Hammer, dieses Wirtschaftswachstum! Oder doch nicht?

November 4th, 2010 § 4 comments Autor: Ulf Schmidt

Ja der Wahnsinn. Wirtschaftskrise? Was war das gleich noch. Wie „booooooomen“. Deutschland ist die „Wachstumslokomotive“. Ahhh ja. Wie wird Schäuble heute bei SpON zitiert:

Allerdings könne das Niveau, das die Steuereinnahmen vor der Krise im Jahr 2008 hatten, erst 2012 wieder erreicht werden. (Hier)

Das ist freilich ein dolles „Wachstum“. Wir feiern einfach, dass wir weniger krank sind als gestern. Wenn ich mir zwei Beine breche und eins von beiden heilt schneller – titelt die Wirtschaftspresse „Mann hat überraschend zusätzliches Bein.“ Und alle glauben, er hätte drei davon. Was ein Quatsch. Wir freuen uns, dass wir uns ans Niveau von vor zwei oder drei oder wasweißich Jahren wieder hoch wachsen. Darf ich vielleicht auf das in diesem Blogpost eingebundene Chart verweisen und meine damalige Vorhersage, dass sich die Wellenbewegung so fortsetzen wird? Erst gingen die Wellen nach oben, jetzt gehen sie nach unten. Und damit die nächste Aufwärtsbewegung kommt, wirds erst mal wieder eine rasante Abwärtsbewegung geben. Nächstes Jahr. Übernächstes Jahr. Whenever.

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§ 4 Responses to Hammer, dieses Wirtschaftswachstum! Oder doch nicht?"

  • kusanowsky sagt:

    „Wir feiern einfach, dass wir weniger krank sind als gestern.“ Genau. Es wird Zeit, dass wir anfangen können, die Dinge genauso weiter zu verrätseln, wie sie verrätselt werden. Kennt du das Rätsel?

    Da sitzen drei Mann und spielen Skat und dabei trinken sie Bier. Die trinken nicht so viel und am Ende stehen nur 25 Euro auf dem Deckel. Der Wirt ist nicht da, als sie bezahlen wollen, und so legen sie jeder einen 10 EURO Schein auf den Tisch und gehen. Also insgesamt 30 EURO. Kurz danach sieht der Wirt, dass sie gegangen sind und findet 5 EURO sei zuviel Trinkgeld. Er gibt seinem Jungen 5 Euro = 3x 1 EURO und 1×2 EURO und schickt ihn hinter den Herren her, damit er ihnen das Wechselgeld zurückgebe.
    Der Jung überlegt sich: Wie soll ich denn 3 Männern das Wechselgeld geben, wenn ich 3×1 Euro und 1×2 Euro haben. Also steckt er sich die 1 x 2 Euro in die Tasche.
    Als er die drei Herren erreicht, gibt er jedem von ihnen 1 Euro zurück.
    Rechnen wir also noch mal nach.
    Jeder der Herren hat 10 Euro -1 Euro (hat er ja vom Junge zurückbekommen) = 9 Euro bezahlt.
    3 x 9 = 27
    Plus die 2 Euro, die der Junge in der Tasche hat, macht 29 EURO. Wo ist der letzte Euro geblieben?

  • Postdramatiker sagt:

    Den hat Schäuble. Und lässt mit inexistentem Geld die Kneipe wachsen. Taschenspieler allerorten. Man muss nur das Minus an der rechten Stelle zum Plus uminterpretieren, dann wächst die Gastwirtschaft.

  • kusanowsky sagt:

    Wenn drei Leute in den Bus einsteigen und fünf aussteigen, dann müssen zwei wieder einsteigen, damit der Bus leer ist.

  • Postdramatiker sagt:

    Viel zu realwirtschaftlich gedacht. Finanzmarkt würde sagen:
    Wenn ich in meinen hypothetischen Bus drei Leute investierte, dann fünf Leute daraus hedgte, müsste ich mir zwei Leute leihen, um den Bus wieder leer zu kriegen (Die Notwendigkeit eines Fahrers wird bestritten) – wer wettet dagegen?
    Migrationsexperten der FDP hingegen formulierten:
    Wenn mein Busunternehmen drei Leute mit Leihvertrag einstellt, ich aber 5 rausschmeiße, brauche ich drei eingewanderte Praktikanten, um den Laden von unten wieder an die Null zu bringen und dafür zu sorgen, dass die Praktikanten an der Landesgrenze ausgewiesen werden können.

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