fern, die Abseits­kon­trol­le aber den­noch in mensch­li­cher Hand lie­gen? Abseits­ent­schei­dun­gen begüns­ti­gen oder benach­tei­li­gen mög­li­che Tore unge­mein.

    Ich den­ke, dass der Fuß­ball den Men­schen braucht. Ein Chip im Ball, eine Tor­ka­me­ra etc etc wür­de mir übel auf­sto­ßen. Jedoch fra­ge ich mich, wie man die Situa­ti­on ver­bes­sern kann. Bis­her habe ich nie eine Situa­ti­on erlebt, wo Schieds­rich­ter 5 und 6 gold­wert waren. Nach­wie­vor sind es Pro­to­ty­pen, die einen Peil­stab in der Hand tra­gen, ab und an ins Feld tre­ten, den Tor­wart ver­un­si­chern und einen Elf­me­ter kaum bes­ser beur­tei­len, als die Team­kol­le­gen aus der Fer­ne. Irgend­wie funk­tio­niert das nicht. Viel­leicht sind sie zu nah dran. Zu nah für das schnel­le Spiel.

    Viel­leicht soll­te man sie wie­der weg­neh­men. Ich den­ke sie sind obso­let für die Ent­schei­dun­gen. Dann soll lie­ber das tra­di­tio­nel­le Schieds­rich­ter­ge­spann die Ent­schei­dung tref­fen. Da kann man jeden­falls sagen: “Er konn­te es auch nicht genau sehen, sei­ne Sicht war ver­deckt.” oder ähn­li­ches…

    mfg

  • adrian oesch sagt:

    “Hät­te ein Video­be­weis die Dau­er der Euro­kri­se ver­kürzt?” — ein gros­ser unter­schied liegt viel­leicht dar­in, dass es für die euro­kri­se nicht DEN video­be­weis gibt. wie du bereits ange­deu­tet hast, kom­men ver­schie­de­ne “exper­ten” auf ver­schie­de­ne urtei­le, als ob ver­schie­de­ne kame­ras, ver­schie­de­ne bil­der zeig­ten. auf dem fuss­ball­feld lies­se sich mit hil­fe einer gros­sen anzahl von kame­ras (han­dy­ka­me­ras etc.) viel­leicht durch­aus eine sozia­le wahr­heit (kon­sens) als ent­schei­dungs­grund­la­ge ope­ra­tio­na­li­sie­ren. bis anhin wird den übetra­gungs­ver­ant­wort­li­chen ein­fach mal geglaubt. in der poli­tik ist eine ope­ra­tio­na­li­sie­rung eines video­be­wei­ses um eini­ges schwie­ri­ger. wie könn­te er den­noch aus­se­hen? mir scheint dabei einen kon­ses (sozia­le akzep­tanz) als ent­schei­dungs­grund­la­ge wich­tig zu sein.

  • Postdramatiker sagt:

    Es wäre ver­mut­lich bereits ein gro­ßer Fort­schritt, ver­stün­de man, dass die Finanz­kri­se nicht in ers­ter Linie eine Finanz­kri­se ist, son­dern eine Kri­se aus der Erzäh­lung über die Finan­zen. Kein Finanz-, son­dern ein Kom­mu­ni­ka­ti­ons­ar­te­fakt. Platt gesagt: Ein mone­tä­rer Shit­s­torm, der nur durch Kom­mu­ni­ka­ti­on, nicht aber durch Allo­ka­ti­on von Mit­teln zu bekämp­fen wäre.

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