Uraufführungs-Kritiken zu “Schuld und Schein”

August 19th, 2013 Kommentare deaktiviert für Uraufführungs-Kritiken zu “Schuld und Schein” Autor: Ulf Schmidt

Am 4.7.2013 hat­te “Schuld und Schein” am Metro­pol­thea­ter Mün­chen Pre­mie­re. Ich war da und hat­te gro­ßes Ver­gnü­gen an der offen­sicht­li­chen Spiel­lust von Regie und Dar­stel­lern. Und fand den Umgang mit dem Text sehr sehr schön. Was die Pres­se dazu mein­te:
In der “Süd­deut­schen Zei­tung” (lei­der nicht online) schrieb Xaver von Cra­nach:

“… man lacht min­des­tens genau­so viel wie man grübelt. Doch die Kari­ka­tur hat auch ein kri­ti­sches Poten­zi­al. So wird ein Raum geschaf­fen, in dem tat­säch­lich nach den Ursa­chen der Pro­ble­me geforscht wer­den kann: Das, was von Men­schen ent­schie­den und her­ge­stellt wor­den ist, wird oft als gege­be­ne und unver­än­der­li­che Tat­sa­che prä­sen­tiert. (…) Es ist ein Thea­ter­abend, der den Zuschau­er zunächst zum Frosch degra­diert, um ihn dann als eigen­stän­di­ges Sub­jekt wie­der auf­zu­rich­ten.”

Auf theaterkritiken.com schließt C.M. Mei­er sei­ne begeis­ter­te Kri­tik mit der Über­schrift “Super! wahn­sinn!”:

“Super! Wahn­sinn! Mega­wich­tig! Das muss man gese­hen haben! (Vor allem wenn man regel­mä­ßig ein Geld­in­sti­tut kon­tak­tiert.)” Hier die gan­ze Kri­tik.

Im Kul­tur Extra schreibt Hakan Kara­ka­ya:

“Ein aus vie­ler­lei Hin­sicht völ­lig außer­ge­wöhn­li­ches Theaterstück.…Mit sehr mini­ma­lis­ti­schen Mit­teln gelingt es Jochen Schölch ein ver­meint­lich sehr tro­cke­nes und BWL-las­ti­ges The­ma zu einem didak­tisch wert­voll gestal­te­ten und amüsanten Sach­thea­ter nebst Kaba­rett zu gestal­ten, bei dem nicht nur ver­deut­licht wird, wie der Otto-Normal-Bürger von Bank und Staat aus­ge­nom­men wird, son­dern wie sich gleich­zei­tig das wun­der­sa­me Phä­no­men des Wirt­schafts­kreis­laufs, inklu­si­ve der genia­len mensch­li­chen Erfin­dung der Infla­ti­on, ent­wi­ckelt – und das alles im Sti­le der „Sen­dung mit der Maus“ inklu­si­ve ein­lei­ten­der Titel­me­lo­die. Klingt komisch, ist aber so.”

Hier die gan­ze Kri­tik

Auf nachtkritik.de schließt Sabi­ne Leucht:

“Ulf Schmidt dage­gen ist hoch anzu­rech­nen, dass er sich an die Erklä­rung eines Phä­no­mens wagt, vor dem man all­zu oft kopf­schüt­telnd bis wut­schnau­bend kapi­tu­liert. Auf dem Weg hin­aus aufs Glatt­eis der Abs­trak­ti­on nimmt er einen freund­lich bei der Hand und es bleibt zumin­dest hän­gen, dass das rau­nen­de Geld­ge­wer­be kei­ne Geheim­wis­sen­schaft ist, son­dern ein Sys­tem mit nach­er­zähl­ba­rer His­to­rie und kla­ren Inter­es­sen. Auch jenem, dies nicht zu erken­nen zu geben.”

Hier die gan­ze Kri­tik.

Mat­thi­as Hej­ny schließt in der ABned­zei­tung:

“Trotz der Schlicht­heit wird die Kom­ple­xi­tät der Öko­no­mie nie geleug­net – oder ent­spannt ana­ly­siert, wie die Undurch­schau­bar­keit der Finanz­märk­te als fau­ler Zau­ber funk­tio­niert.”

Hier die gan­ze Kri­tik.

Zurecht begeis­tert von der Insze­nie­rung ist Anne Fritsch in der “Deut­schen Büh­ne”.

“Regis­seur Jochen Schölch peppt den eher sprö­den Text auf, spielt mit des­sen ober­leh­rer­haf­tem Ton: Zu Beginn spielt er die Sen­dung-mit-der-Maus-Melo­die ein, begeg­net dem Ernst der Stun­de mit Witz und klei­nem fei­nen Thea­ter­zau­ber.”

Hier die gan­ze Kri­tik.

Und der Blog­ger Mar­tin Oet­ting zeig­te sich auf sei­nem Blog begeis­tert:

““Schuld und Schein – ein Geld­stück” heißt es, und es leis­tet, was eigent­lich undenk­bar erscheint: die glo­ba­le Finanz­welt auf erstaun­lich unter­halt­sa­me Wei­se so zu erläu­tern, dass man einer­seits ver­steht, dass wir alle die Leid­tra­gen­den einer jahr­hun­der­te­al­ten Ver­schwö­rung sind. Und dass man ande­rer­seits dabei einen extrem unter­halt­sa­men Abend erlebt.”

Hier die gan­ze Kri­tik.

 

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